#TeamNEUSTART: Birgit Obertaxer

Ab sofort stellen wir regelmäßig Kolleg:innen aus allen NEUSTART Einrichtungen und den verschiedensten Arbeitsbereichen vor. Damit möchten wir die wichtige Aufgabe von NEUSTART bekannt machen und dazu beitragen, dass wir uns auch selbst überregional noch besser kennenlernen...

Den Anfang macht Birgit Obertaxer von NEUSTART Steiermark. Viel Spaß beim Lesen und Kennenlernen dieser engagierten Sozialarbeiterin, deren berufliche Laufbahn bei NEUSTART als Ehrenamtliche begonnen hat…

Bitte stell dich kurz vor
Hallo, mein Name ist Birgit Obertaxer. Ich bin 42 Jahre alt und wohne in Kapfenberg.

In welcher NEUSTART Einrichtung und welchem Bereich arbeitest Du?
Bei NEUSTART Steiermark in der Abteilung 3 – in meinen Aufgabenbereich fallen Tatausgleich, Bewährungshilfe, Prozessbegleitung und Gewaltpräventionsberatung. Außerdem leite ich ein Team ehrenamtlicher Bewährungshelfer:innen und mache Gewaltpräventionsarbeit mit Frauen aus dem Frauenhaus.

Seit wann bist du bei NEUSTART?
Seit März 2012, also ziemlich genau seit zehn Jahren.

Gibt es so etwas wie einen typischen Arbeitstag für dich? Falls ja, wie sieht dieser aus?
Hauptsächlich arbeite ich in Kapfenberg, aber auch in Leoben, Judenburg sowie ab und an in Liezen. Bevor ich gegen 7 Uhr mit meiner Arbeit beginne, bringe ich meine Tochter in den Kindergarten. Danach starte ich meinen Tag im Büro, checke meine Mails und den Posteingang der DOKU (Anm.: Dokumentationssystem von NEUSTART). Zwischen den verschiedenen Terminen schreibe ich die DOKU, führe Telefonate mit und für meine Klient:innen, beantworte Fragen der ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen und leite sie an. Ich übernehme außerdem immer wieder das Mentoring für neue Mitarbeiter:innen und Praktikant:innen. Die Terminplanung ist, durch die unterschiedlichen Leistungsbereiche und den zum Teil damit verbundenen Koordinationsaufwand mit anderen Außenstellen in der Obersteiermark, herausfordernd, bringt aber auch Abwechslung in den Arbeitsalltag.

Warum hast du dich für NEUSTART als Arbeitgeber entschieden?
Das Feld der Täterarbeit beziehungsweise die Straffälligenhilfe allgemein haben mich bereits während meines Studiums interessiert. Während ich dann im Frauenhaus gearbeitet habe, kam ich durch eine damalige Bewohnerin das erste Mal mit dem Tatausgleich bei NEUSTART in Kontakt. Ich begleitete sie nach Leoben in die Außenstelle. Dort wurde ein klassischer Konflikt in einer Paarbeziehung mit Hilfe eines Sozialarbeiters geregelt. Ich hatte durch meine Bezugsbetreuung das Glück, diesen Prozess miterleben zu dürfen und erkannte, eben für diese Frau, den Mehrwehrt dieser Form der außergerichtlichen Konfliktregelung. Das war mein Erstkontakt mit NEUSTART und ich informierte mich daraufhin über den Verein und seine Leistungen. Vor meiner hauptamtlichen Tätigkeit habe ich als ehrenamtliche Mitarbeiterin begonnen und konnte so viel an Erfahrung und Eindrücken sammeln, die mich darin bestärkten, mich bei der nächsten Gelegenheit als Hauptamtliche zu bewerben. Die hohen Qualitätskriterien, die damit verbundenen Einschulungen und Fortbildungen, die dennoch gegebene Flexibilität und die Anforderung an die Mitarbeiter:innen, gepaart mit dem breiten Feld der Straffälligenhilfe waren für mich schlussendlich ausschlaggebend, für meine Entscheidung, bei NEUSTART arbeiten zu wollen. „Ächte die Tat – achte den Täter“ ist heute noch ein wichtiger Leitsatz, den ich auch immer wieder in meine Mentorengespräche einfließen lasse. Er stellt unsere Grundhaltung dar, die NEUSTART für die zielführende Arbeit im Bereich der Straffälligenhilfe vertritt.

Was gefällt dir an deiner Arbeit am besten?
Der Leistungsbereich Tatausgleich und generell die Arbeit in der opferschutzorientierten Täterarbeit sagen mir persönlich am meisten zu. Vor allem, weil nun auch die Kooperation zwischen den Einrichtungen aus Opferschutz und Täterarbeit immer besser funktioniert und das große Ganze – nämlich der Gewaltstopp – als gemeinsames Ziel definiert wurde, erfährt dieser Bereich einen weiteren Qualitätsschub.

Was sind die größten Herausforderungen in deinem Job?
Die ständige Termin-Koordination, damit ich meine Arbeit mit meinem hohen Anspruch gut erfüllen kann und auch die Familie, insbesondere meine Tochter, nicht zu kurz kommt.

Wo hast du gesehen, dass deine Arbeit etwas bewirkt?
Ich sehe regelmäßig wo meine/unsere Arbeit etwas bewirkt. Auch hier stellt für mich persönlich der Tatausgleich den Bereich dar, wo das am deutlichsten sichtbar ist. Hier bekomme ich direkt und zeitnah Rückmeldungen von Opfern aber auch Beschuldigten, wie wichtig die Gespräche und die Anleitung durch die Konfliktregler:innen waren.

Wie findest du persönlich Ausgleich zu deinem Job?
Ich kann nach meiner Arbeit grundsätzlich gut mit dem Tagesgeschäft abschließen und nehme sehr selten gedankliche Belastungen mit nachhause. Denn hier gilt es als Mutter gut zu funktionieren und so hole ich mir auch den notwendigen Ausgleich. Sowohl mit meiner Familie, beim Kochen, beim Wandern, mit Freunden als auch für mich alleine mit einem Buch oder beim Arbeiten im Garten.

Über die/den Autor:in
Laura Roth