Bewährungshilfe

Unterstützung für ein Leben ohne Kriminalität

NEUSTART hilft Menschen dabei, künftig straffrei zu leben. Zur Bewährungshilfe gehören Begleitung im Alltag, die Auseinandersetzung mit den Ursachen der Straftat und die persönliche Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

Was ist Bewährungshilfe?

Bewährungshilfe wird gerichtlich angeordnet. Die Bewährungshelfer:innen von NEUSTART unterstützen die Klient:innen dabei, ihre Lebenssituation zu stabilisieren – etwa Wohnen, Arbeit, Geld und Gesundheit – und das eigene straffällige Handeln zu verstehen. Durch die sozialarbeiterische Begleitung und die intensive Auseinandersetzung mit dem Delikt können Risiken für neue Straftaten verringert werden.

Bewährungshilfe hat auch eine Kontrollfunktion: NEUSTART achtet darauf, dass vorgegebene Pflichten befolgt werden. Nach einer Frist von sechs Monaten und zum Ende der Betreuung geht ein Bericht an das zuständige Gericht.

Klient:innen
(im Jahr 2025)
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Wann wird Bewährungshilfe angeordnet?

Über Bewährungshilfe entscheidet das Gericht (in bestimmten Fällen die Staatsanwaltschaft). Das geschieht häufig bei bedingten Verurteilungen oder bedingten Entlassungen aus der Haft. Nicht jede verurteilte Person erhält Bewährungshilfe; sie wird angeordnet, wenn Unterstützung und Kontrolle als sinnvoll eingeschätzt werden, um erneute Straftaten zu verhindern.

Bei wem wird Bewährungshilfe angeordnet?

Bewährungshilfe betrifft oft Personen mit früheren Straftaten, mit erhöhtem Risiko (zum Beispiel aufgrund jungen Alters) oder mit besonderen Belastungen wie Sucht, Arbeitslosigkeit oder psychischen Problemen. Viele Klient:innen sind jung: etwa ein Drittel ist unter 21 Jahre, ein weiterer großer Teil zwischen 21 und 30. Menschen über 41 Jahre bilden den kleinsten Anteil.

Bewährungshilfe auf einen Blick

  • Verpflichtend: Bewährungshilfe wird vom Gericht oder der Staatsanwaltschaft angeordnet.
  • Regelmäßigkeit: Termine mit dem:der Bewährungshelfer:in finden regelmäßig statt und müssen wahrgenommen werden.
  • Zusammenarbeit: Je mehr sich eine Person auf die Zusammenarbeit einlässt, desto besser kann NEUSTART unterstützen.
  • Deliktverarbeitung und Verantwortungsübernahme: In Gesprächen geht es darum, das eigene straffällige Verhalten zu verstehen und künftig anders zu handeln.
  • Unterstützung im Alltag: NEUSTART hilft bei praktischen Themen wie Wohnung, Arbeit und Behördenwegen.
  • Kontrollfunktion: Gleichzeitig wird überprüft, ob Auflagen eingehalten werden; dazu gehören – wo vorgesehen – Rückmeldungen an Gericht oder Staatsanwaltschaft.
  • Verschwiegenheitspflicht: Gespräche sind vertraulich im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen; bei Gefährdungen werden die zuständigen Stellen informiert.

#NEUSTARTwirkt: Geschichten aus der Bewährungshilfe

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Mehr Informationen

Wie wirkt Bewährungshilfe?

  • In weniger als 8% der Fälle wurde die Bewährungszeit wegen einer erneuten Verurteilung widerrufen, was im internationalen Vergleich gering ist.2
  • Auch Richter:innen sind sehr (73%) bzw. eher (27%) zufrieden mit der Wirkung, die NEUSTART mit Bewährungshilfe erzielt.3
  • 70% der Klient:innen bleiben in den drei Jahren nach Ende der Bewährungshilfe straffrei.4
  • 94% von ihnen geben an, dass es durch die Bewährungshilfe zu positiven Veränderungen in ihrem Leben gekommen ist.5

Quellen

1 NEUSTART Altersverteilung Zugang Bewährungshilfe 2021
2 In Deutschland waren es beispielsweise 19%. Siehe dazu: Heinz,
Wolfgang: 57 Jahre Bewährungshilfe im Spiegel der Bewährungshilfestatistik; Konstanzer Inventar Sanktionsforschung, Version 1/2021, Seite 68
(Sanktionsforschung KIS | Konstanzer Inventar | Arbeitsgruppen |
Fachbereich Rechtswissenschaft (uni-konstanz.de))
3 Opinion-Leader-Befragung 2024
4 Hofinger/Peschak: Legalbiografien von NEUSTART Klient:innen II; Wien,
IRKS, 2018
5 NEUSTART Klient:innenbefragung 2025

Broschüren und Informationen in verschiedenen Sprachen finden Sie unter Downloads.