Ruhm und Ehre in der Prävention

Eine Erkenntnis aus der Zeit der Pandemie bleibt uns in Erinnerung: „There is no glory in prevention“. Ähnlich ist es bei Gewaltschutz. Auch wenn zahlreiche Maßnahmen in Österreich umgesetzt werden und die Expert:innen des Gewaltschutzes überzeugt sind, dass vieles gelingt, bleibt oft der ernüchternde Blick auf die viel zu hohe Zahl an Femiziden.
Mag.a Janina Böck-Koroschitz vom Institut für jüdische Geschichte Österreichs und ihre Kollegin Elisabeth Weilenmann gewannen für ihr Feature über Femizide den Juliane Bartel Medienpreis.

Ist die Anzahl von ermordeten Frauen tatsächlich eine Kennzahl, an der sich Gewaltschutzmaßnahmen in Österreich messen lassen können und müssen?

Ziel von Gewaltschutz ist ein sofortiger Gewaltstopp. Das umfasst eine ganze Bandbreite an Gewaltformen: Einschüchterungen, Drohungen, „Kleinmachen“, das Überschreiten von höchstpersönlichen Grenzen bei sexueller Gewalt und alle Formen von körperlicher Gewalt. Die Liste lässt sich nahezu endlos fortsetzen, denn wenn es darum geht, jemandem den Willen aufzuzwingen, spielen Grenzen tatsächlich keine Rolle mehr.

gewaltschutz gelingt uns jeden tag

Gewaltschutz gelingt uns jeden Tag, ohne dass dazu Schlagzeilen in den Zeitungen zu finden und ohne dass Beiträge auf Social Media viral gehen. Er gelingt immer dann, wenn sich Frauen, Kinder und auch Männer daheim sicher(er) fühlen. Er gelingt jedes Mal, wenn ein Mann Warnzeichen erkennt, er könne gleich ausrasten und sich bewusst für eine gewaltfreie Alternative entscheidet.

NEUSTART bietet ein breites Angebot für alle, denen es schwerfällt, auf Gewalt zu verzichten. Diese Angebote setzen früh ein wie etwa die Gewaltpräventionsberatung und begleiten lange, wie etwa in der Bewährungshilfe. Wichtig ist ein breites Angebot – freiwillig UND im Zwangskontext – um das bestmögliche im Einzelfall zu finden. 

Und manchmal gibt es für die Auseinandersetzung mit dem Thema auch die gebührende Anerkennung. Mag.a Janina Böck-Koroschitz vom Institut für jüdische Geschichte Österreichs und ihre Kollegin Elisabeth Weilenmann (Autorin und Regisseurin) gewannen für ihr Feature über Femizide den Juliane Bartel Medienpreis. Der Beitrag kann hier nachgehört werden.

Über die/den Autor:in

Dina Nachbaur ist seit 2026 NEUSTART Geschäftsführerin für "Sozialarbeit und Organisation der Einrichtungen". Davor hat die Juristin und Kriminalsoziologin den Zentralbereich Sozialarbeit bei NEUSTART geleitet. In dieser Rolle hat sie die Leitung der NEUSTART Beratungsstellen für Gewaltpräventionsberatung verantwortet und die Weiterentwicklung des Gewaltschutz in Österreich mitgeprägt. Für Dina Nachbaur ist die Entwicklung kluger, evidenzbasierter Alternativen zur Haft eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre – ebenso wie das Schritthalten der NEUSTART Angebote mit aktuellen Entwicklungen im Digitalbereich.

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