Ein Berufsleben bei NEUSTART

Mitte des Jahres tritt Alfred Gschwendner nach 40 Jahren bei NEUSTART in den Ruhestand. Für den report blickt er zurück.

Ein Berufsleben bei NEUSTART

Als ich im September 1982 im damaligen „Verein für Bewährungshilfe und soziale Arbeit“ als Sozialarbeiter zu arbeiten begann, war die Organisation 25 Jahre alt und der Geist der Gründergeneration noch stark spürbar. Ich hatte noch die Möglichkeit Gründungsmitglieder der Bewährungshilfe persönlich kennen zu lernen – Waltraud Kopeinig und Sepp Schindler.

Ab Beginn der Vereinsarbeit wurde großer Wert auf die Entwicklung neuer Methoden und der bestmöglichen Fachlichkeit gelegt. So entstand ein fruchtbarer Boden für neue Ansätze in der Straffälligenhilfe.

Die Gründung der Zentralstellen für Haftentlassenenhilfe und ab Mitte der 80er Jahre die Einführung der Mediation im Strafrecht mit dem außergerichtlichen Tatausgleich für Jugendliche sind nur zwei Beispiele für die große Innovationskraft.

Geburtsstunde des „Vereins NEUSTART“

2002 kam es zu einer in der Vereinsgeschichte einmaligen Reform: Alle bisher eigenständigen Bereiche – Bewährungshilfe, Haftentlassenenhilfe, Tatausgleich – wurden in einer neuen Vereinsstruktur mit neuem Namen unter einem Dach zusammengeführt.

Zu dieser Zeit habe ich die Leitung der Einrichtung Kärnten übernommen. Meine erste große Herausforderung in dieser Funktion war es, diese Reform regional umzusetzen. Ziel der Reform war es, nach außen ein einheitliches Bild von NEUSTART zu präsentieren und nach innen flexibler und somit kostensparender zu werden.

Wir haben diese Ziele erreicht und dank der Bündelung der Kräfte wurde die Zusammenarbeit mit Gerichten und Staatsanwaltschaft in Kärnten gestärkt. Auf Basis der vielfältigen Angebote von NEUSTART entwickelte sich ein zielgerichteter Austausch mit der Justiz.

Und heute?

Die Visionen und Ideen der Gründer:innen der Bewährungshilfe – Menschen brauchen nach einer Straftat eine zweite Chance – sind nach wie vor gültig. Wenn es darum geht, Alternativen zu Strafe und Haft zu entwickeln, gibt es immer ein Zusammenrücken und man spürt die Kraft der gesamten Organisation.

Die Einführung der steuernden Sozialarbeit und der Aufbau der Gewaltpräventionsberatung in fünf Bundesländern sind gute Beispiele dafür. Diese Entwicklungsarbeit mit dem enormen Engagement aller Mitarbeiter:innen war für mich der wertvollste Bereich meiner Leitungstätigkeit.

Es ist motivierend zu sehen, wie sich haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter:innen mit hoher Professionalität und hohem Engagement für die Idee und den Auftrag der Resozialisierung von Menschen einsetzen.

Es war immer mein Ziel, der Einrichtung NEUSTART Kärnten einen sicheren Rahmen zu geben und ein verlässlicher Partner für unsere Auftraggeber:innen zu sein. Ich danke dem gesamten NEUSTART Team, das an diesen Zielen mitgearbeitet hat. Mein Dank gilt auch allen ehemaligen Mitarbeiter:innen für ihre Ideen und die Entwicklung und den Aufbau vieler entscheidender Projekte in Kärnten. Danke auch an alle ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen für ihr zivilgesellschaftliches Engagement in der Betreuung von Menschen, die oft am Rande der Gesellschaft stehen.

Über die/den Autor:in
Roland Puck