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Ehrenamtlich für die Justiz arbeiten

Rund 980 Frauen und Männer engagieren sich – teilweise seit Jahrzehnten – ehrenamtlich in der Bewährungshilfe.

Am Tag des Ehrenamts im Dezember 2020 dankte Justizministerin Alma Zadic in einem Posting auf Facebook allen „für diese unglaublich wichtige Arbeit. Fast jede zweite Person in Österreich arbeitet ehrenamtlich, bei Rettungsaktionen, Kulturvereinen, Sportvereinen und vielen anderen Organisationen“. Unter „vielen anderen Organisationen“ können auch NPOs wie NEUSTART subsumiert werden. Der „1. Österreichische Freiwilligenbericht“ des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz erhob im Jahr 2009 die Tätigkeit der Freiwilligen. Das NPO-Institut an der Wirtschaftsuniversität Wien berichtete, dass sich 43,8 Prozent der Gesamtbevölkerung ab 15 Jahren freiwillig in Österreich engagieren. Das sind über drei Millionen Menschen. Folgende Einschätzung in der Beschreibung der Einrichtungen im Sozialbereich trifft auch auf NEUSTART zu: „Diese erfüllen häufig Dienstleistungen im Auftrag des Staates, wenden professionelle Standards an und unterliegen Leistungskontrollen.“

Rund 980 Frauen und Männer arbeiten – teilweise seit Jahrzehnten – ehrenamtlich in der Bewährungshilfe. Dazu kommen die ehrenamtlich tätigen Mitglieder im Aufsichtsrat und Kuratorium, denen wichtig ist, dass ihre Beteiligung als zivilgesellschaftliches Engagement verstanden wird. So etwa Dr. Heide Schmidt, ehemalige Dritte Präsidentin des österreichischen Nationalrats und seit 2014 Mitglied des NEUSTART Kuratoriums. Sie ist dabei, weil sie „Mitverantwortung für diese Gesellschaft und dieses Gemeinwesen“ empfindet und eine „lebendige Zivilgesellschaft für die Demokratie für unverzichtbar“ hält. Konflikte sollten anders gelöst werden „als durch Abstrafen, Wegsperren und Aussondern“, sagte Schmidt bei der Tagung der ehrenamlichen Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer im Jahr 2020.

Auch der neu gewählte Vorsitzende des NEUSTART Aufsichtsrats, Hon.-Prof. Dr. Georg Kathrein (Leiter der Zivilrechtssektion im Bundesministerium für Justiz), begründet damit seine Motivation: „Das zivilgesellschaftliche Engagement ist unverzichtbar.“ Sein Anspruch: „Es ist essenziell, dass wir die Anforderungen an ein zeitgemäßes, humanes Strafrecht artikulieren.“ Und Günther Ogris MA (Managing Partner and Scientific Director des SORA Institute for Social Research and Consulting) artikuliert als ebenfalls neues Mitglied des Aufsichtsrats: „Aus den Fehlern der Gesellschaft lernt man am meisten“. Fritz Steyskal, seit 50 Jahren ehrenamtlicher Bewährungshelfer in Kärnten, meint: „Man muss als Bewährungshelfer Verständnis für den Menschen aufbringen, auch verstehen, warum er die Straftaten begangen hat. Nicht um die Tat für gut zu heißen oder zu entschuldigen, sondern um zu verstehen, wie es dazu kam.“ Seine einfache, aber überwiegend wirkungsvolle Herangehensweise: „Ich habe mich in den anderen hineinversetzt und Verständnis aufgebracht.“ Diese Ausdauer und dieses Engagement prägen das Ehrenamt bei NEUSTART.

Mag. Dorit Bruckdorfer ist NEUSTART Redakteurin

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