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Tipps für heikle Situationen

Wenn eine Angehörige oder ein Angehöriger beschuldigt oder verurteilt wird, etwas Verbotenes gemacht zu haben, finden Sie hier viele Informationen und Antworten. Auch wenn Sie gerade aus dem Gefängnis kommen, finden Sie hier Informationen. Außerdem finden Sie hier Informationen, wenn Sie Opfer von Kriminalität geworden sind.

Online-Beratung

Die NEUSTART Online-Beratung hilft Ihnen. Sie beantwortet Ihre Fragen mit einem E-Mail. Füllen Sie bitte das Kontakt-Formular aus und schreiben Sie Ihre Frage in die Nachricht. Schreiben Sie auch dazu, in welchem Ort und Bundesland Sie wohnen. Es ist nicht notwendig, dass Sie Ihren Namen dazuschreiben. Wir antworten auch auf anonyme Anfragen.

Zurück in die Gesellschaft

Eine Freiheitsstrafe reißt Betroffene aus ihrem bisherigen Leben. Am Tag der Entlassung stehen die meisten völlig alleine und beinahe mittellos da. Ohne Familie, ohne Freunde, ohne Arbeit, ohne Geld und ohne Wohnung soll die oder der Haftentlassene diesen Neustart meistern.

 

Hürden überwinden

Ein sehr harter Übergang führt jede Entlassene und jeden Entlassenen von drinnen nach draußen. Dieser Bruch in der Lebensweise buchstäblich von einem Tag auf den anderen stellt eine enorme Belastung dar, die nicht selten zu psychischen Krisen führt. Klar, dass es dann umso schwerer wird, wieder Fuß zu fassen. Die Haftentlassenenhilfe setzt hier an und versucht schon rechtzeitig vor der Entlassung den Kontakt herzustellen.

 

Von drinnen nach draußen

Mit Bildungs-, Arbeitstrainings- und Beratungsangeboten wird eine Begleitung organisiert, die über den Zeitpunkt der Entlassung hinaus kontinuierlich aktiv bleibt. Der Weg nach draußen soll gleichmäßig und geplant verlaufen und die Aktivitäten sollen die Klientinnen und Klienten auf die Welt "draußen" bestmöglich vorbereiten. In Gesprächen mit dem Sozialen Dienst der Justizanstalt werden Risikofaktoren abgeklärt.

 

Kritische Phase Haftentlassung

Nach der Haftentlassung ist die Gefahr eines Rückfalls besonders hoch. Studien belegen, dass die Rückfallgefahr nach Haft größer ist als nach einer bedingten Freiheitsstrafe, nach einer Geldstrafe oder nach diversionellem Vorgehen. Das wurde sowohl innerhalb als auch außerhalb Österreichs festgestellt. Die Untersuchungen streuen von 40 bis 70 Prozent Rückfälligkeit, je nach Beobachtungszeitraum und Rückfallbegriff. Eine Wiederkehrerquote in Haft von etwa 40 bis 50 Prozent wird allgemein als realistisch angenommen (siehe etwa Hofinger/Peschak, 2018, Die neue österreichische Wiederverurteilungsstatistik; Hofinger/Neumann, 2008, Legalbiografien von NEUSTART Klienten).

 

Da die Personen, die mit Endstrafe entlassen werden, eine besonders hohe Rückfallgefährdung haben, ist es für uns besonders wichtig gemeinsam mit den betroffenen Personen an der Verantwortungsübernahme für das kriminelle Handeln zu erarbeiten und Handlungsalternativen für zukünftige Risikosituationen zu erlernen.

 

Die Haftentlassenenhilfe wird unterstützt von:

 

                                

ALLE VERDIENEN EINE CHANCE

 

  • Wenn Sie demnächst (spätestens in den nächsten sechs Monaten) entlassen werden und schon im Entlassungsvollzug sind, begleiten wir Sie auf Ihrem Weg in die Freiheit.
  • Unsere Sozialarbeiterinnen oder Sozialarbeiter kommen zu Ihnen in das Gefängnis. Sie sind für Sie da, hören zu, beraten und unterstützen.
  • Wir bereiten mit Ihnen die Zeit nach Ihrer Entlassung vor.
  • Nach der Haftentlassung unterstützen wir Sie gerne bis zu zwölf Monate.

KONTAKT UND ANGEBOTE

 

  • Um rechtzeitig in Kontakt mit NEUSTART vor der Haftentlassung zu kommen, fragen Sie am Besten den Sozialen Dienst.
  • Nach der Haftentlassung rufen Sie uns einfach an und machen einen Termin aus oder kommen Sie einfach bei uns vorbei. Hier finden Sie die Adressen und Telefonnummern für die unterschiedlichen Bundesländer.
  • Reden Sie mit uns, wenn Sie nicht wissen, wie Ihr Leben in Freiheit weitergehen soll. Die meisten Probleme können wir gemeinsam lösen.
  • Wir kennen uns auch mit Ämtern aus. Die sind notwendig, um Dokumente zu bekommen, um damit Ihren Unterhalt abzusichern.

TIPPS

 

  • Beachten Sie bitte, dass Sie ab Ihrer Entlassung nicht automatisch versichert sind.
  • Nehmen Sie schon rechtzeitig vor der Entlassung Kontakt zu NEUSTART auf und lassen Sie sich bezüglich Ihrer finanziellen Absicherung beraten (Sozialhilfe, Notstandshilfe, Schulden, ...).
  • Heben Sie Ihren Entlassungsschein gut auf. Er gilt als Dokument beim Arbeitsmarktservice, beim Sozialamt, bei der Meldebehörde oder anderen Ämtern.
  • Das Arbeitsmarktservice sollten Sie gleich nach der Haftentlassung kontaktieren. Dort werden Ihre Ansprüche (Jobberatung, Geld, Ausbildung) geklärt. Wenn Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe haben, sind Sie auch versichert. Stellen Sie dafür einen Antrag. Sobald dieser bewilligt wurde, bekommen Sie so für einen bestimmten Zeitraum monatlich Geld.
  • Teilen Sie sich Ihr Entlassungsgeld gut ein. Es ist Ihre Basis für größere Anschaffungen nach der Entlassung.
  • Eine Übernachtungsmöglichkeit oder eine Wohnung zu finden, ist schwer. Deshalb ist es wichtig, dass Sie rechtzeitig planen, wie Sie dabei erfolgreich sein können. Ihre Sozialarbeiterin oder Ihr Sozialarbeiter hilft Ihnen dabei gerne.

 

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