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Tipps für heikle Situationen

Wenn eine Angehörige oder ein Angehöriger beschuldigt oder verurteilt wird, etwas Verbotenes gemacht zu haben, finden Sie hier viele Informationen und Antworten. Auch wenn Sie gerade aus dem Gefängnis kommen, finden Sie hier Informationen. Außerdem finden Sie hier Informationen, wenn Sie Opfer von Kriminalität geworden sind.

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Tatausgleich statt Gerichtsverhandlung

 

Bei manchen Straftaten kann man statt einer Gerichtsverhandlung einen Tatausgleich machen. Was das ist, steht weiter unten. Das geht zum Beispiel bei Körperverletzung oder Drohungen. Ein Tatausgleich wird vom Gericht oder von der Staatsanwaltschaft angeboten. Wenn das so ist, meldet sich eine Sozialarbeiterin oder ein Sozialarbeiter von NEUSTART bei allen Beteiligten. Beteiligte sind das Opfer und die oder der Beschuldigte. Die Sozialarbeiterin oder den Sozialarbeiter nennt man Konfliktreglerin oder Konfliktregler. Ein Konflikt ist ein Streit. Die Konfliktreglerin oder der Konfliktregler hilft den Beteiligten, eine Lösung zu finden, die für alle passt. Zuerst spricht sie oder er in einem Einzel-Gespräch alleine mit den Beteiligten. In diesem Gespräch wird geschaut, ob ein Tatausgleich überhaupt möglich ist. Danach findet der Tatausgleich statt. Was dabei genau passiert, steht weiter unten. Wenn der Tatausgleich erfolgreich ist, findet keine Gerichtsverhandlung statt. Es gibt also auch keine Verurteilung. Die Beschuldigten bekommen keine Vorstrafe.

 

Bei einem Tatausgleich können die Opfer über ihre Wünsche, Interessen und Gefühle reden. Sie bekommen unkompliziert Wiedergutmachung und Schadenersatz. Ein Tatausgleich ist für Opfer und Beschuldigte freiwillig.

Was passiert beim Tatausgleich?

 

Beim Tatausgleich redet man miteinander. Dafür trifft man sich zu einem sogenannten Gespräch am runden Tisch. Bei diesem Gespräch sucht man gemeinsam nach einer Lösung, die für alle passt. Wenn das funktioniert, braucht man kein Gerichtsverfahren. Bei diesem Gespräch helfen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter von NEUSTART. Diese Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter kennen sich sehr gut mit Konflikten aus. Ein Konflikt ist ein Streit. Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter schauen darauf, dass die Interessen des Opfers wahrgenommen werden. Außerdem schauen sie darauf, dass die oder der Beschuldigte Verantwortung übernimmt. Zu einem gelungenen Tatausgleich gehören drei Dinge: Erstens, der Schaden muss wiedergutgemacht werden. Zweitens, es muss eine ehrliche Entschuldigung geben. Drittens muss man sich ausmachen, wie man solche Vorfälle in Zukunft verhindert.

Voraussetzungen für einen Tatausgleich

 

  • Die Staatsanwältin, der Staatsanwalt, die Richterin oder der Richter muss einen Tatausgleich anbieten. Das Opfer, die oder der Beschuldigte kann aber auch danach fragen.
  • Die Schuld muss als „nicht schwer" eingestuft sein.
  • Es darf kein Schöffen- oder Geschworenengericht zuständig sein. Was das ist, steht hier.
  • Wegen der Tat darf kein Mensch gestorben sein.
  • Das Opfer muss zustimmen. Wenn das Opfer Gründe hat, die gegen einen Tatausgleich sprechen, wird das berücksichtigt.
  • Die oder der Beschuldigte muss bereit sein, für die Tat einzustehen. Sie oder er muss sich mit den Ursachen für die Tat auseinandersetzen.
  • Die oder der Beschuldigte muss bereit sein, den Schaden durch die Tat wiedergutzumachen.

Der Tatausgleich ist erfolgreich

 

Der Verein NEUSTART macht jedes Jahr ungefähr 500 Tatausgleiche. Wir haben mehr als 30 Jahre Erfahrung mit dem Tatausgleich. Insgesamt haben wir schon 168.000 Tatausgleiche gemacht. Daran waren ungefähr 300.000 Menschen beteiligt. Bei den Erwachsenen waren 70 Prozent der Tatausgleiche erfolgreich. Das sind mehr als zwei Drittel. Bei den Jugendlichen waren sogar 85 Prozent der Tatausgleiche erfolgreich. heißt, dass eine Lösung gefunden wurde, die für alle Beteiligten passt.

 

Die meisten Beschuldigten bleiben nach einem Tatausgleich straffrei. Das heißt, sie machen nichts mehr, das verboten ist. Das kann man auch nachlesen. Das Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie hat eine Studie dazu gemacht. Bei einer Studie untersuchen Forscherinnen und Forscher etwas. In dieser Studie haben sie untersucht, wie oft Klientinnen und Klienten von NEUSTART nach der Betreuung wieder straffällig werden. Diese Studie heißt „Studie Legalbiografien von NEUSTART Klienten". Die Studie ist 2017 erschienen. Die Nachnamen der Autorinnen und Autoren sind Hofinger und Peschak.

Tatausgleich vermeidet Gerichtsverhandlung

Bei bestimmten Alltagsdelikten wie zum Beispiel Körperverletzungen oder Drohungen, bei denen es zu Auseinandersetzungen zwischen Personen gekommen ist, muss es nicht immer zu einer Gerichtsverhandlung kommen. Als Alternative kann von Staatsanwaltschaften oder Gerichten ein Tatausgleich angeboten werden. In der Folge nimmt eine Konfliktreglerin oder ein Konfliktregler von NEUSTART Kontakt mit Beschuldigter oder Beschuldigtem und Opfer auf und klärt in Einzelgesprächen, ob und unter welchen Bedingungen die Bereitschaft zur Teilnahme an einem Tatausgleich gegeben ist. Eine gelungener Tatausgleich hat zur Folge, dass es keine Gerichtsverhandlung und keine Verurteilung gibt. Die Beteiligten haben selbst im Rahmen des Tatausgleichs einen fairen Ausgleich herstellen können. Beschuldigte werden dadurch nicht kriminalisiert, sondern entgehen einer Vorstrafe.

Opfer haben die Möglichkeit, ihre Wünsche, Interessen und Gefühle zu formulieren und unbürokratisch Wiedergutmachung und Schadenersatz zu erlangen. Die Teilnahme an einem Tatausgleich ist für Opfer und Beschuldigte freiwillig.

 

Gespräch am runden Tisch

Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, kommt es nach den Einzelgesprächen und allen erforderlichen Abklärungen zu einem gemeinsamen Gespräch am runden Tisch. Ziel ist es, eine faire, umfassende und für alle Konfliktpartner tragfähige Lösung außerhalb des gerichtlichen Prozessweges zu erarbeiten. Unsere in Mediation ausgebildeten und erfahrenen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter achten darauf, dass die Interessen des Opfers wahrgenommen werden und die oder der Beschuldigte die Verantwortung für ihre oder seine Tat übernimmt. Zu einem gelungenen Tatausgleich gehören die materielle Schadenswiedergutmachung, eine ehrliche Entschuldigung sowie sonstige Vereinbarungen, um künftige Vorfälle zu vermeiden.

Entschädigung für das Opfer. Eine zweite Chance für den Täter.

Auch bei Gewalt in Paarbeziehungen erfolgreich: der Tatausgleich.

 Voraussetzungen für einen Tatausgleich

  • Angebot der Staatsanwältin, des Staatsanwalts oder der Richterin / des Richters, auch auf Anregung des Opfers oder der Beschuldigten
  • Einstufung der Schuld als "nicht schwer"
  • keine Zuständigkeit eines Schöffen- oder Geschworenengerichtes
  • die Tat darf nicht den Tod eines Menschen zur Folge gehabt haben
  • Zustimmung des Opfers: berücksichtigungswürdige Ablehnungsgründe des Opfers haben Einfluss auf Entscheidung
  • Bereitschaft der oder des Beschuldigten, für die Tat einzustehen und sich mit den Ursachen auseinanderzusetzen
  • Bereitschaft der oder des Beschuldigten, die Folgen der Tat auszugleichen, insbesondere einen entstandenen Schaden wiedergutzumachen

 

Gute Erfolge bei Jugendlichen und Erwachsenen

Derzeit (2019) werden dem Verein NEUSTART pro Jahr rund 5.000 Fälle von Staatsanwaltschaften und Gerichten zum Tatausgleich zugewiesen. NEUSTART hat 30-jährige Erfahrung mit zirka 168.000 Tatausgleichsfällen, an denen 300.000 Menschen entweder als Beschuldigte oder Opfer beteiligt waren. Bei Erwachsenen können die Konfliktreglerinnen und Konfliktregler in 70 Prozent der Fälle eine Einigung zwischen Beschuldigter oder Beschuldigtem und Opfer herbeiführen; bei Jugendlichen liegt die Erfolgsquote sogar bei über 85 Prozent.

Die Rückfallquote beim Tatausgleich liegt laut der jüngsten Studie zur Legalbewährung nach einem positiv abgeschlossenen Tatausgleich bei 13 Prozent. Das heißt, dass 87 Prozent nach einem Tatausgleich nicht mehr rückfällig (beziehungsweise straffällig) werden. Bei Gewalt in Paarbeziehungen werden nach einem positiven Abschluss des Tatausgleichs sogar 89 Prozent nicht mehr rückfällig (Studie Legalbiografien von NEUSTART Klienten, Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie, Hofinger, Peschak 2017).

 

Video

Tatausgleich: NEUSTART empfiehlt

Der Tatausgleich ist unserer Erfahrung nach bei Delikten im Zusammenhang mit folgenden Konflikthintergründen geeignet:

  • Konflikte, die sich spontan, situativ ereignen; vor denen einander Beschuldigter und Opfer nicht oder kaum gekannt haben (Beispiel Konflikte in Lokalen oder im Straßenverkehr)
  • Straftaten, die sich in aufrechten oder beendeten Paarbeziehungen ereignen (zum Beispiel häusliche Gewalt); sowohl wenn die Paare eine gemeinsame als auch eine getrennte Zukunft anstreben
  • Konflikte, die sich im Gemeinwesen oder erweiterten Bekanntenkreis ereignen
  • Konflikte in oder zwischen formellen oder informellen Gruppierungen
  • Konflikte im Familien- oder Verwandtschaftskreis
  • Konflikte im Nachbarschaftsbereich
  • Konflikte zwischen Schul-, Studien- oder Arbeitskollegen


Besonders geeignet ist der Tatausgleich für Fälle, in denen auch persönlicher Regelungsbedarf zwischen den Betroffenen besteht. Dabei geht es in erster Linie um  die Erarbeitung von Vereinbarungen zur Bereinigung des Vorfalls. Aber auch Lösungen für eine  Zukunft ohne Straftaten (z. B. Nachbarschaftskonflikte) oder die Erarbeitung eines anderen Verhaltens in künftigen Konfliktsituationen kann Thema im Tatausgleich sein. (Beispiel: Körperverletzung im Zuge einer Auseinandersetzung).

NICHT geeignet ist der Tatausgleich bei

  • Bagatelldelikten
  • auffälligen psychosozialen Problemlagen des Beschuldigten, die eine Betreuung und/oder längerfristige Bearbeitung erfordern (--> Probezeit mit Bewährungshilfe)
  • bereits lange verfestigten Verhaltensweisen des Beschuldigten, von denen anzunehmen ist, dass sie zur Begehung der ihm vorgeworfenen Tat geführt haben (--> Probezeit mit Bewährungshilfe)

 

An wen richtet sich der NEUSTART Tatausgleich?

Zielgruppe des Tatausgleichs sind  Beschuldigte einer Straftat und deren Opfer.

Welche Ziele verfolgt der NEUSTART Tatausgleich?

Ziel des Tatausgleichs ist die persönliche Bereinigung der Straftat zwischen Beschuldigtem und Opfer, die Wiederherstellung des Rechtsfriedens sowie eine faire Einigung über die Schadenswiedergutmachung. Die unmittelbare Folge eines gelungenen Tatausgleichs ist die Einstellung des Strafverfahrens auf Grund des Berichts der Konfliktreglerin oder des Konfliktreglers. Durch Normverdeutlichung und Konfrontation mit den Folgen der Straftat soll bei Beschuldigten ein Lerneffekt erzielt werden: Sie oder er soll künftige Konfliktsituationen frühzeitig erkennen und so reagieren, dass Straftaten vermieden werden können. Wissenschaftliche Untersuchungen können diesen Effekt des Tatausgleichs belegen (z.B. Studie Legalbiografien von NEUSTART Klienten, Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie, Hofinger/Neumann, 2008, Replikation 2014).
Opfer sollen in einer verständnisvollen und angstfreien Atmosphäre ihre Erwartungen und Wünsche an eine faire und nachhaltige Bereinigung formulieren können. Opfer genießen im Rahmen des Tatausgleichs besondere Aufmerksamkeit und besonderen Schutz, um eine sekundäre Viktimisierung im Verfahren (das heisst, das Opfer wird durch Art der Verfahrensführung nochmals zum Opfer) zu vermeiden.

Wie sieht der Tatausgleich konkret aus?

Die am Tatausgleich Beteiligten werden schriftlich eingeladen. Sowohl mit dem Opfer als auch mit dem Beschuldigten werden zuerst Einzelgespräche geführt, um sie über den Tatausgleich zu informieren sowie ihre Sichtweise des Vorfalls sowie Vorstellungen und Wünsche zur Bereinigung kennenzulernen. In der Regel findet auch ein Ausgleichsgespräch unter Anleitung der Konfliktreglerin oder des Konfliktreglers statt, wenn das Opfer sich nicht dagegen ausspricht.

Eine Vereinbarung zwischen Beschuldigtem und Opfer wird innerhalb von drei Monaten angestrebt. Diese Vereinbarung wird schriftlich festgehalten, ihre Einhaltung wird von NEUSTART kontrolliert.

Die zuweisende Staatsanwaltschaft oder das Gericht erhalten jedenfalls innerhalb von längstens drei Monaten einen Bericht über das Ergebnis beziehungsweise den Stand des Tatausgleichs.

Das Opfer wird über die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Opferschutzeinrichtungen informiert.

Was folgt nach dem Tatausgleich?

Wenn der Tatausgleich gelungen ist und die Voraussetzungen für die Einstellung des Strafverfahrens vorliegen, entscheidet die Staatsanwaltschaft oder das Gericht über die Einstellung des Strafverfahrens. Wenn es zu keinem Tatausgleich kommt, wird das Strafverfahren aller Wahrscheinlichkeit bei Gericht fortgeführt.

Welche Leistungen erbringen NEUSTART Konfliktregler?

  • Konfliktregler informieren die Beteiligten über die Möglichkeiten und Auswirkungen eines Tatausgleichs
  • begleiten die Beteiligten mit den Mitteln der Mediation durch den Tatausgleich
  • achten auch deren Bedürfnisse, Wünsche und Sicherheit
  • machen bei Bedarf hilfreiche Vermittlungsangebote (rechtliche Beratung, spezielle Beratungsangebote z.B. für Opfer oder Gewaltberatung, ... )
  • achten darauf, dass die Beteiligten gut über ihre Möglichkeiten Bescheid wissen und so über die Grundlage für die Entwicklung guter, nachhaltiger Lösungen verfügen
  • übernehmen die rechtlich verbindliche Formulierung getroffener Vereinbarungen
  • überprüfen deren Einhaltung
  • binden sonstige Beteiligte (Angehörige, Vertrauenspersonen, Rechtsanwälte, ...) bei Bedarf angemessen in den Tatausgleich ein
  • sind während des Tatausgleichs immer Ansprechperson für alle Beteiligten
  • versuchen, die Interessen aller Beteiligten zu eruieren und in der Vereinbarung zur Konfliktbereinigung zu berücksichtigen
  • sind verpflichtet, über Verlauf und Ergebnisse an Staatsanwaltschaft oder Gericht schriftlich zu berichten


Bei besonderen Fallkonstellationen (z.B. häusliche Gewalt, fallweise auch bei Nachbarschaftskonflikten, besonderer Eskalation) arbeiten Konfliktregler zu Zweit in Co-Mediation, um den besonderen Anforderungen des Falls gerecht werden zu können.

So lange der Tatausgleich nicht abgeschlossen ist, wird diese Strafsache von Staatsanwaltschaft oder Gericht nicht fortgeführt.

Welche Erwartungen kann der NEUSTART Tatausgleich erfüllen?

Voraussetzung für die Einigung in einem Tatausgleich ist die Einwilligung zur Teilnahme am Tatausgleich. Das Opfer muss in der Regel der Durchführung und auch den Ergebnissen der Vereinbarung zustimmen. Die oder der Beschuldigte hat die Verantwortung für die Tat und ihre Folgen zu übernehmen und sich um die Wiedergutmachung zu bemühen.

Die Aufhellung der Konfliktursachen sowie die gemeinsame Auseinandersetzung mit den subjektiven Sichtweisen der Konfliktparteien ermöglichen es oft, faire Lösungen für einen Konflikt zu finden und gemeinsam Verhaltensweisen in künftigen Risikosituationen zu entwickeln, die nicht wieder zu einer Straftat führen, sondern Konflikte konstruktiv lösen helfen.

Durch wen erfolgt die Zuweisung?

Die Staatsanwaltschaft oder das Gericht beauftragt die jeweils zuständige NEUSTART Einrichtung, einen Tatausgleich durchzuführen. Dort wird der Fall zur Bearbeitung einer Konfliktreglerin oder einem Konfliktregler zugeteilt.
Bei Zustandekommen einer Vereinbarung oder Nichtgelingen des Tatausgleichs wird sofort ein entsprechender Bericht an den Zuweiser gesendet, spätestens jedoch erhält der Zuweiser nach drei Monaten einen Bericht.

Modell Stalking-Stopp

Im Fall von Stalking ist der Ablauf beim Tatausgleich anders: Da der Beschuldigte das Opfer beharrlich verfolgt und gegen dessen Willen unbedingt den Kontakt sucht, ist es falsch, die Beteiligten im Tatausgleich an einen Tisch zu bringen. Vielmehr geht es in diesen Fällen darum, jeglichen Kontakt zu vermeiden. Gelungen sind solche Fälle nur dann, wenn die Kontaktaufnahmeversuche des Beschuldigten nachhaltig unterbleiben.
Die speziell entwickelte Vorgangsweise im Tatausgleich beinhaltet Risikoeinschätzung, Schutz und Vermittlung von Unterstützung für das Opfer, Beratung und Unterstützung des Beschuldigten bei Bedarf.
Der Tatausgleich wird abgebrochen, wenn es zu neuerlichen Kontaktversuchen kommt oder die Situation als gefährlich für das Opfer eingeschätzt wird.

Gesetzliche Grundlagen für den Tatausgleich

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