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Blog und Diskussion

Sind steigende Anzeigen bei Sexualdelikten alarmierend?

Jürgen Kaiser MBA - 2.10.2018 08:07

Der Anstieg um circa 1.000 Fälle oder 25 Prozent im Jahr 2017 im Vergleich zu 2015 ist auf den ersten Blick erschreckend. Was passiert da in Österreich? Sind Mädchen und Frauen viel gefährdeter als früher? Die Polizei hat die Delikte aufgegliedert. Dabei zeigt sich, dass die Anzahl der Anzeigen wegen schwerer Sexualdelikte (Vergewaltigung, Nötigung, Missbrauch) von 2013 bis 2017 in etwa gleich blieb. Trotz „Flüchtlingswelle" und Bevölkerungszuwachs.

 

 

Die Steigerung beruht vor allem auf einer Zunahme der Anzeigen wegen sexueller Belästigung seit 2016. Das war das Jahr, in dem erstmals die Erweiterung des § 218 Strafgesetzbuch („Grapsch-Paragraf") zur Geltung kam. Damit können sich seit 2016 die meist weiblichen Opfer endlich auch mit einer Anzeige gegen solche Übergriffe wehren. Dass Opfer das auch getan haben, sieht NEUSTART positiv, denn gerade Sexualdelikte beeinträchtigen das weitere Leben von Opfern massiv. Bei allen Sexualstraftätern, die NEUSTART zugewiesen werden, wird in hoher Frequenz und mit spezieller Methodik daran gearbeitet, dass sie rückfallfrei bleiben können.

 

Auch in früheren Jahren gab es sexuell motivierte Grenzüberschreitungen – nur war das damals noch nicht durch ein Gesetz als No-Go deutlich gemacht. Hoffentlich ist der achtprozentige Rückgang der Belästigungs-Anzeigen von 2016 auf 2017 ein Trend in die Richtung, dass mehr Männer begriffen haben, dass sexuelle Übergriffe jeglicher Art Konsequenzen nach sich ziehen.

 

Jürgen Kaiser MBA ist Leiter des Zentralbereichs Sozialarbeit von NEUSTART

 

 

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