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Blog und Diskussion

Aggression hinterfragen

Alexander Grohs MSc - 19.9.2018 07:39

In Gesprächen zum Thema Gewalt und Aggression kommt man früher oder später zum Punkt: „Er – oder sie – hat Aggressionen in sich gehabt, deswegen war er – oder sie – auch aggressiv." Kann man Aggressionen also einfach umlenken und anders ausleben? Ich denke nicht. „Aggressionen" sind keine frei fluktuierenden Kräfte, unterliegen nicht den Gesetzen der Physik und sind auch keine Energien, die uns fremdsteuern.

 

Ebenfalls populär ist die Ansicht, dass Aggression eine Reaktion auf negative Erlebnisse darstellt. Das kann zutreffen. Umgekehrt kann es auch sein, dass aggressives Verhalten eine Ursache für negative Erlebnisse an sich ist. Oder ich denke an die Behauptung, dass sich eine Klientin oder Klient in Gesprächen immer aggressiv verhält. Ist es wirklich so und jemand hat sozial-kognitiv ein entsprechendes Verhalten gelernt, oder liegt es am interpersonellen Verhalten in einem bestimmten Setting? Aggressives Benehmen hat Ursachen und Gründe. Deshalb muss das Kernelement bei der Frage nach den Gründen für aggressives Verhalten bei Klientinnen und Klienten die Frage nach dem „Warum" sein.

 

Diese Fragestellung ist ein zentraler Teil der opferschutzorientierten Täterinnen- und Täterarbeit bei NEUSTART. Sei es im Einzelsetting in der Bewährungshilfe bei der Deliktbearbeitung oder im Gruppensetting beim Anti-Gewalt-Training. Die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei NEUSTART begleiten und unterstützen die betreffenden Klientinnen und Klienten bei der Ursachensuche für ihr Verhalten. Dann können mit ihnen gemeinsam neue Konzepte und Handlungsmöglichkeiten entworfen, erprobt und umgesetzt werden. Ein weiterer Baustein, um die Gesellschaft sicher zu machen.

 

Alexander Grohs MSc ist Leiter von NEUSTART Niederösterreich und Burgenland

 

 

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Zu diesem Beitrag gibt es |1 Kommentar|

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Kommentare zu diesem Beitrag:

Marion Maier schrieb am 29.11.2018 08:39

Interessanter Ansatz, dass Verhalten die Wahrnehmung determiniert.
Aggressionen als destruktiver Ausdruck von Lebendigkeit, sich spüren?
Qualitative Studien könnten Licht ins Dunkel bringen.
Marion Maier