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Blog und Diskussion

Wegweisung als Chance wahrnehmen

Miriam Zillner BA MSc - 20.6.2018 09:42

Kaum eine Woche vergeht ohne Nachricht über eine Gewalttat in Paarbeziehungen. Die Suche nach Gründen und Lösungen bleibt meist aus. Eine Eskalation der Gewalt ist in den meisten Fällen der Höhepunkt mehrerer gewalttätiger Auseinandersetzungen. Diesen folgt oft eine Wegweisung.

 

Das sofort in einer Krisensituation wirksame Schutzinstrument „Wegweisung und Betretungsverbot" (§ 38a Sicherheitspolizeigesetz) führt zu sofortigem Ende der Gewalt, aber nicht zwangsläufig zu einer Deeskalation und zum Ende der Gefährdung. Für Opfer bedeutet die Wegweisung zwar eine Entlastung, aber auch Unsicherheit und Angst. Alle Opfer wollen, dass die Gewalt endet. Aber nicht alle wollen die Beziehung beenden. Es ist daher auch für die Opfer wichtig zu wissen, dass jemand mit dem Gefährder oder der Gefährderin arbeitet.

 

Für Gefährdende führt die Wegweisung zu einer Krise. In dieser existenziell bedrohlichen, emotionalen und dadurch sehr gefährlichen Krise bleiben Weggewiesene sich selbst überlassen. Ohne Unterstützung in eskalierten Situationen geben sie gerne dem Opfer die Schuld für ihre als misslich erlebte Lage. Ohne aktive Unterstützung, die Gewaltanwendung zu reflektieren, Verantwortung zu übernehmen und Handlungsalternativen zu entwickeln, bestehen weitere Risiken für das Opfer, dass weitere aggressive Handlungen angedroht und gar umgesetzt werden.

 

Seit Jahren gibt es ein von NEUSTART ausgearbeitetes Konzept für die Arbeit mit Weggewiesenen. Krisenhilfe und Anti-Gewalt-Arbeit stellen Unterstützungsangebote für Weggewiesene dar und zielen gleichzeitig auf nachhaltigen Schutz und Sicherheit der Opfer ab. Die soziale Arbeit mit Weggewiesenen soll deren Risiko verringern, unbedacht und neuerlich destruktiv auf die Wegweisung zu reagieren. Empörungswellen auf zahlreiche tödliche Angriffe mögen vielleicht ausbleiben, weil wir uns daran gewöhnt haben. Dieser Resignation sollte dringend entgegengewirkt werden. Jeder dieser Fälle ist eine Tragödie und zeigt, wie dringend Krisenhilfe für Weggewiesene ist.

 

Miriam Zillner BA MSc ist Leiterin des Zentralbereichs Sozialarbeit von NEUSTART

 

 

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Zu diesem Beitrag gibt es |2 Kommentare|

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Kommentare zu diesem Beitrag:

Miriam Zillner schrieb am 29.06.2018 08:50

Sehr geehrter Herr Kühbauer,
vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir schätzen die Arbeit der Männerberatungen sehr und halten unsere Zusammenarbeit für die Verwirklichung unserer gemeinsamen Ziele als sehr wichtig.
Mit freundlichen Grüßen
Miriam Zillner

Bernd Kühbauer schrieb am 21.06.2018 09:24

Sehr geehrte KollegInnen von Neustart!
Die Männerberatung Wien bietet seit Jahren Hilfe für weggewiesene Männer an. Auch ich bin davon überzeugt, dass die Arbeit mit TäterInnen ein wichtiger und unerlässlicher Beitrag für den Opferschutz darstellt.
MfG...