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Blog und Diskussion

Der Ruf nach strengen Strafen

Nikolaus Tsekas - 23.5.2018 08:43

„Jetzt ist schon wieder etwas passiert", schreibt Wolf Haas in seinen „Brenner Krimis". In den letzten Wochen schockierten uns besonders grauenhafte Verbrechen. Eine ermordete Frau, deren Leiche im See entsorgt wird; ein Kind, das von einem 16-Jährigen umgebracht wird; eine Frau, die auf der Straße von ihrem Mann erstochen wird. Die Reaktionen sind Fassungslosigkeit und Ohnmacht. „Jetzt ist schon wieder etwas passiert" – diese Worte schaffen literarisch den Beginn einer spannenden Geschichte. In der Realität bedeuten sie unsagbares Leid für die betroffenen Opfer oder für die hinterbliebenen Angehörigen. In der Öffentlichkeit wird der Ruf nach strengeren Strafen laut.

 

Die Wissenschaft beschreibt in Studien, was die Statistik in Zahlen belegt: Kriminalität geht allgemein zurück. Insbesondere im Bereich der Gewaltkriminalität leben wir in Österreich im Jahr 2018 so sicher wie noch nie. Alle Expertinnen und Experten sind sich einig, dass strengere Strafen derartige Verbrechen nicht verhindern würden. Bei aller Betroffenheit müssen wir den bewährten Weg weitergehen: Prävention zur Aufklärung und Verhinderung, bevor „etwas passiert ist". Opferschutz zur bestmöglichen Unterstützung für Opfer, wenn „etwas passiert ist". Täterarbeit im Sinne der (Re-)Sozialisierung, nachdem „etwas passiert ist". Die wirksamste Reaktion auf Straffälligkeit kann nur die individuelle Auseinandersetzung mit dem Einzelfall sein und die bestmögliche Sanktion zum Schutz jeder und jedes Einzelnen und der Gesellschaft. Dieser Weg ist aufwändig und komplex und deshalb nicht plakativ beschreibbar. Die Verhinderung von Kriminalität muss ein gemeinsames Ziel sein, darf aber nicht in scheinbar einfachen Antworten enden.

 

Der Ruf nach strengen Strafen ist zwar verständlich, bringt aber belegbar nicht mehr Sicherheit. NEUSTART kann aufgrund jahrzehntelanger Erfahrung mit vielfältigen Angeboten auf jede Straftat im Sinne des Opferschutzes reagieren. Wir werden trotz aller Anstrengungen zwar immer wieder erleben, „dass etwas passiert"; wir wissen aber auch, dass gezielte und personenbezogene Hilfe ermöglicht, eine Wende zum Guten zu bewirken.

 

Nikolaus Tsekas ist Leiter von NEUSTART Wien 1

 

 

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Zu diesem Beitrag gibt es |1 Kommentar|

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Kommentare zu diesem Beitrag:

Reisinger schrieb am 10.06.2018 17:21

Wir betroffene Menschen zu denen ich mich zählen darf, fordern nicht strengere Strafen, sondern einen Mindeststrafrahmen ab 3 und ab 5 Jahre! Damit diese bedingten und Teilbedingten Aufforderungsstrafrahmen zum Weitermachen endlich einmal aufhören! Und das die Verjährungsfrist ganz wegfällt wie bei Mord. Und meine Forderung geht hier weiter, wenn sie frei herumlaufen; müssen sie auf einer Webseite veröffentlicht werden, vom Justizministerium; oder Innenministerium ins Netz gestellt wie es Polen, die USA und einige Länder der EU schon machen!
Damit diese sexuell sadistischen Triebtäter endlich an ihren derzeitigen Möglichkeiten doch etwas eingeschränkt werden und der effektivste Schutz für Kinder in Österreich gewährleistet werden kann!
Damit sich jede alleinstehende Mutter über ihren neuen Freund erkundigen kann über sein Vorleben und nicht wie bisher Gefahr läuft an einen Kinderschänder zu geraten. Nur ein Beispiel das die Veröffentlichung von Sexverbrechern positives aufweisen würde.
Sie können auf meiner Webseite weiterlesen:
www.gegensexuellegewalt.at