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Blog und Diskussion

Nur Prävention verhindert Sexualdelikte

Mag. Klaus Priechenfried - 14.3.2018 08:02

Sexualdelikte gehören zu den schlimmsten Delikten, die wir kennen. In erster Linie für die Opfer selbst. Danach auch für alle, die sich aufgrund des Bekanntwerdens ängstigen. Daher gehört es zu den wichtigsten Aufgaben der Verbrechensbekämpfung und -bewältigung, alles zu tun, damit weniger Sexualdelikte passieren und die Opfer so gut zu versorgen, dass sie diese Erfahrung optimal verarbeiten können.

 

Aber – wie verhindert man Sexualdelikte? Sexualtäter sind in überwiegender Zahl erstmalige Sexualtäter. Mit großer Wahrscheinlichkeit bleibt es auch bei diesem einen Mal. Die Wiederverurteilungsstatistik zeigt 3,5 Prozent einschlägigen Rückfall (Quelle: Statistik Austria). Das ist eine der niedrigsten einschlägigen Rückfallquoten, die wir kennen. Bei Vermögensdelikten beträgt sie 23 Prozent, bei Körperverletzung 21 Prozent. Daraus folgt, dass wir mit unserer strafrechtlichen Reaktion auf Sexualdelikte in 96,5 Prozent der Fälle erfolgreich sind. Der Mix aus Sanktion, Therapie, sozialer Kontrolle durch Bewährungshilfe und eventuellen weiteren Auflagen funktioniert also weitgehend. Da jeder einzelne Rückfall schrecklich ist, versuchen wir diese gute Zahl weiter zu steigern. Auch wenn uns das gelingt, beeinflussen wir damit aber die Zahl der Sexualdelikte nur gering, weil die Mehrzahl der Täter, wie beschrieben, Ersttäter sind.

 

Wie verhindern wir Sexualdelikte, wenn die Täter bislang unauffällig waren? Die Antwort kann nur Prävention sein. Aufklärungsarbeit, die keinen Zweifel an der sexuellen Selbstbestimmung jedes Menschen lässt. Verdeutlichen, dass ein Übergriff auf den Körper oder das sexuelle Empfinden eines anderen Menschen in keiner Situation ein Kavaliersdelikt sein kann. Es geht um ein in der Alltagskultur verankertes Selbstverständnis, das durch Haltungen, Handlungen und durch Erziehung immer wieder gefestigt werden muss. Wir haben da schon Fortschritte gemacht. Sexuelle Übergriffe, die einst toleriert oder als Spaß abgetan wurden, sind heute Gegenstand von Kommissionen, die solche Phänomene aufarbeiten und gegebenenfalls auch nachträglich noch verfolgen. Dieses kulturelle Selbstverständnis immer wieder zu bestätigen und zu sichern, nicht zuzulassen, dass es sich abschleift und untergraben wird, das ist der Schlüssel zum Erfolg bei der Bekämpfung von Sexualdelinquenz.

 

Mag. Klaus Priechenfried ist Leiter von NEUSTART Wien 2

 

 

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