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Blog und Diskussion

Gewalt stoppen durch Lernen von Grenzen

Alfred Gschwendner - 8.11.2017 11:04

Das Thema Sicherheit ist auch nach den Wahlen ein zentrales politisches Thema. Im Bereich der Kriminalität sind die angezeigten Straftaten seit 2007 deutlich zurückgegangen und es gibt eine eindeutige Tendenz: Die Kriminalität sinkt und die Zahl der aufgeklärten Straftaten steigt an. Das gilt auch für den Bereich der Gewaltdelikte.

 

Trotz der eindeutig positiven Zahlen gibt es den politischen Willen, den Strafrahmen bei Gewaltdelikten weiter zu erhöhen. NEUSTART hat dazu die Position, dass diese Vorgangsweise nicht zielführend ist, da sie keine positive Wirkung auf Rückfälle hat. Alle Studien zeigen, dass sozial konstruktive Maßnahmen wie Anti-Gewalt-Training, Tatausgleich oder Bewährungshilfe mit intensiver Deliktverarbeitung besser wirken als eine reine Strafe bei Gericht.

 

Nur ein geringer Teil der Gewalttäter zieht von sich aus die Konsequenz und übernimmt Verantwortung für die Straftat und nimmt Unterstützung an. Daher brauchen wir die Justiz, die Menschen verpflichtet, im Sinne der Opfer Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und keine Gewalt mehr auszuüben. Geldstrafen oder bedingte Haftstrafen alleine bedeuten keine Grenzen für Gewalttäter. Unbedingte Haft schiebt ein massives Problem nur auf oder kaschiert es.

 

Für viele Täter wäre eine bedingte Haftstrafe oder die Bezahlung einer Geldstrafe weitaus einfacher, als sich mit dem eigenen Fehlverhalten auseinanderzusetzen. Aber nur die intensive Bearbeitung der eigenen Gewalt und das Erlernen von gewaltfreien Handlungsweisen können Rückfälle verhindern. Im Rahmen einer angeordneten Bewährungshilfe und der Weisung zu einem Anti-Gewalt-Training können diese Themen auch in einem Zwangskontext bearbeitet werden.

 

Wie der Blick auf die Zahlen der letzten zehn Jahre im Bereich der Gewaltkriminalität zeigt, ist der Weg der Kooperation und intensiven Zusammenarbeit zwischen Justiz und Sozialarbeit erfolgreich. Wirkungsvoller Opferschutz braucht die intensive Arbeit mit Tätern.

 

Alfred Gschwendner ist Leiter von NEUSTART Kärnten

 

 

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