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Blog und Diskussion

Betreuen während der Corona-Krise

Dr. Kristin Henning - 22.4.2020 12:56

Nach Ankündigung der Ausgangsbeschränkungen – in Tirol ja strenger als im Rest Österreichs – ist es uns binnen weniger Stunden erfolgreich gelungen, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Arbeiten zu Hause umzustellen. Die größere Herausforderung war jedoch, in den ersten Tagen alle Klientinnen und Klienten proaktiv zu kontaktieren und zu unterstützen.

 

Für viele ist durch die wirtschaftlichen Einschränkungen ihr Einkommen weggefallen, da sie frühzeitig ihre Saison im Gastgewerbe beenden mussten. Eine neue Anstellung ist nicht in Sicht. Für manche bedeutete der Arbeitsverlust auch die Obdachlosigkeit, da das Personalzimmer weggefallen ist. Gleichzeitig sind die üblichen Abläufe nicht mehr selbstverständlich. Welche Wohneinrichtung oder Notquartiere können Klientinnen oder Klienten überhaupt aufnehmen? Alle Kolleginnen und Kollegen sind daher damit beschäftigt, sich laufend ein Bild über die sich ständig verändernde Situation zu machen und Lösungen unter den geänderten Rahmenbedingungen zu finden. Eine enge Abstimmung mit Justiz und Vollzug ist natürlich ebenso wichtig.

 

Durch die Einrichtung eines Notbetriebs in der Einrichtung können wir Unterstützungen, bei denen persönliche Anwesenheit notwendig ist, sicherstellen. Hierzu gehören die Annahme und Ausgabe von Post für obdachlose Personen genauso, wie die Auszahlung von Geldern, solange die Personen über kein eigenes Konto verfügen. Um das hohe Rückfallrisiko unmittelbar nach Haftentlassung zu minimieren, ist es wichtig, sehr schnell zu unterstützen: Wenn die Existenz nicht gesichert ist, Menschen keine Unterkunft oder Krankenversicherung haben, jedoch dringende medizinische Versorgung benötigen, erhöht dies das Rückfallrisiko. Die gute Zusammenarbeit mit Behörden und Kooperationspartnerinnen und -partnern ermöglicht uns, die Klientinnen und Klienten möglichst auf kurzem Weg bestmöglich zu unterstützen.

 

Menschen im elektronisch überwachten Hausarrest sind im Fall von Arbeitslosigkeit in einer besonders prekären Situation, da der Jobverlust in der Regel den Verlust des Hausarrests bedeutet. Auch wenn hier vom Strafvollzug zurückhaltend vorgegangen wurde, war es wichtig, möglichst schnell neue Arbeit zu finden (zum Beispiel im Lebensmittelhandel beziehungsweise im Lager), da die Betroffenen sonst kein Einkommen und keine Krankenversicherung haben. Grundsätzlich stehen Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung nämlich Personen im Hausarrest nicht zu. Existenz- und Zukunftsängste, die Enge in den Wohnungen, aber auch der Druck, der durch Homeoffice und Homeschooling zu Hause entstehen kann, können Aggressionen und Gewalt fördern. Durch proaktive Kontaktaufnahme mit unseren Klientinnen und Klienten beugen wir Eskalationen vor und schaffen Entlastung. Ziel ist es sicherzustellen, dass potenzielle Opfer geschützt sind.

 

Parallel zu dieser neuen Routine ist es jedoch wichtig, Strukturen zu schaffen, die eine Steigerung der persönlichen Gespräche mit Klientinnen und Klienten zulassen, gleichzeitig aber die Vorbeugung von Ansteckungen sicherstellen. Wir freuen uns darauf, wieder vermehrt im persönlichen Gespräch unserer Arbeit nachgehen können, sind uns jedoch der Verantwortung bewusst, diese Kontakte möglichst sicher zu gestalten.

 

Dr. Kristin Henning ist Leiterin von NEUSTART Tirol

 

 

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