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Blog und Diskussion

Diskurs statt Polarisierung

Mag. Bernhard Glaeser - 11.3.2020 10:50

Die Diskussion um eine mögliche Flüchtlingskrise macht deutlich, dass sich die gesellschaftliche Kluft zwischen markanten Positionen und vermeintlichen Lagern vergrößert. Polarisierung beginnt mit Sprache. Die Sprache wird aggressiver. Positionen werden verdeutlicht, indem stark übertrieben wird und es ist zu befürchten, dass das im bevorstehenden Wiener Wahlkampf noch zunehmen wird. Emotionalisierung und Polarisierung werden als Mittel eingesetzt, um Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren. Diese Strategie bringt vielleicht Stimmen, ist jedoch für ein gedeihliches gesellschaftliches Klima kontraproduktiv.

 

Dahinter mag Kalkül von Politikerinnen und Politikern stecken; jedoch, was wird damit erreicht? Personen, die solche Bilder und Aussagen konsumieren, werden emotional angesprochen und angeregt, sich selbst öffentlich zu positionieren. Das tun sie oft über soziale Medien. Politikerinnen und Politiker wissen in der Regel sehr genau, was sie – im strafrechtlichen Sinn – sagen dürfen und was nicht. Sie kennen die rote Linie zwischen erlaubt und verboten. Wenn aber jemand auf einen Beitrag mit einem Posting im Internet reagiert, ist die Grenze zwischen freier Meinungsäußerung und Hass im Netz oft nicht bekannt.

 

Diese Erfahrung machen wir mit dem Programm Dialog statt Hass, das erfolgreich Reflexion und Bewusstseinsbildung bei Verhetzung fördert. Wir sehen immer wieder, dass den Menschen die Grenze zum Unrecht nicht bekannt ist, wenn sie in einer ersten Emotion ein Posting absetzen. Deshalb wird an dieser Stelle dringend an die Politik appelliert, Verantwortung zu übernehmen und die Menschen auf Faktenbasis über aktuelle Fragestellungen zu informieren. Es muss uns als Gesellschaft gelingen, zu brisanten Themen sachlich einen öffentlichen Diskurs zu führen, ohne dabei bereits bestehende Gräben weiter aufzureißen.

 

Hass im Netz ist für diese Regierung ein wichtiges Thema. Tragen wir alle dazu bei, dass die Eskalation von Hass nicht gefördert und gutgeheißen, sondern von Beginn an verhindert wird. Verantwortungsvolle Politik muss hier positives Beispiel sein und darf nicht mit Hetzparolen die eigenen Wählerinnen und Wähler in Gefahr bringen, unreflektiert Grenzen der Legalität zu überschreiten.

 

Mag. Bernhard Glaeser ist Leiter des Zentralbereichs Sozialarbeit von NEUSTART

 

 

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Zu diesem Beitrag gibt es |2 Kommentare|

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Kommentare zu diesem Beitrag:

Andreas Zembaty schrieb am 19.03.2020 08:26

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr!
Danke für Ihre Nachfrage. Ihre Anregung wurde umgesetzt. Auf unserer Website finden sich Grundinformationen. Ein Krisenstab tagt seit letzter Woche. Die dort besprochenen Maßnahmen werden notgedrungen immer wieder der aktuellen Lage angepasst. Grundsätzlich halten wir - gerade jetzt - proaktiven telefonischen Kontakt mit unseren Klientinnen und Klienten. In akuten Krisen ist auch ein persönlicher Face-to-Face-Kontakt möglich. In jedem Bundesland ist zumindest ein Standort geöffnet.
Alles Gute für Sie in dieser schwierigen Zeit!
Beste Grüße, Andreas Zembaty

M.K. schrieb am 13.03.2020 19:58

Das Thema "Polarisierung bzw. Diskurs" ist wahrlich sehr interessant und gesellschaftspolitisch immens wichtig ... jedoch:
Ich persönlich vermisse ein Statement bzw. eine Position zur aktuell krisenhaften Situation im Zusammenhang mit dem Corona-Virus! Auf ihrer Website kann ich dazu kein einziges Statement finden bzw. auch die "Suchfunktion" ergibt dazu keinen Treffer (Stand 13.03.2020, 19:45 Uhr).
Dazu konkret gefragt: Wie geht der Verein Neustart mit dem Thema Corona-Virus um? Gibt es dazu ein funktionierendes Krisenmanagement? Wie sorgen Sie für Ihre KlientInnen und MitarbeiterInnen?

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