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Blog und Diskussion

Hate Speech: Grenzüberschreitung mit Folgen

Mag. Laura Roth Bakk. phil. - 9.10.2019 08:22

Wie ticken die Menschen, die unser Programm Dialog statt Hass absolvieren? Was hat sie dazu bewogen, im Schutz vermeintlicher Anonymität strafrechtliche Grenzen in sozialen Medien zu überschreiten? Welche Auswirkungen hat ihr Verhalten auf jene, gegen die sich ihre Wut richtet?

 

Studienergebnisse der Stanford University und Cornell University aus dem Jahr 2017 deuten darauf hin, dass Hasspostings keiner bestimmten Gesinnung zugeschrieben werden können. Laut den Forschenden braucht es nur wenig, damit Menschen die Grenze zwischen Meinungsäußerung und Hassposting überschreiten. In ihrer Studie haben sie das Frustlevel von 667 Probandinnen und Probanden experimentell manipuliert, bevor sie ihnen Fragen nach ihrer Stimmung gestellt haben. Danach wurden die Teilnehmenden aufgefordert, sich an einer politischen Online-Diskussion zu beteiligen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit für Hasspostings steigt, je schlechter die Stimmung ist. Zusätzlich wurden mehr als 16 Millionen Forenbeiträge analysiert. Das Fazit: Hass erzeugt Hass. Auch bisher unauffällige Nutzerinnen und Nutzer ließen sich eher zu Hasspostings hinreißen, wenn eine Diskussion bereits von destruktiven Äußerungen dominiert war. Außerdem gibt es bestimmte Zeitfenster für Hasspostings. Sie treten gehäuft am Anfang der Arbeitswoche und nach Dienstschluss auf.

 

Es scheint also, dass – trotz gewisser Tendenzen – potenziell jede und jeder zur Hassposterin oder zum Hassposter werden kann, wenn die Rahmenbedingungen dafür gegeben sind. Dazu zählt, neben dem Kontext der Diskussion, vor allem die eigene Stimmungslage.

 

Die Auswirkungen von hasserfüllten und achtlos getätigten Aussagen im Netz können für die Opfer gravierend sein. Eine repräsentative Online-Befragung unter 7.349 Teilnehmenden, die im Frühjahr 2019 in Deutschland durchgeführt wurde, zeigt, dass acht Prozent der Befragten schon einmal selbst von Hate Speech betroffen waren. Besonders stark trifft es jüngere Menschen und Menschen aus Einwandererfamilien. Die Opfer berichten von negativen Folgen wie emotionalem Stress, Angst, Unruhe, Depressionen und Problemen mit dem Selbstbild, am Arbeitsplatz oder in der Schule. Insgesamt 40 Prozent aller Befragten haben schon einmal Hass im Netz wahrgenommen. Mehr als zwei Drittel haben den Eindruck, dass dieses Phänomen in den letzten Jahren zugenommen hat. Viele Nutzerinnen und Nutzer ziehen sich in der Folge aus dem Online-Diskurs zurück, bekennen sich nicht mehr zu ihrer Meinung und überlassen anderen das Feld. Darunter leiden, neben den Betroffenen, auch die Meinungsvielfalt und eine demokratische Diskussions-Kultur.

 

Mag. Laura Roth Bakk. phil. ist zuständig für Social Media bei NEUSTART

 

Webtipps
Studie „Anyone Can Become a Troll: Causes of Trolling Behavior in Online Discussions"
Executive Summary „#Hass im Netz: Der schleichende Angriff auf unsere Demoraktie"

 

 

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