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Tipps für heikle Situationen

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Blog und Diskussion

Hilfe für Opfer

Alexander Grohs MSc - 21.8.2019 10:33

„Es war schon schlimm genug, als ich zusammengeschlagen wurde. Aber schlimmer habe ich fast die Zeit danach empfunden, als ich nicht wusste, wie ich damit umgehen soll." Opfer eines Verbrechens zu sein ist für die meisten Betroffenen eine Zäsur in ihrem bisherigen Leben. Bisherige Routinen stehen auf dem Prüfstand. Gewissheiten werden in Frage gestellt. Es kann emotional und in der Lebensführung zu schweren Irritationen kommen, die subjektiv schlimmer als die Tat erlebt werden. Vor allem das Sicherheitsgefühl kann verloren gehen, wird infrage gestellt und hinterfragt.

 

Gewaltschutzzentren, Kinderschutzeinrichtungen und Opferhilfen wie der WEISSE RING sind in solchen Situationen wichtige Organisationen, die als Anlaufstellen für die Betroffenen dienen. Abgesehen von der opferschutzorientieren Täterarbeit bietet auch NEUSTART unter anderem durch Prozessbegleitung aktive Unterstützung und Hilfe für erwachsene Opfer von situativer Gewalt an. Wir informieren Opfer über ihre rechtlichen Möglichkeiten und den Ablauf im Strafverfahren, begleiten zu Aussagen und Einvernahmen und vermitteln bei Bedarf auch juristische Prozessbegleitung. Letzteres trägt durch die Vermittlung von kostenlosen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten dazu bei, dass auf eigene Rechte im Strafprozess geachtet wird. Und dass es Unterstützung bei der Geltendmachung der Ansprüche im Zivilprozess gibt.

 

Aber für viele Opfer am wichtigsten ist: Wir beraten und gehen auf Ängste und Befürchtungen ein. Professionelle psychosoziale Begleitung kann das Opfer dabei stärken, sein Leben selbstbestimmt fortzusetzen. Sie kann Rückhalt und Stabilität bieten in den Wochen und Monaten zwischen dem Vorfall und einem Abschluss im Strafverfahren. Denn es ist wichtig dem Opfer in dieser Zeit zu vermitteln: Du bist nicht allein.

 

Alexander Grohs Msc ist Leiter von NEUSTART Niederösterreich und Burgenland

 

 

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