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Blog und Diskussion

Gerecht verteilter Wohlstand senkt Kriminalität

Dr. Kristin Henning - 23.3.2016 08:18

Vor kurzem wurde wieder einmal die weltweit ungerechte Verteilung des Wohlstands sichtbar. Laut Oxfam Recherche „besitzen die 62 reichsten Menschen der Erde genauso viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen – das sind rund 3,6 Milliarden Menschen“. Oder aber auch: „Ein Prozent der Bevölkerung besitzt fast die Hälfte des Weltvermögens“.


Diese Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass es sich hier nicht „nur“ um finanziellen Wohlstand handelt, sondern dass Armut oft auch fehlende Teilhabe und grundlegende Perspektivlosigkeit bedeutet. Teilhabe an Schule und Ausbildung beziehungsweise in der Folge an Arbeit, aber auch an Krankenversicherung und medizinischer Versorgung sind nur einzelne Aspekte. Dass extreme Perspektivlosigkeit in Heimatländern neben Krieg mit eine der Hauptursachen für die großen Flüchtlingsbewegungen ist, wird gerade jetzt deutlich.


Auch viele Österreicher sind in den letzten hundert Jahren aufgrund von wirtschaftlicher Not auf der Suche nach einer Perspektive aus ihren damaligen Heimatländern hierher eingewandert. Und viele sind aus politischen Gründen oder aufgrund fehlender wirtschaftlicher Perspektiven ausgewandert. Wir sollten uns also glücklich schätzen, dass es der österreichischen Gesellschaft insgesamt so gut geht. Gleichzeitig sollten wir wachsam und sorgsam sein, die Kluft zwischen Arm und Reich, Teilhabe und Nicht-Teilhabe zu verringern oder zu schließen; denn es gibt einen Zusammenhang zwischen einem ausgebauten Wohlfahrtsstaat und niedriger Armut sowie niedriger Kriminalität. Arme sind nicht krimineller als Wohlhabende. Aber Arbeitslosigkeit, materielle Not und soziale Unterversorgung sind Risikofaktoren für das Überschreiten der Legalitätsgrenze. Gerade Arbeitsmarktpolitik und Beschäftigungspolitik haben große Bedeutung, da Arbeit und Beschäftigung wichtige schützende Faktoren sind.


Dr. Kristin Henning ist Leiterin von NEUSTART Tirol


Webtipp:

www.oxfam.de


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Zu diesem Beitrag gibt es |4 Kommentare|

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Kommentare zu diesem Beitrag:

Tim K. schrieb am 02.08.2016 11:26

Nachwuch droht Gehalt auf Hartz-4-Niveau
Ende der Wohlstands-Ära: Die Jungen werden ärmer als ihre Eltern
http://www.stern.de/wirtschaft/geld/mckinsey-studie--die-jungen-werden-aermer-als-ihre-eltern-6971346.html
oder auch ganz lecker: Verarmung als Megatrend - siehe auch: https://www.berlinjournal.biz/verarmung-kinder-aermer-als-eltern/
Laut Politik müsse man sich "integrieren" (nach Definition der Politik was das denn angeblich sei). Dazu braucht es in der heutigen Zeit üppige Geldmittel, die die meisten Leute, die angeblich "nicht integriert" sind (auch sehr viele Deutsche), gar nicht aufbringen können.
Auf einen Zusammenhang stieß die britische Soziologin Marii Peskow in der European Social Survey (ESS): Demnach sei die Bereitschaft zur Wohltätigkeit in egalitären Gesellschaften deutlich schwächer ausgeprägt, als in solchen mit großen Einkommensunterschieden. Die Erklärung dafür liege im sozialen Statusgewinn, den Wohlhabende in ungleichen Gesellschaften erfahren würden, wenn sie Schwächere unterstützten. In egalitären Gesellschaften herrsche hingegen das Bewusstsein vor, dass dank des Sozialstaats für die Schwachen schon gesorgt sei.
Faulheit gilt in den westlichen Industrienationen als Todsünde. Wer nicht täglich flott und adrett zur Arbeit fährt, wer unbezahlte Überstunden verweigert, lieber nachdenkt als malocht oder es gar wagt, mitten in der Woche auch mal bis mittags nichtstuend herumzuliegen, läuft Gefahr, des Schmarotzertums und parasitären Lebens bezichtigt zu werden.
Nein, stopp: Nur die armen Arbeitslosen fallen in die Schublade »Ballastexistenz«. Millionenerben, Banker- und Industriellenkinder dürfen durchaus lebenslang arbeitslos und faul sein. Sie dürfen andere kommandieren, während sie sich den Bauch auf ihrer Jacht sonnen.
Früher glaubten viele Menschen an einen Gott. Wie viele heute noch glauben, da oben säße einer, der alles lenke, weiß ich nicht. Das ist auch egal. Gottes ersten Platz hat im modernen Industriezeitalter längst ein anderer eingenommen: Der »heilige Markt«. Der Finanzmarkt. Der Immobilienmarkt. Der Energiemarkt. Der Nahrungsmittelmarkt. Und der Arbeitsmarkt.
Der Arbeitsmarkt ist, wie der Name schon sagt, zum Vermarkten von Arbeitskraft da. Wer kein Geld und keinen oder nur sehr wenig Besitz hat, verkauft sie. Die Eigentümer der Konzerne konsumieren sie, um daran zu verdienen. Das geht ganz einfach: Sie schöpfen den Mehrwert ab. Sprich: Der Arbeiter bekommt nur einen Teil seiner Arbeit bezahlt. Den Rest verrichtet er für den Gewinn des Unternehmers.
Arbeit verkaufen, Arbeit konsumieren: So geschieht es seit Beginn der industriellen Revolution. Denn Sklaverei und Leibeigenschaft wurden ja, zumindest auf dem Papier, abgeschafft.
Solange Furcht vor Strafe, Hoffnung auf Lohn oder der Wunsch dem Über-Ich zu gefallen, menschliches Verhalten bestimmen, ist das wirkliche Gewissen noch gar nicht zur Wort gekommen. (VIKTOR FRANKL)
Die Todsünde der Intellektuellen ist nicht die Ausarbeitung von Ideen, wie fehlgeleitet sie auch sein mögen, sondern das Verlangen, diese Ideen anderen aufzuzwingen (Paul Johnson)
Der Teufel hat Gewalt, sich zu verkleiden, in lockende Gestalt... (Shakespeare)
Das Heimweh nach der Barbarei ist das letzte Wort einer jeden Zivilisation (Cioran)
Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher (Voltaire)
Die Gefahr ist, dass die Demokratie zur Sicherung der Gerechtigkeit für diese selbst gehalten wird (Frankl)
Absolute Macht vergiftet Despoten, Monarchen und Demokraten gleichermaßen (John Adams)
Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer (Schopenhauer)
Unser Entscheiden reicht weiter als unser Erkennen (Kant)
Denn mancher hat, aus Furcht zu irren, sich verirrt (Lessing)
Die Augen gingen ihm über, so oft er trank daraus... (Goethe)
Immer noch haben die die Welt zur Hölle gemacht, die vorgeben, sie zum Paradies zu machen (Hölderlin)
So viele Gefühle für die Menschheit, dass keines mehr bleibt für den Menschen (H. Kasper)
"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" (Helmut Schmidt)

O schrieb am 20.06.2016 22:56

Zitat "Gerecht verteilter Wohlstand senkt Kriminalität" Bin ich nicht der Meinung. Kriminalität entsteht durch Verwahrlosung in der Kindes Erziehung. Wen wir nicht lernen unsere Kinder richtig zu führen wird es immer mehr Armut und Kriminalität geben.
Lest meinen Beitrag auf wir Heimkinder. "Yellowhello" ist mein Benutzer Name. Und der zweite Benutzer Name "yellohello"
http://www.wir-heimkinder.at/index.php?page=Thread&threadID=7311
lg O

Matthias Schedl schrieb am 30.03.2016 21:57

Ein weites Feld, eine immerwährende und notwendige Forderung: Gerechte Verteilung von Arbeit, Teilhabe, Bildung und Einkommen. Vielleicht ein Aspekt dazu,der bei unser aller eigener Haltung beginnt und wie er im Bericht der Armutskonferenz 2006/07 gut auf den Punkt gebracht wird:
„Wir sind keine Bittsteller, wir wollen Respekt!“, so die TeilnehmerInnen des ersten
österreichweiten Treffens von Menschen mit Armutserfahrungen, das unter dem Titel
„Sichtbar werden“ 2006 in Wien stattfand.

Michael Klingseis schrieb am 23.03.2016 13:30

Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?
Bertolt Brecht: Dreigroschenoper

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