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Blog und Diskussion

Verantwortung der Medien

Kurt Koblizek MSc - 9.3.2016 08:42

Unter dieser Überschrift findet sich in den kriminalpolitischen Positionen von NEUSTART folgender Satz: Die Medien müssen in der Rezeption von Kriminalität ihrer Verantwortung gerecht werden, Ursachen und Zusammenhänge darstellen und die bloß boulevardeske Darstellung unterlassen.


Angesichts der Realität erscheint diese Forderung absurd. Selbst in sogenannten Qualitätsmedien scheint der Wille, in genanntem Sinne zu berichten, zu sinken. Besonders im Bereich des § 278b des Strafgesetzbuches – Anführerschaft oder Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation – ist das zu beobachten. Ob manche Berichte die Bezeichnung „boulevardesk“ verdienen, kann ich nicht beurteilen. Berichte werden aber unter unzureichender Darstellung von Ursachen und Zusammenhängen verfasst, in einer Art und Weise, die Ängste bedient.


Sinkende Kriminalität (siehe Sicherheitsbericht 2014 des Bundesministeriums für Inneres) trägt offensichtlich nicht zur Steigerung des Sicherheitsgefühls bei. Warum sonst bewaffnen sich Österreicher immer mehr, warum werden Bürgerwehren gegründet? Fakten können es eben schwer mit Emotionen aufnehmen. Aber woher kommen diese Emotionen?


Menschen hören, sehen und lesen Medien. Mehr und mehr wird auch aus Sozialen Medien erfahren. Das Vertrauen gilt, im Zweifelsfall, aber doch den journalistisch aufbereiteten Medien. Obwohl: Auch das ändert sich. Laut dem Eurobarometer, der Marktforschung der Europäischen Union, sinkt das Vertrauen in die Medien kontinuierlich. Nichtsdestotrotz werden Nachrichten und damit auch transportierte Emotionen konsumiert – eine Tatsache, der sich Journalistinnen und Journalisten gerade heute selbstkritisch stellen müssen. Die Verantwortung für inhumane Stimmungen darf nicht alleine auf die Nachrichtenkonsumenten geschoben werden. Auch die Sender der Nachrichten müssen überlegen, was und wie sie kommunizieren und welchen Effekt das auslösen kann.


Darum sind in Zeiten zunehmender Verunsicherung die Medien aufgefordert, sich noch mehr an Fakten zu halten und Zusammenhänge darzustellen, so schwierig und quotenhinderlich es sein mag. Die gesamtgesellschaftliche Verantwortung muss auch von den Medien wahrgenommen werden. NEUSTART sieht sich dabei als Kooperationspartner, der sachlich über die Sozialarbeit im Bereich der Kriminalität Auskunft gibt.


Kurt Koblizek MSc ist Leiter von NEUSTART Niederösterreich und Burgenland



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Zu diesem Beitrag gibt es |1 Kommentar|

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Kommentare zu diesem Beitrag:

Valere Schramm schrieb am 09.03.2016 10:14

Danke für ihren Blogeintrag.
Besonders im Zusammenhang mit Kriminalität und Geflüchteten wird die im Blogeintrag angesprochene mediale Emotionsübertragung sehr deutlich. Leider wird auch zunehmend eine unkritische Haltung gegenüber kleineren, sehr populistischen Medienagenturen, die sich besonders über soziale Medien verbreiten, eingenommen. In Deutschland ist sogar beobachtbar, dass sie den "großen" Medien z.T. mehr Bedeutung zugemessen wird.
Es wird deutlich, dass wir als Gesellschaft noch lernen müssen mit den neuen Medien umzugehen und dies sollte Teil jedes Bildungsprogrammen werden.

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