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Blog und Diskussion

Gesamtkriminalität sinkt trotz Flüchtlingswelle

Mag. Klaus Priechenfried - 24.2.2016 07:23

Einem Vorbericht der Polizei zur Kriminalstatistik für 2015 und auch einer Aussendung der Wiener Polizei ist zu entnehmen, dass die Kriminalität in Österreich, so wie sie sich in der Anzeigenstatistik abbildet, gesunken ist. Es gab in Summe weniger Anzeigen als 2014, obwohl in den Medien und in den Wortmeldungen etlicher Protagonisten in Medien und Politik durch die Flüchtlingswelle eine eklatante Steigerung der Kriminalität in Österreich befürchtet wurde.


Besonders interessant ist, dass die Anzahl an Asylwerbern in Österreich auf das Dreifache gestiegen ist, während die durch sie begangenen Delikte (genauer gesagt die gegen sie gemachten Anzeigen) nur geringfügig gestiegen sind. Das bedeutet, dass von diesem Personenkreis ein deutlich geringerer Kriminalitätsdruck ausgeht als von der hier ansässigen Bevölkerung.


Natürlich bedeutet das nicht, dass die große Anzahl an Asylwerbern aus Ländern mit anderem kulturellen Hintergrund keine Herausforderung an die österreichische Gesellschaft darstellt. Es ist aber schon ein Hinweis darauf, dass es nicht notwendig ist, aus einzelnen Straftaten, die plakativ aufbereitet und zur Panikmache verwendet werden, auf eine übergroße Bedrohung zu schließen. Uns bleiben Aufgaben zu erledigen mit der Bewältigung des Stroms an Hilfesuchenden aus den Kriegsgebieten. Die derzeitig absehbare Kriminalitätsentwicklung deutet darauf hin, dass diese Aufgaben bewältigbar sein werden. Damit das auch so bleibt, sind wir als Gesellschaft und ist die Politik dringend gefordert, Perspektiven für diese Menschen zu schaffen.


Mag. Klaus Priechenfried ist Leiter von NEUSTART Wien 2



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Zu diesem Beitrag gibt es |2 Kommentare|

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Kommentare zu diesem Beitrag:

Klaus Priechenfried schrieb am 26.02.2016 11:37

Liebe Frau Gabi!
Danke für Ihren Kommentar!
Viele Details in der Kriminalitätsentwicklung wären interessant, aber die sind nicht so leicht zu haben. Dazu kommt, dass die polizeiliche Kriminalstatistik eine Anzeigenstatistik ist. Nicht jedes angezeigte Problem ist aber ein Delikt, umgekehrt gibt es Delikte, die nicht angezeigt werden. Studien über vergleichbare Situationen kommen zum Schluss, dass in der Umgebung von Flüchtlingsunterbringungen kein erhöhter Kriminalitätsdruck ist, es kann aber natürlich bei sehr hohen Zahlen trotzdem zu einem "fremdeln" der ansässigen Bevölkerung und einer damit einhergehenden Verunsicherung kommen. Immer wieder zeigt sich, dass das subjektiv wahrgenommene Sicherheitsgefühl von solchen Reaktionen stärker bestimmt wird, als von der wirklichen Kriminalitätshäufigkeit. Erst jüngst konnte eine deutsche Studie zeigen, dass die erste Einwanderergeneration sehr angepasst ist und weniger Kriminalität erzeugt als die Stammbevölkerung.

Gabi schrieb am 24.02.2016 09:26

Erfreulich! Gibt es aber auch detailliertere zahlen wie sich die Kriminalität im Umfeld größerer Flüchtlingsheime (ab 500) und in diesen selbst entwickelt hat? Zum Beispiel ob in Zeiten mangelhafter Unterbringung (Hitze, Zelte etc) die Kriminalität angestiegen ist?