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Blog und Diskussion

Deutsch in der Pause

Alfred Gschwendner - 4.11.2015 10:19

Die neue Regierung in Oberösterreich hat sich als eine der ersten Maßnahmen im Arbeitsübereinkommen auf die Schulsprache Deutsch geeinigt und meint damit auch die Pausengespräche unter den Schülern. Dieses Vorgehen steht klar im Widerspruch zur europäischen Menschenrechtskonvention.


Bildungstheoretisch ist die Deutsch-Verordnung laut Aussage von Experten nicht sinnvoll. Das Beherrschen der Familiensprache ist die beste Voraussetzung und ein großer Vorteil für den Erwerb einer weiteren Sprache. Die Maßnahme ist auch rechtlich nicht sanktionierbar. Politisch wünscht man sich bei Übertretungen (Anwendung von Bilingualität in der Pause) die Eintragung ins Klassenbuch und Vorladungen von Eltern in die Schule.


Kürzlich wurde ich beim Besuch des Widerstandsmuseums Persmanhof in Bad Eisenkappel von einer ganz anderen Seite mit dem Thema – deutsche Sprache und Schule – konfrontiert. Die Nationalsozialisten haben ab 1942 in den zweisprachigen Gebieten im Südkärntner Raum die slowenische Sprache und Kultur verboten. Die slowenischsprachigen Schüler wurden nur mehr in deutscher Sprache unterrichtet und angehalten, Angehörige und Nachbarn zu melden, die slowenisch sprechen oder kulturell aktiv sind.


Gibt eine Verordnung, wie in Oberösterreich, inhaltlich wenig Sinn, so geht es vermutlich um ein rein politisches Signal. Oft reicht ein kurzer Blick zurück in die Geschichte und die bildungstheoretische Diskussion erübrigt sich. Eine humane und tolerante Gesellschaft beinhaltet vor allem auch den Respekt vor kulturellen Unterschieden (siehe Punkt 1 des Organisationsleitbilds von NEUSTART). Davon scheinen wir uns zusehends zu verabschieden.


Alfred Gschwendner ist Leiter von NEUSTART Kärnten



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Zu diesem Beitrag gibt es |1 Kommentar|

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Kommentare zu diesem Beitrag:

barbara stehle schrieb am 15.11.2015 11:20

Nicht sanktionierbar... das schon - aber eine Manipulation der Menschen, die ohnehin schon Angst haben, bald auf dem roten Teppich knien zu müssen!
Es ist unglaublich, wie Wirtschaft und Medien uns mainpulieren können, da finde ich dann auch Angst in mir!!!
Die Schuld hätten dann die Politiker, weil jemand muss ja Schuld sein, wenn wir Demokratie nicht LEBEN.
Irgendwo habe ich gelesen - wir seien Sklaven unseres Appetits - ja da finde ich mich leider auch wieder....
Also - was tun, und wohin mit unseren Ängsten??
Es wär schon wieder Zeit für eine Arbeiterbewegung und internationale Solidarität, aber
...ich habe keine Zeit - ich muss der Wirtschaft gehorchen, mich den Medien ergeben und meinen Appetit stillen!

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