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Blog und Diskussion

Opferorientierung und Vernetzung in der Täterarbeit

Winfried Ender - 10.6.2015 09:03

Opferschutzorientierte Täterarbeit ist die strukturierte Begleitung und Beratung zur Verhaltensänderung von Männern, die in Partnerschaften gewalttätig werden. Diese findet vernetzt statt, vor allem in enger Kooperation mit Opferschutzeinrichtungen. Vertreterinnen und Vertreter von Opferschutzeinrichtungen und NEUSTART Österreich haben gemeinsam eine verbindliche Kooperationsvereinbarung zur Prävention von Gewalt an Frauen und ihren Kindern erarbeitet.


Eine formelle Kooperationsvereinbarung zwischen Täter- und Opferarbeit scheint ein historisches Ereignis zu sein. Eine Überbrückung von Gegenpolen? Politisch gesehen – vielleicht. Tatsächlich, in unserer täglichen Arbeit, hier vor Ort im Ländle – nein. Im Tatausgleich gibt es in Vorarlberg seit Gründung der Gewaltschutzstelle eine enge und sehr erfolgreiche Kooperation in der täglichen Fallarbeit und im institutionellen Austausch. Für die betreuende Täterarbeit in der Bewährungshilfe ist die nun abgeschlossene Vereinbarung zur Vernetzung der Start für eine logische Erweiterung der bisherigen sehr bewährten Zusammenarbeit.


Konkret heißt das, dass es nach einer Verurteilung mit Anordnung von Bewährungshilfe bei einem Delikt häuslicher Gewalt mit Zustimmung von Opfer und Täter zu einer Fallzusammenarbeit kommt. Opferschutz und NEUSTART erörtern gemeinsam Themenstellungen und Methoden und erarbeiten Ansätze und Lösungen im Umfeld um Rückfälle zu vermeiden (zum Beispiel, wenn Opfer und Täter weiter gemeinsam leben wollen). Hier sind neben dem fallbezogenen Austausch der Einrichtungen auch gemeinsame Gespräche von Täter und Opfer in Begleitung von Gewaltschutzstelle und NEUSTART möglich. Erste gemeinsame Fälle in Vorarlberg sind bereits in Arbeit. Die ersten Schritte sind vielversprechend.


Winfried Ender ist Leiter von NEUSTART Vorarlberg


Webtipp:

http://www.neustart.at/at/de/unsere_standpunkte/kriminalpolitische_positionen.php

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