Cookies akzeptieren
Wir verwenden Cookies für eine optimale Nutzererfahrung, Media Sharing und um Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr darüber erfahren

Tipps für heikle Situationen

Hier finden Sie viele Informationen und Antworten, wenn eine Angehörige oder ein Angehöriger von Ihnen einer kriminellen Handlung beschuldigt oder verurteilt wurde, wenn Sie gerade aus der Haft entlassen worden sind oder wenn Sie Opfer von Kriminalität geworden sind.

Online-Beratung

Sie können alle Ihre Fragen an die NEUSTART Online-Beratung stellen. Bitte erklären Sie kurz den Hintergrund Ihrer Frage und geben Sie den Wohnort und das Bundesland an. Es ist nicht notwendig, dass Sie Ihren Namen angeben – wir antworten auch gerne auf anonyme Anfragen.

Blog und Diskussion

Haftzahlen auf 5.000 senken

Alfred Gschwendner - 12.11.2014 08:38

Die Zahl der Inhaftierten in den österreichischen Justizanstalten ist seit 2008 kontinuierlich auf nahezu 9.000 Personen angestiegen. Immer wenn diese Zahl erreicht ist werden politische Entscheidungen getroffen um den Belagsstand zu senken (zum Beispiel Haftentlastungspaket), die aber leider bisher ohne nachhaltige Wirkungen blieben. Die Folgen der derzeitigen Haftzahlen in Österreich sind hohe Vollzugskosten und damit verbunden hohe Kosten für die Integration nach einer Haftentlassung – ohne zusätzlichen Mehrwert an Sicherheit. Deshalb sind 5.000 Inhaftierte in den Justizanstalten Österreichs mehr als genug.

Welche Maßnahmen können rasch zu einer Verminderung der Haftzahlen führen? Bei einer Strafdauer von unter drei Monaten sollte anstatt der Haft obligatorisch Bewährungshilfe mit der Weisung zu einer Deliktverarbeitung erfolgen. Kommt es zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Delikt und der Einleitung einer Schadenswiedergutmachung könnte die unbedingte Strafe in eine bedingte umgewandelt werden. Davon wären laut Sicherheitsbericht 2013 immerhin 413 Personen betroffen.


Durch die Ausweitung des elektronisch überwachten Hausarrests auf eine Personengruppe mit einer zu verbüßenden Strafzeit von drei Jahren könnte die Anzahl der Inhaftierten mit Fußfessel rasch auf über 1.000 im Stand erhöht werden. Die Aufrechterhaltung der sozialen Integration bei der Frontdoor-Variante spart Kosten, die sonst durch die Integrationsarbeit nach der Haftentlassung anfallen. Auch hier sollte es wieder intensive Deliktverarbeitung geben, um die Rückfallszahlen zu senken.


Die Wiederverurteilungsrate ist bei Inhaftierten, die mit regulärem Strafende entlassen werden, mit 57 Prozent sehr hoch. Eigentlich ein starkes Argument für die vermehrte Anwendung von bedingten Entlassungen (mit einer Rückfallsrate von derzeit 44 Prozent). Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, ist der elektronisch überwachte Hausarrest die optimale Voraussetzung, um nach einer auch langen Haftstrafe eine bedingte Entlassung vorzubereiten. Bei der Haftentlassenhilfe können Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter von NEUSTART gemeinsam mit den sozialen Diensten in den Justizanstalten die Voraussetzungen für den elektronisch überwachten Hausarrest (Arbeit und Wohnen) vorbereiten.


Durch eine geringere Zahl von Inhaftierten können die vorhandenen Personalressourcen im Vollzug gezielter eingesetzt werden, um die im Strafvollzugsgesetz genannten Integrationsziele zu erreichen und den Ausbau des elektronisch überwachten Hausarrests zu unterstützen. NEUSTART Sozialarbeit kann die Rückfallszahlen verbessern und somit die Sicherheit trotz massiv verringerter Zahl der Inhaftierten erhöhen.


Alfred Gschwendner ist Leiter von NEUSTART Kärnten



Zurück zur Übersicht

Zu diesem Beitrag gibt es |1 Kommentar|

Ihre Meinung zählt

Wir freuen uns über Ihren Kommentar zu diesem Blogeintrag

Kommentare zu diesem Beitrag:

Reinhard Fischer schrieb am 13.11.2014 10:43

aus meiner Sicht wäre bei diesen strafausmaß der außergerichtliche Tatausgleich zu überlegen der impliziert nämlich beides (Deliktbearbeitung -sprich Verantwortungsübernahme und Schadenswiedergutmachung)und hat auch noch dazu eine hohe Opferzufriedenheit