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Blog und Diskussion

Risse im Beton - der Film

Andreas Zembaty - 3.9.2014 14:31

Ab September in österreichischen Kinos


„Du kriegst Dich von der Straße, aber Du kriegst die Straße nicht aus Dir!“

Der Film geht an Grenzen, manchmal überschreitet er sie. So wie wir Menschen es eben tun. Grenzen bieten zwar Halt und Orientierung, gleichzeitig brauchen wir die Grenzüberschreitung, um lebendig zu bleiben. In unseren Träumen gehen wir Wege, die in Abgründe und Gipfelerlebnisse führen. Raubt man uns diese Möglichkeit, werden wir verrückt. Grenzüberschreitung durch Kriminalität wird auch mit Haft geahndet. Ein Umfeld wo für Träume kein Platz ist, der Albtraum der totalen Institution aber alltägliche Realität ist.


„Drei mal vier Quadratmeter jeden Tag, jedes Jahr. Ein Fenster so groß wie das von einem Scheißhaus. Du atmest, aber Du kriegst keine Luft und Du bist allein, so richtig allein.“

Der Hauptdarsteller zeigt, was das bewirkt: den Wunsch, um Verzeihung für die Tat zu bitten und gleichzeitig die Unfähigkeit, das dem Opfer oder dessen Angehörigen zum Ausdruck zu bringen. Lieber lässt er sich vom Opfer ins Gesicht schlagen bis er die Tränen der Verzweiflung nicht mehr zurückhalten kann. Wo Schmerz aufgrund der vielen erlittenen Verletzungen die einzige vertraute Empfindung bleibt ist oft ein erdrückendes Ohnmachtgefühl die Folge. So entsteht Angst. Und um diese Angst zu ertragen braucht es eine gelebte Distanz zu allem, was diese Ängste entstehen lassen könnte. Der beste Weg das zu erreichen ist blanke, scheinbar unmotivierte Aggression. Oft glaubt man, dass dort, wo Sprachlosigkeit herrscht, auch eine Unfähigkeit besteht, Emotionen wahrzunehmen. Die Protagonisten des Films zeigen uns das Gegenteil. Schuldgefühle, Hass, Verzweiflung, Sehnsucht nach menschlicher Wärme und einem Neubeginn – eine brisante Mischung.


„Wennst mal wem zum Reden brauchst…“

Zuversicht schafft für den Betrachter nur, dass all die Gefühle und Sehnsüchte bloß verschüttet sind. Die Angst zu scheitern überlagert zwar deren Existenz, verdrängt sie gewissermaßen. Aber letztlich lässt sich die damit verbundene Energie nicht gänzlich abtöten. Die Begegnung mit einem Menschen, das Gespräch mobilisiert diese Energie und schafft den Funken von Hoffnung und Neubeginn. Gleichzeitig entsteht die Angst, es könnte zu spät sein für den Neuanfang.


„Das Leben vergeht wie ein Scheiß-Tschick“

Wenn sich die Gefühle dann doch ihren Weg bahnen erscheint das eruptiv, schwer anzunehmen. Sie können einen überfordern, kalt lässt das aber dann keinen. So wie dieser Film.


„Ich hab versucht, mich von der Straße zu befreien“

Und was tun wir, um der „Befreiung von der Straße“ eine Chance zu geben? Es liegt an uns, keine gläsernen Gefängnismauern in Freiheit zu errichten. Kontakt dort anzubieten, wo er auch gebraucht wird, sensibel zu bleiben für die seelische Not des anderen. Wo geredet wird besteht Hoffnung!


Andreas Zembaty ist Pressesprecher von NEUSTART



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