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Blog und Diskussion

Conchita, Banken und die Politik

Kurt Koblizek MSc - 3.7.2014 07:20

Die Liste der Personen und Themen, die dieser Tage diskutiert werden, ist lang. Der Sieg von Conchita Wurst beim Song Contest erfreut die Nation wegen des Sieges, spaltet aber wegen der Person. Banken? Reden wir von etwas anderem. Und die Politik (eigentlich „die Politiker") sind sowieso Dauerbrenner von widersprüchlichen Gefühlen und Diskussionen. Und jetzt noch die Bundeshymne!


Ein Aspekt, den all diese Diskussionen gemeinsam haben, ist die regelmäßig stattfindende Grenzüberschreitung: Personen werden diffamiert, verleumdet, mit Shitstorms und Hass überschwemmt. Die Grenzen zu strafbaren Handlungen werden dabei manchmal überschritten. Die Lust, auszugrenzen, herabzuwürdigen und zu verurteilen ist nicht neu – aber trotzdem aktuell. Genauso aktuell, zeitlos und wichtig ist es, da nicht mitzumachen, sondern dagegenzuhalten.


Im Leitbild von NEUSTART heißt es: „NEUSTART tritt ein für eine humane, tolerante, demokratische und solidarische Gesellschaft, in der kulturelle Unterschiede respektiert werden, sozial Schwache aktiv unterstützt und vor sozialer Ausgrenzung bewahrt werden, Chancengleichheit – insbesondere auch von Frauen und Männern – gefördert wird, auf sozial- und normabweichendes Verhalten sachangemessen und mit Vernunft reagiert wird, konstruktiven Konfliktlösungen mit zivilen und politischen Mitteln der Vorzug vor repressiven Maßnahmen gegeben wird, ein fairer Ausgleich und die Aussöhnung zwischen den Tätern und den Geschädigten gesucht wird und mit einem Minimum an Zwang das Auslangen gefunden wird.“


NEUSTART arbeitet mit straffällig gewordenen Menschen und Opfern von Straftaten. Am Menschen orientiert und mit Vernunft. Denn nur diese Haltung bringt Lösungen. Polemik und Untergriffe, gegen wen auch immer, sind inhuman, intolerant, undemokratisch und unsolidarisch; und bringen nichts. Es wird von der Ventilfunktion des Internets gesprochen, von der Möglichkeit, sich Luft zu verschaffen. Das ist eine wichtige Funktion, die aber dort ihre Grenze hat, wo das Leben, das Eigentum und die Würde des anderen beginnen. Diese Grenzen einzuhalten, daran arbeiten wir erfolgreich mit unseren Klientinnen und Klienten. In der Praxis sehen wir, dass schwierige Probleme ohne Drohung und Gewalt zu lösen sind, dass Meinungen ohne Entwürdigung geäußert werden können und dass sich Selbstwert auch ohne Diffamierung anderer herleiten lässt. Das ist nicht immer der einfachste, aber der in Summe erfolgreichste Weg.


Kurt Koblizek MSc ist Leiter von NEUSTART Niederösterreich und Burgenland



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Zu diesem Beitrag gibt es |1 Kommentar|

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Kommentare zu diesem Beitrag:

Yvonne Czermak schrieb am 03.07.2014 10:21

Sowohl im Berufs- als auch im privaten Bereich fühle ich mich häufig mit nachvollziehbaren jedoch hinsichtlich ihrer Folgen sehr schädigenden Bedürfnissen nach "Ordnung mittels Vereinfachung" konfrontiert: Demgemäß werden Schemata entwickelt und bedient, die zwar Gefahr laufen, unsere gesellschaftliche Realität ungenügend abzubilden, die Vermeidung innerer Konflikte jedoch deutlich begünstigen. "Bewährte" Kategorien wie gut/böse, neuerdings aber auch männlich/weiblich (!) sollen, um eine reibungsfreie Zuordnung zu gewährleisten, jedenfalls Bestand haben - ein Rütteln an der Realitätsbezogenheit einer dermaßen "schlichten" Verarbeitung kann zu ungeahnten und heftigen Ausbrüchen von Feindseligkeiten an unterschiedlichen Fronten führen. Die Einarbeitung von Grautönen bzw. das Ertragen von Ambivalenz erscheint mir als eine Fähigkeit, die - gleich dem kritischen Hinterfragen - erlernt werden muss. Einige unserer Medien zielen in besonderer Weise nicht auf Informationszuwachs i. S. einer Horizonterweiterung ab, sondern unterstützen die Erhaltung undifferenzierter Menschenbilder und bestärken damit all jene, die dazu neigen, das Fremde zu fürchten und das Eigene keiner genaueren Betrachtung unterziehen zu wollen.