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Blog und Diskussion

Fußfessel für Nicht-Promis

Dr. Kristin Henning - 11.6.2014 09:15

Medial ist ja viel von Hausarrest oder Sozialdienst in prominenten Straffällen die Rede. Als erste Reaktion sind viele Menschen empört oder verwundert, dass Strafen in beträchtlichen Fällen so „glimpflich" vollzogen werden. Bei genauerem Hinschauen (ich beschränke mich auf die rechtliche Situation in Österreich, dass Haftstrafen bis zu einem Jahr im Wege des elektronisch überwachten Hausarrests vollzogen werden können) zeigt sich, dass es sich um eine sehr sinnvolle Möglichkeit handelt, kurze Freiheitsstrafen zu ersetzen.


Der elektronisch überwachte Hausarrest schafft wichtige Voraussetzungen, um negative Folgen von Haftstrafen wie Arbeitsverlust, Schulden oder eventuellen Wohnungsverlust zu vermeiden. Alles Faktoren, die einen strafrechtlichen Rückfall begünstigen können und vor allem „Nicht-Promis" treffen. Das gilt auch für die Fälle, in denen uneinbringliche Geldstrafen statt durch mehrwöchige Ersatzfreiheitsstrafen durch gemeinnützige Arbeit abgeleistet werden können.


Ich würde daher sagen, dass zwar auch sogenannte Prominente von sozial konstruktiven Alternativen der Haftvollstreckung oder Haftvermeidung profitieren; in erster Linie tun dies aber all die anderen Personen, die zu kurzen Haft- oder Geldstrafen verurteilt wurden. Nicht zu vergessen, dass wir alle als Steuerzahler und Gesellschaft von den eingesparten Kosten für die Haftunterbringung und von dem gesellschaftlichen Wert der gemeinnützigen Arbeit profitieren. Verurteilte müssen ja unabhängig von der Strafe auch den entstandenen Schaden wiedergutmachen. Daher sollten wir alle Interesse an einem Ausbau dieser Alternativen haben.


Dr. Kristin Henning ist Leiterin von NEUSTART Tirol


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Zu diesem Beitrag gibt es |1 Kommentar|

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Kommentare zu diesem Beitrag:

Gegienberger Karl schrieb am 13.06.2014 05:04

Ich kann Ihren Ausführungen nur zustimmen; denke aber dass in der Bevölkerung völlig falsche Vorstellungen über den elektronisch überwachten Hausarrest herrschen. Die Leute denken: Der ist daheim und braucht sich um nichts kümmern. Dass mit der Fußfessel strenge Auflagen verbunden sind, die auch kontrolliert werden ist nicht wirklich bekannt.

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