Cookies akzeptieren
Wir verwenden Cookies für eine optimale Nutzererfahrung, Media Sharing und um Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr darüber erfahren

Tipps für heikle Situationen

Hier finden Sie viele Informationen und Antworten, wenn eine Angehörige oder ein Angehöriger von Ihnen einer kriminellen Handlung beschuldigt oder verurteilt wurde, wenn Sie gerade aus der Haft entlassen worden sind oder wenn Sie Opfer von Kriminalität geworden sind.

Online-Beratung

Sie können alle Ihre Fragen an die NEUSTART Online-Beratung stellen. Bitte erklären Sie kurz den Hintergrund Ihrer Frage und geben Sie den Wohnort und das Bundesland an. Es ist nicht notwendig, dass Sie Ihren Namen angeben – wir antworten auch gerne auf anonyme Anfragen.

Blog und Diskussion

Lebenslang und die Wahlen

Kurt Koblizek MSc - 6.6.2013 13:39

Obwohl die Legislaturperioden auf fünf Jahre verlängert wurden kommt es mir wie gestern vor: Wahlkampf unter Einsatz von Unterstellungen, Verdrehungen, Beleidigungen gegenüber Vertretern anderer Parteien, Aufbau von Feindbildern. Es geht darum, aufzufallen, sich selbst besser darzustellen, den Mitwerber aber herunterzumachen. Inhaltlich wertvolle, politisch weiterführende Gedanken sind in der Regel zu differenziert, kompliziert, schlicht fad.


Dass diese Polarisierungen und „Umgangsformen“, die nichts mit Mitmenschlichkeit und Solidarität zu tun haben, beim Wähler als legitimes Verhaltensmuster wahrgenommen werden könnten, wird in Kauf genommen. Nach der Wahl kann aber niemand den Reset-Knopf drücken. Ressentiments gegen anders Denkende und hasserfüllte Polemiken finden immer fruchtbaren Boden. Wenn im Wahlkampf „die Ausländer“, „die Asylanten“, „die Arbeitsscheuen“, „die Kriminellen“ als Gruppen zur Profilierung ge- (miss)braucht werden, darf es nicht verwundern, wenn nach der Wahl sinnvolle Programme zum gesellschaftlich positiven Miteinander schlecht ankommen.


Und nun das Thema „lebenslang“. Es geistert kräftig durch die Medien. Einfache Antworten auf schwierige Fragen sind gefragt. Werte werden für die Stimmenoptimierung über Bord geworfen. Schwere Straftaten und der Umgang damit eignen sich zur Emotionalisierung der potenziellen Wählerschaft – darum sind sie auch willkommene Themen im Wahlkampf. Rache und Exklusion sind die schnellen (und falschen) Antworten. Prävention, die Hilfe für Opfer und die deliktfreie Reintegration von straffällig gewordenen Personen sollten in einer modernen Gesellschaft im Zentrum stehen.


NEUSTART arbeitet seit Jahrzehnten daran, sinnvolle Themen einzubringen und auch praktisch umzusetzen. Die Erfahrung zeigt, dass es keine Patentlösungen gibt, wie mit Kriminalität umzugehen ist. Sie zeigt aber auch, dass dann, wenn der Mensch im Mittelpunkt der Überlegung steht, wenn Experten ohne Scheuklappen kooperieren, wenn auch die Wirkungen von Maßnahmen mitbedacht werden, Konzepte erfolgreich umgesetzt werden können. Die Bewährungshilfe und der Tatausgleich stehen hier als Beispiele für viele andere. Der sozial konstruktive Umgang mit Kriminalität wirkt. Er wirkt besser vor einem gesellschaftlichen Hintergrund, der von Sachargumentation geprägt ist. Das wäre auch der – zugegeben fromme – Wunsch in diesen Monaten: Sachargumente auszutauschen, kühlen Kopf zu bewahren und anzupacken.


Kurt Koblizek MSc ist Leiter von NEUSTART Niederösterreich und Burgenland

Zurück zur Übersicht

Zu diesem Beitrag gibt es |1 Kommentar|

Ihre Meinung zählt

Wir freuen uns über Ihren Kommentar zu diesem Blogeintrag

Kommentare zu diesem Beitrag:

Franz Eckkramer schrieb am 12.09.2013 11:31

Zum Thema Wahlen gibt es nur eines zu sagen: schuld sind wir selbst! Solange Rot, Schwarz, Grün u.s.w. immer nur den eigenen Interessensbereich sieht, wird sich nichts ändern. Wir bestimmen doch wer im Endeffekt die "Macht" ausübt. Wenn der Sohn oder die Tochter wie Vater und Mutter wählen, also solange man aus Tradition eine Partei wählt, wird sich kaum etwas ändern. Bisher hatte ich mit meinen nunmehr 62 Jahren nicht das Gefühl, dass für Österreich und die Gesamtbevölkerung gearbeitet wird, es ist wohl der Machtgedanke und die eigene Tasche im Vordergurnd.
Lebenslang - gibt es das überhaupt noch? Ich behaupte ja! Nicht im Gefängnis, aber in der Freiheit. Ich erfahre es jeden Tag - seit nunmehr über 20 Jahren - trotz Freispruch. Nach U-Haft und einer Verhandlungsdauer von insgesamt 7 Jahren gab es als Urteil "Fahrlässigkeit".
Seither versuche ich mich zu wehren. Was soll's, mir ist selbst der Besuch einer kostenlosen Rechtsberatund durch die Anwaltskammer aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich!!
Unser ach so sozialer Staat fördert selbst die Kriminalität. Ein Thema ist die Mindestsicherung dabei. Viele werden im System finanziell so gekürzt, dass ein Überleben kaum mehr möglich ist. Der Willkür ist Tür und Tor geöffnet und man ist von der Gesinnung eines Sachbearbeiters abhängig. Wer in die Situation kommt von nicht einmal 600 Euro und der Wohnbeihilfe zu leben, muss schon einen starken Willen und Charakter haben, um nicht in die Kriminalität abzurutschen. Somit sei jedem "Polügtiker" geraten, einmal zu versuchen mit der vollen Mindestsicherung einen Monat zu leben. Ich glaube, dass sie alle nach einer Woche das Handtuch werfen.
Im übrigen hat unser Bundeskanzler im Fernsehen anläßlich des freiwilligen Sozialdienstes erklärt, dass man diesen Personen zumindes 1200 Euro zahlen müsse, weil sie ja auch leben können müssen. Offensichtlich haben alle anderen kein Recht darauf leben zu können.
Vieles gäbe es dazu noch zu sagen - aber für's erste sollte es mal genug sein! Freut euch des Lebens - versucht es wenigstens!
Grüsse - Franz