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Blog und Diskussion

Leichen im Keller

Mag. Dorit Bruckdorfer - 6.6.2007 16:10

Und wieder erschreckt die Meldung über den Fund dreier Babyleichen im Keller eines österreichischen Wohnhauses, nachdem im vergangenen Jahr mehrere tote Babys, teilweise in Kübeln einbetoniert, in einem Einfamilienhaus entdeckt worden sind.

Im letztgenannten Fall ist bereits eine gerichtliche Verurteilung der Eltern erfolgt. Der betreffende Vater beteuert nach wie vor, nichts von den Schwangerschaften bemerkt zu haben.

Erschütternd genug, dass die Tötung eines Babys passiert, ist für die meisten Menschen unverständlich, wenn sie wiederholt passiert. Wie geht es einer Frau, die mehrfach geboren und ihre Kinder getötet hat? Kann sie sich jedesmal aufs Neue in die "Ausnahmesituation Geburt" begeben und danach nicht wissen, was passiert ist? Wie geht sie in den Monaten der Schwangerschaft damit um?

Ist sie in einer permanenten Ausnahmesituation, was ist mit ihrer Realitätswahrnehmung und ihren Gefühlen passiert? Besteht ihr Leben aus Verdrängung, Tarnen und Täuschen und ist es tatsächlich vorstellbar, dass weder der Partner noch das unmittelbare Umfeld etwas von einer Schwangerschaft bemerken? Und - was bietet unsere Gesellschaft außer Gefängnisstrafe noch an, um Frauen, die in solche Verzweiflung geraten, zu helfen?

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