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Blog und Diskussion

Sexualstraftäter: Kontrolle durch Hilfe. Lernen von Best practice

Dr. Elisabeth Grabner-Tesar - 14.9.2007 14:23

Jedes Sexualdelikt löst heftige Emotionen aus: Angst vor der Bedrohung, Angst um die eigenen Kinder, Wut über das Leid unschuldiger Opfer. All das fördert (Wunsch)Phantasien über rasche Wege zur absoluten Sicherheit. Einer davon ist der Wunsch nach einer Sexualstraftäterdatei. Sie bringt den Täter ins Blickfeld von Polizei und Jugendwohlfahrt, auf Verdachtsmomente kann rasch reagiert werden, sofern sie rechtzeitig wahrgenommen werden. Es ist zu hoffen, dass es dadurch die eine oder andere Straftat weniger geben wird.

Aus dem Gefängnisalltag wissen wir allerdings, dass nicht einmal in einer Institution mit „24 Stunden Kontrolle“ weitere Straftaten verhindert werden können. Auch im Gefängnis gibt es Gewalt- und Sexualdelikte. Von den Wachposten unbemerkt finden die Täter einen Weg, das dichte Kontrollsystem zu unterlaufen.

Solange es Sexualdelikte gibt, ist der Ruf nach möglichst umfassender Kontrolle der Täter verständlich. Um tatsächlich die Erhöhung der Sicherheit in der Gesellschaft zu erreichen, ist es aber notwendig, gesichertes Wissen zu nützen und im Umgang mit Tätern anzuwenden. Wie also kann Kontrolle zu mehr Sicherheit führen?

Es gibt bereits erfolgreiche Modelle, deren Potenzial leider noch nicht ausreichend erkannt ist. Das Modell der bedingten Entlassung von Sexualstraftätern mit speziellen Auflagen zu Psychotherapie und Bewährungshilfe beinhaltet auch einen Kontrollauftrag an die Bewährungshilfe. Über die Berichtspflicht der Bewährungshelferin und des Bewährungshelfers behält das Gericht den entlassenen Täter noch mindestens drei Jahre unter Beobachtung. Das erlaubt dem Gericht bei Bedarf einen Zugriff auf den Täter, wenn notwendig auch seine Rückführung in das Gefängnis. Die Kooperationsbereitschaft des Täters wird durch die Nachsicht eines Strafrestes für eine Probezeit / Bewährungszeit, aber auch durch das Wissen um Sanktionsmöglichkeiten des Gerichtes deutlich gefördert.

Die Erfahrung zeigt: Ergänzt man die Kontrolle durch spezielle Behandlungsmethoden / Hilfestellung für den Täter, steigt die Chance auf Erfolg, das heißt, die Rückfallgefahr verringert sich erheblich. Diese kombinierte Hilfestellung („Hilfe und Kontrolle“) hat zum Ziel, die Kontrolle „von außen nach innen" zu verlagern, externe Kontrollinstanzen sollen durch interne ersetzt werden. Dazu muss die Fähigkeiten des Täters zur Selbstkontrolle, seine Fähigkeit, gesellschaftliche Regeln zu erkennen, anzuerkennen und einzuhalten, gestärkt beziehungsweise aufgebaut werden. Dies gelingt, wenn sowohl die anfangs notwendige externe Kontrolle als auch die entsprechende Behandlung und Betreuung durch ein professionelles Helfersystem angeboten wird.

Wie wir aus der Wirksamkeitsforschung der Psychotherapie wissen, liegt der Behandlungs- und Betreuungserfolg in der Anwendung geeigneter Methoden und in einer spezifischen Bindung des Sexualstraftäters / Patienten / Klienten an seine Helfer. Diese Bindung erleichtert dem Täter die Akzeptanz der Kontrolle und vermindert den Wunsch, diese jedenfalls zu umgehen. Sie ermöglicht dem Täter aber auch das Erlernen neuer Handlungs- und Einstellungsmuster, die ein Leben ohne Straftaten und damit eine Rückkehr in die Gesellschaft ermöglichen. Jede Beziehung beinhaltet auch einen Kontrollanteil, da über eine positive Bindung eine Beeinflussungsmöglichkeit geschaffen wird.

(Durch die positive Bindung des Kindes zu Mutter / Vater werden gesellschaftliche Normen vermittelbar und annehmbar – dies nennt man Sozialisationsprozess.) In der Resozialisierungsarbeit gelten dieselben Spielregeln. Die positive Bindung entsteht, wenn neben klarer Ablehnung der Tat Hilfe bei der Existenzsicherung, aber auch Aufmerksamkeit für die Person des Täters und konkrete Methoden zu positiver Veränderung angeboten werden. Damit wird dem Täter ein Weg aus der Täterschaft ermöglicht. Hat der Täter nichts zu verlieren, fehlt also der stützende Teil im Kontrollsystem, ist die Verbindlichkeit von Regeln nur schwer vermittelbar. Bloße Androhung von Strafe bietet wenig Anreiz für positive Lernschritte. Statt eine notwendigen Verinnerlichung gesellschaftlicher Spielregeln zu unterstützen, fördert sie meist nur das Geschick des Täters im Unterlaufen des Kontrollnetzes. Die positive Bindung des Täters zu Therapeut und Bewährungshelferin oder Bewährungshelfer ist also notwendige Grundlage und wirksames Transportmittel für Hilfe und Kontrolle.

Dieser Weg wird seit Jahren im Rahmen der bedingten Entlassung erprobt. Es ist bekannt, dass die Rückfallquote der Sexualstraftäter bei entsprechender Behandlung und Betreuung sehr gering ist. Neun von zehn Tätern beenden ihre Bewährungshilfezeit ohne einschlägigen Rückfall. Die Forderung nach Kontrolle der Täter ist in diesem Konzept erfüllt, durch die Kombination von Hilfe und Kontrolle wird die positive Wirkung beider Elemente verstärkt. Natürlich muss an der Verbesserung der Behandlungs- und Betreuungsmethoden weiter gearbeitet werden, um die Rückfallquote so weit nur irgend möglich zu vermindern.

Die Entscheidung für diesen Umgang mit Sexualstraftätern verzichtet auf einfache Lebenskonzepte und Denkschemata, die sich in den Kategorien schwarz-weiß und gut-böse bewegen und damit notwendiger Weise Polarisierungen - Hilfe für Opfer versus Kontrolle für Täter - erzeugen! Diese Polarisierung mag unmittelbar emotional entlasten (signalisiert sie doch Sicherheit), ohne aber dieses Versprechen in der Realität einlösen zu können. Das führt zu Enttäuschung und Angst - und dem Ruf nach noch mehr Kontrolle.

Diese gefährliche Spirale kann unterbrochen werden. Wirksamer Opferschutz braucht wirksame Arbeit mit Sexualstraftätern, erfolgreiche Konzepte müssen daher ausgebaut werden. Es braucht aber auch intensive Präventionsarbeit, um zu verhindern, dass Menschen zu (Erst-)Tätern werden.

Dr. Elisabeth Grabner-Tesar ist Leiterin von NEUSTART Wien 21 / Korneuburg

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Zu diesem Beitrag gibt es |5 Kommentare|

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Kommentare zu diesem Beitrag:

Dr. Elisabeth Grabner-Tesar schrieb am 09.01.2008 15:00

Sehr geehrte Frau Elisabeth……,
Danke für Ihr Interesse an der Arbeit von NEUSTART und für Ihren anregenden Kommentar.
Eine Besonderheit der Bewährungshilfebetreuung liegt gerade darin, dass wir überwiegend mit einer Gruppe von Menschen arbeiten, die von sich aus ihre Defizite, Problemlagen, Hilfsbedürftigkeiten oder auch ihr Gefährlichkeitspotenzial nicht erkennen (können). Es bedarf einer von außen verordnete Maßnahme (gerichtlicher Betreuungsauftrag, Weisung), um diese Personen überhaupt einer Betreuung zuzuführen, eben weil die Eigenmotivation zur Veränderung fehlt oder sehr gering ist. Eines der zentralen Ziele unserer Arbeit mit diesen Menschen ist es daher, Tateinsicht, Schuldeinsicht und Änderungswunsch zu fördern und auf dieser Basis Risikofaktoren für zukünftiges Deliktverhalten zu minimieren.
Dieses Ziel bedeutet jedenfalls eine große methodische Herausforderung an die BewährungshelferInnen und PsychotherapeutInnen. Die letzen Jahre brachten aber eine deutliche Weiterentwicklung in den Methoden sowohl der Psychotherapie als auch der Bewährungshilfe. Dadurch können wir unser Ziel, die Schuld - und Tateinsicht zu fördern, besser erreichen, wodurch die Rückfallquote der Sexualtäter weiter reduziert werden kann. Mein Optimismus stützt sich auf die Erfahrung, dass sich die Gruppe der „Nichteinsichtigen“ im Zuge der Betreuungsarbeit verkleinert und auf das Wissen, dass alle Fachkräfte in diesem Arbeitsfeld an einer weiteren Optimierung der Methoden und fachlichen Standards arbeiten.
Aber - ich stimme Ihnen zu - trotz aller positiven Entwicklungen gibt es eine Gruppe von Klienten, die an ihrer sexuellen Fixierung auf Kinder festhält.
Daher braucht wirksamer Opferschutz neben der unmittelbaren Arbeit mit den Tätern weitere Maßnahmen, um diesen Menschen den Zugang zu möglichen Opfern zu verwehren. Ich schließe mich daher Ihren Überlegungen zu Berufsverbot bzw Obsorgeübertragung an.
Leider haben Sie recht mit dem Hinweis, dass offizielle Legalbewährung nicht unbedingt Rückfallfreiheit bedeutet. Erfreulich ist allerdings, dass sich die Sensibilität unsere Gesellschaft für das Wohl unserer Kinder in den letzten Jahren deutlich erhöht hat. Das macht es den Tätern zunehmend schwerer, im Dunkelfeld zu agieren. Aber leider – ein Dunkelfeld gibt es natürlich noch immer.
Ungeduld, Ohnmacht, Ärger, Angst um die Kinder, all diese Gefühle sind unvermeidlich, wenn man sich mit dem Thema Pädophilie beschäftigt, und sie führen oft zu einem Ruf nach radikalen Maßnahmen.
Denn es ist frustrierend, feststellen zu müssen, dass es keine raschen sicheren Lösungen gibt. Ein differenzierter, um Sachlichkeit bemühter Blick hilft aber doch, sowohl im fachlich methodischen Bereich als auch in der Gestaltung entsprechender gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, im Sinne des Opferschutzes kontinuierlich weiter zu arbeiten.
Aus Ihrem Kommentar lese ich jedenfalls die leider seltene Fähigkeit und Bereitschaft, sich mit dem Thema Opferschutz ohne Polarisierung zu beschäftigen, das ermutigt mich, meinen Optimismus doch nicht ganz zu verlieren,
vielen Dank und freundliche Grüße
Dr Elisabeth Grabner-Tesar

Elisabeth schrieb am 08.01.2008 11:45

Sehr geehrte Frau Dr. Grabner-Tesar,
Mit großem Interesse habe ich den Artikel und Ihren Kommentar gelesen. Wiewohl ich die Arbeit von Neustart außerordentlich schätze und insbesondere den Beitrag zur Wiedereingliederung von straffällig gewordenen Menschen in die Gesellschaft für unverzichtbar halte, teile ich aufgrund einschlägiger Erfahrungen Ihre sehr positive Sichtweise hinsichtlich Sexualstraftätern nur bedingt. Meine Erfahrungen, nach denen selbst nach (Haft-)Strafe und Therapie wenig Einsicht von Seiten mancher Täter(Innen) besteht, decken sich mit einer Ihrer Aussagen, die ich in der Oktoberausgabe eines bekannten Magazins gefunden haben:
"Pädophile Sexualstraftäter wie Dnik, die ihre Tat bereuen, bilden im Verein Neustart eher die Ausnahme. Der Verein, zu dessen Aufgaben auch die Bewährungshilfe zählt, betreut zurzeit österreichweit 300 bedingt entlassene Sexualstraftäter. Zwei Drittel von ihnen haben Kinder missbraucht. „Ich fürchte, dass mehr von denen dabei sind, die behaupten, Teil einer geächteten Minderheit zu sein, die gesetzliche Änderungen verlangen und ihr Unrechtsverhalten nicht anerkennen“, sagt die Psychologin Elisabeth Grabner-Tesar, Leiterin von Neustart in Wien-Floridsdorf. "
Mir ist bewußt, dass dankenswerter Weise Therapie und Begleitung in einigen Fällen weitere Übergriffe verhindern werden - hinsichtlich des Prozentsatzes kann ich aber Ihren Optimismus nicht teilen, vor allem wenn die Schuldeinsicht fehlt bzw. sich ausschließlich vor dem Haftrichter artikuliert. Die Tatsache, dass jemand nicht mehr verurteilt wird, bedeutet gerade in diesem Delikt leider nicht, dass es zu keinen einschlägigen Taten mehr kam.
Für wesentlich halte ich daher neben der zweifellos notwendigen Therapie und Begleitung von verurteilten und entlassenen Sexualstraftätern Regelungen, die ihren Kontakt mit gefährdeten Personen, insbesondere Kindern, einschränken und so künftig das Risiko für potentielle Opfer minimieren.
Gesetzliches Verbot der Obsorge(rück)übertragungen an einschlägig Vorbestrafte bzw. Entziehung der gesamten Obsorge, Berufsverbot in besonders sensiblen Bereichen (Lehrer, Erzieher, etc.). Damit bleiben früheren Tätern trotzdem noch viele Berufe offen und ist eine Wiederintegration möglich und trotzdem wurde dem Schutzbedürfnis der Bevölkerung entsprechend Rechnung getragen.
Mit freundlichen Grüßen
Elisabeth

hellerschmied schrieb am 26.09.2007 09:47

Sehr geehrte Frau Dr. Grabner-Tesar!
Gerne will ich Ihren Ausführungen glauben schenken, - ich bezweifle auch nicht, dass Sie es ehrlich meinen mit Ihrem tun und sich sehr engagieren.
Meine sogenannte Kritik richtig sich nicht definitiv auf das tun und die (Ihre) Arbeit. Ich bin froh, dass es Menschen gibt, die an das Glauben was sie tun.
Doch in ERSTER Linie steht eben auch für mich der MENSCH! Das schwächste Glied in dieser Dynamik ist das OPFER. Dieses zu schützen ist wohl primärste Aufgabe.
Gibt es de facto eine statistische Erfassung, welche die Resozialisierung von Sexualstraftätern anbelangt?
Was Therapien anbelangt: diese geschehen wohl in der Haftanstalt. Welcher Täter würde nicht Bereitschaft und Willen zeigen, ginge es nicht letztendlich auch um seine vielleicht vorzeitige Entlassung, bzw. einer bedingten Entlassung aus einer Anhaltung sprich "Massnahme" nach §21/1 oder 2.
Es fördert wohl auch die Scheinanpassung.
Und dann möchte ich auch noch anmerken: "Nimm einen Pyromanen die Möglichkeit Feuer zu legen, sprich das Feuerzeug weg. Ist er geheilt, weil er nichts mehr anzündet?"
Interessant finde ich Ihre abschliessende Bemerkung, - und auch das Zugeständniss, dass an der Verbesserung der Methoden gearbeitet werde.
Mit freundlichen Grüssen
J.-T. Hellerschmied

Dr. Elisabeth Grabner-Tesar schrieb am 26.09.2007 08:21

Sehr geehrte Herr Hellerschmid,
besten Dank für Ihren Kommentar und Ihre kritischen Anmerkungen.
Ihre Frage "glauben sie echt an die Möglichkeit der Resozialisierung eines Kinderschänders?" kann ich mit JA beantworten. Dies aus folgendem Grund: Resozialisierung kann, muß aber nicht unbedingt eine Veränderung der sexuellen Orientierung bedeuten. Sie bedeutet aber jedenfalls intensives Arbeiten an der sexuellen Dynamik des Täters mit dem Ziel der Veränderung seines sexuellen Verhaltens, durch welches andere Schaden nehmen.
Siegmund Freud hat durch seine Formulierung "wo ES war soll ICH werden" ein Ziel des Erwachsenwerdens einfach und klar aufgezeigt. Ich sehe daher den erwachsenen Menschen nicht als triebgesteuertes Wesen, wohl aber als Wesen mit einer unterschiedlich starken Triebaustattung, die im Rahmen des Sozialisationsprozesses entsprechend der gesellschaftlichen Spielregeln "geformt" wird. Dabei liegt eine zentrale Aufgabe für den Erwachsenen darin, mit seinen Triebwünschen verantwortungsvoll (das heißt ohne Schaden für andere) und im Rahmen der gesetzlichen Spielregeln umzugehen.
Ob die Triebrichtung eines Menschen veränderbar ist oder nicht - ob also zum Beispiel aus einer homosexuellen Trieborientierung eine heterosexuelle werden kann oder muß - dazu gibt es auch innerhalb des wissenschaftlichen Diskurses sehr kontroversielle Sichtweisen.
Eindeutig gesichert ist aber das Wissen, dass ein Erlernen und eben auch ein Nachlernen von Triebkontrolle als ein wesentliches Ziel des individuellen Reifeprozesses generell möglich ist. Ein Ziel unserer Resozialisierungsarbeit (neben vielen anderen) ist es, eben diese Kontrollmechanismen zu stärken. Dazu ist es notwendig, die entsprechenden Instanzen in der Persönlichkeitsstruktur des Täters zu stärken, die es ihm ermöglichen, seine Triebwünsche nicht hemmungslos ausleben zu müssen. Dies gilt zum Beispiel auch für heterosexuelle Triebwünsche, die auf Grund stark aggressiver Elemente zu einer Gefahr für die Gesellschaft werden.
Dass dieses Ziel durch bestimmte Therapie-und Betreuungsangebote erreichbar ist, ist mittlerweile mehrfach wissenschaftlich belegt. Die Rückfallrate der Sexualstraftäter kann durch geeignete Psychotherapie, Behandlung und Betreuung durch die Bewährungshilfe dramatisch gesenkt werden. Dass es uns gelingt, damit auch einen Beitrag für den Opferschutz zu leisten, erfüllt einen wichtigen Anspruch an unsere Arbeit mit straffällig gewordenen Menschen.
Wir alle wünschen uns größtmögliche Sicherheit für uns und unsere Kinder. Wir müssen und werden daher jedenfalls weiter an der Verbesserung unserer Methoden zur Resozialisierung arbeiten.
Unser Ziel in der Arbeit mit Sexualstraftätern, also auch mit pädophilen Tätern, ist und bleibt es, diesen einen verantwortungsvollen Umgang mit den eigene Triebwünschen zu ermöglichen, diese Verantwortlichkeit schließt eine Schädigung anderer jedenfalls aus.
Im Rahmen eines demokratischen und humanen Weltbildes sehe ich derzeit keinen wirksameren Weg zu mehr Sicherheit.
Mit freundlichen Grüßen,
Elisabeth Grabner-Tesar

hellerschmied schrieb am 24.09.2007 19:14

sg. fr. dr. grabner - tesar
ich war läüngere zeit "insider" in haftanstalten. - auch solchen wo besonderes augenmerk auf sexualdeliquenten gelegt wird, - mittersteig und göllersdorf. ich verstehe, dass man versucht auf den täter einzugehen, um diesen in hinkunft von seinen taten abzuhalten, bzw. um ihm das unrecht seines tuns vorzuhalten. ABER: eine sehr wesentliche frage hatte ich an einen therapeuten in einer stunde der gruppentherapie, - nämlich: "ich bin hetero veranlagt, - wenn es mein wunsch wäre, - könnten sie aus mir einen homo machen...?"
diese frage hört sich seltsam an, aber es gab durchaus (k)eine antwort. "...net wirklich, ausser sie wollen es unbedingt...".
der mensch ist triebgesteuert, - homo-hetero-bi-pädo-sadist etc. - diese triebe sitzen wohl sehr tief in unseren köpfen. ich habe mich mit etlichen pädophilen über ihre taten und den inneren drang hiezu unterhalten, - für die ist ihre sexuelle ausrichtung so "normal" wie die eines hetero oder homo.
wie wollen sie das mit eingehen auf den täter, weil er ja auch ein mensch und vielleicht einmal selbst opfer war erreichen?
ich persönlich sehe ihre einstellung von wegen "...Wirksamer Opferschutz braucht wirksame Arbeit mit Sexualstraftätern..." - eher als rechtfertigung gegenüber so manchen opfer. - schauts, wir reden und arbeiten mit denen, damit das nimmer passiert... - nonsens!!! seien sie mal ehrlich: glauben sie ECHT an die RESOZIALISIERUNG eines kinderschänders?
mit freundlichen gruss
hellerschmied