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Blog und Diskussion

Sucht und Kriminalität

Susanne Artner-Eigner - 20.9.2007 08:50

Vor kurzem tagte in Wien die europäische Vereinigung für Suchttherapie und diskutierte über Ursachen von Abhängigkeit und neuen Behandlungsstrategien. Rund 30.000 Menschen zeigen in Österreich einen problematischen Umgang mit illegalen Substanzen. Die Zahl der Abhängigen, die Opiate meist gemeinsam mit anderen Rauschmitteln verwenden ist seit 2001 um rund 10.000 Personen angestiegen.

Vor allem in der Altersgruppe der 15- bis 24-jährigen gibt es mehr Süchtige. Diese Altersgruppe wird auf Grund von Straffälligkeit auch zum Großteil von NEUSTART betreut. Seit rund zwei Jahren hat NEUSTART auf Grund der besonderen Betreuungserfordernisse ein spezielles Suchtkonzept entworfen mit dem Ziel, eine für die Betroffenen adäquate Betreuung zu bieten. So werden mit den Klienten suchtdiagnostische Erhebungsgespräche geführt und gemeinsam realistische Betreuungsziele formuliert. Vierzehntägig steht ein Psychiater zur Verfügung, den die Klienten zur Beratung und zur niederschwelligen medikamentösen Versorgung konsultieren können.

Die zuständigen Bewährungshelfer haben ebenfalls die Möglichkeit, sich vom Konsiliarpsychiater beraten zu lassen, um ihre fachliche Kompetenz zu erweitern. Zu den psychischen Problemen unserer Klienten kommen meist massive soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit und Wohnungslosigkeit. Neben medizinischer und therapeutischer Behandlung stellen eine gesicherte Unterkunft und eine sinnvolle Tagestruktur wichtige Faktoren in der Stabilisierung Suchtkranker dar; sie können dazu beitragen, Rückfälle in Drogenmissbrauch und Straffälligkeit zu verhindern. Obwohl in Wien bereits etliche sehr gute Angebote vorhanden sind, gäbe es in diesen Bereichen noch viel zu tun.

Zwar bieten NEUSTART und andere private Träger suchtkranken Klienten im Rahmen von Arbeitsprojekten eine Tagesstruktur oder ein Training zur Integration in den Arbeitsmarkt an, die vorhandenen Trainingsplätze reichen jedoch nicht aus und sind zeitlich begrenzt. Diesen Bereich zu erweitern und ein viel differenzierteres Angebot, wie zum Beispiel Dauerarbeitsplätze, zu stellen, wäre eine dringend notwendige Maßnahme zur Integration von suchtkranken Menschen.

Im Bereich der Wohnbetreuung sind Suchtkranke eine schwierige Klientel. Viele müssen erst wieder wohnen lernen, oftmals haben sie Probleme, sich anzupassen und an Regeln zu halten, werden wieder rückfällig et cetera. Es ist oft mühsam und langwierig, einen Wohnplatz zu finden. Der Zugang zu städtischen Wohnplätzen ist zum Beispiel derzeit nur nach Quoten möglich, das heißt jedes Wohnheim beherbergt nur einen bestimmten Prozentsatz an Klienten mit Drogenproblemen. Der Bedarf an geeigneten betreuten Wohnplätze wäre wesentlich höher. Das alles  ist natürlich eine Kostenfrage, doch  Gefängnis- und Krankenhausaufenthalte verursachen in der Regel höhere Kosten…

Susanne Artner-Eigner ist Leiterin von NEUSTART Wien 6

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