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Blog und Diskussion

Sitzen bis zum Haftende versus Haftentlastungspaket 1

Elke Schernhammer - 3.12.2007 10:28

Die neueste Studie von Dr. Alois Birklbauer und Dr. Helmut Hirtenlehner (Uni Linz) zu „Praxis und Rückfall nach bedingten Entlassung aus einer Freiheitsstrafe“ in Österreich hat eindeutig gezeigt, dass eine vorzeitige Entlassung von Straftätern keine negativen Auswirkungen auf die Sicherheit der Bevölkerung in Österreich hat. (In dieser Studie wurden alle Haftentlassenen der Justizanstalten Graz-Karlau, Garsten und Hirtenberg auf neuerliche Straffälligkeit nach ihrer Entlassung über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren untersucht.)

Vorzeitige Entlassung nach zwei Drittel der Strafhaft, so die Studie, bedeutet jedoch nicht, dass es signifikant weniger neuerliche Straftaten gibt - aber auch nicht mehr. Insgesamt wurden etwa 48 Prozent aller Haftentlassenen der untersuchten Gefängnispopulation in einem Zeitraum von fünf Jahren nach der Entlassung wieder rechtskräftig verurteilt. Diese Tatsache bedarf dringend neuer moderner Ansätze, um die Zahl zu reduzieren.

Wie Birklbauer und Hirtenlehner festgestellt haben, ist die vorzeitige Entlassung alleine zu wenig, um auch tatsächlich signifikant weniger Rückfälle zu haben. Die Anordnung von Bewährungshilfe und  von gerichtlichen Weisungen bewirkt ein enges soziales Netz,  unterstützt und hilft dem Straffälligen, sich besser und schneller zu integrieren. Vor allem, Arbeit und Wohnung zu finden und diese auch zu halten.

Nun hat die Regierung vor kurzem beschlossen (da eine vorzeitige Entlassung kein Sicherheitsrisiko darstellt), diese bei bestimmten Entlassungsformen mit verpflichtender Anordnung von Bewährungshilfe zu verbinden. Diese gesetzliche Bestimmung ist im österreichischen Strafrecht neu. Sie ist eine wichtige kriminalpolitische Weichenstellung - in präventivem Sinn - zu zusätzlicher psychosozialer Unterstützung für Straftäter und damit mehr Schutz für potenzielle Opfer.

Das Haftentlastungspaket 1 enthält einige weitere moderne kriminalpolitische Ansätze, die an eine Fortsetzung der Politik Broda’s in der heutigen Zeit anknüpfen. Ein weiterer Schritt in diese Richtung  wird das Haftentlastungspaket 2 werden.

Elke Schernhammer ist Leiterin von NEUSTART Wels-Ried

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Zu diesem Beitrag gibt es |2 Kommentare|

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Kommentare zu diesem Beitrag:

Elke Schernhammer schrieb am 04.12.2007 13:22

Die Frau Bundesminister für Justiz, Dr. Maria Berger, hat bei verschiedenen Anlässen angekündigt, dass es weitere Vorhaben gibt. Wie zum Beispiel, den Modellversuch Elektronische Aufsicht bei positivem Abschluss in einem Haftentlastungspaket 2 zu verankern.

CE schrieb am 04.12.2007 09:32

Mir ist das Haftentlastungspaket bekannt, mir war aber nicht klar, dass es ein Haftentlastungspaket 1 und 2 gibt. Könnten Sie das bitte etwas mehr ausführen? Danke