Cookies akzeptieren
Wir verwenden Cookies für eine optimale Nutzererfahrung, Media Sharing und um Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr darüber erfahren

Tipps für heikle Situationen

Hier finden Sie viele Informationen und Antworten, wenn eine Angehörige oder ein Angehöriger von Ihnen einer kriminellen Handlung beschuldigt oder verurteilt wurde, wenn Sie gerade aus der Haft entlassen worden sind oder wenn Sie Opfer von Kriminalität geworden sind.

Online-Beratung

Sie können alle Ihre Fragen an die NEUSTART Online-Beratung stellen. Bitte erklären Sie kurz den Hintergrund Ihrer Frage und geben Sie den Wohnort und das Bundesland an. Es ist nicht notwendig, dass Sie Ihren Namen angeben – wir antworten auch gerne auf anonyme Anfragen.

Blog und Diskussion

Mehr Sicherheit durch weniger Haft?

Basil Dworsky - 19.12.2007 09:29

Für die einen „darf das nicht der Ernst der Justizministerin sein…“ (Weblog der Kronen Zeitung), für die anderen gehen ihre Vorschläge nicht weit genug; sie fordern gemeinnützige Arbeit auch an Stelle kurzer Haftstrafen (Albert Steinhauser, Sicherheitssprecher der Grünen).

Am 5. Dezember 2007 wurde im Nationalrat das Haftentlastungspaket beschlossen, das auch die gemeinnützige Arbeit statt Ersatzfreiheitsstrafen (seit März 2006 im Modellversuch erprobt) im Gesetz verankert. Bei Personen, die zu einer Geldstrafe verurteilt wurden, hat das Gericht entschieden, dass es keiner Haftstrafe bedarf, um den Verurteilten von weiteren Straftaten abzuhalten. Diese vom Gericht ursprünglich gewollte Haftverschonung wird durch die Möglichkeit der gemeinnützigen Arbeit ernst genommen.

Die Ängste vieler Schreiber von Leserbriefen und Kommentaren, im Krankenhaus von Gewalttätern gepflegt oder bei der Rettung von Betrügern und Dieben auf die Bahre gehoben zu werden, sind zum Teil das Ergebnis populistischer Medienarbeit. „Sozialarbeit statt Gefängnis“ gibt allemal bessere Schlagzeilen als sachliche Berichterstattung über „Haftvermeidung durch Mitarbeit in gemeinnützigen Einrichtungen“, in denen sichergestellt ist, dass qualifizierte Tätigkeiten nur von dafür ausgebildetem Personal verrichtet werden.

Die Aufgabe der Vermittlerinnen und Vermittler gemeinnütziger Arbeit ist es, die Schnittstelle zwischen dem Gericht, den professionell arbeitenden sozialen Einrichtungen und den teils niedrig qualifizierten und manchmal schlecht integrierten Personen zu sein. Und die Bereiche zu finden, wo eine sinnvolle Mitarbeit möglich ist. Vorhandene berufliche Fähigkeiten (zum Beispiel Koch, Maler, Elektriker) können jedoch immer wieder eingebracht werden.

Geldstrafen, die nicht bezahlt werden können, sind oft nur „die Spitze des Eisbergs“. Oft haben tiefer liegende und vielschichtige Probleme, die auch eine Vermittlung erschweren, zu dieser Situation geführt. Im Gespräch mit dem Sozialarbeiter gelingt es häufig, auf diese Problemlagen einzugehen, Lösungen zu erarbeiten und gegebenenfalls an andere zuständige Stellen weiter zu vermitteln. Damit hat die Arbeit der Vermittler einen präventiven Aspekt.

Wir wissen: kurze Haftstrafen sind kontraproduktiv, weil sie Verurteilte häufig aus ihren sozialen Bezügen reißen und sie unter Umständen den Arbeitsplatz kosten. Da für diese Personengruppe vom Gericht ohnedies keine Freiheitsstrafe für notwendig erachtet wurde stellt die Möglichkeit der gemeinnützigen Arbeit einen Beitrag für mehr Sicherheit dar.

Wir wünschen allen einen guten Jahreswechsel und mit Sicherheit weniger Haft!

Gabriele Zinggl-Macher und Basil Dworsky sind Diplomierte Sozialarbeiter von NEUSTART Wien 2

Zurück zur Übersicht

Zu diesem Beitrag gibt es |noch keinen Kommentar|

Ihre Meinung zählt

Wir freuen uns über Ihren Kommentar zu diesem Blogeintrag

Kommentare zu diesem Beitrag:

Kein Eintrag vorhanden. Schreiben Sie den ersten.

powered by webEdition CMS