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Blog und Diskussion

Professionelle Ehrenamtlichkeit

Magdalena Pernerstorfer - 25.6.2008 10:51

1957 hat die Arbeitsgemeinschaft Bewährungshilfe ihre zukunftsweisende Arbeit mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begonnen. Der Erfolg der Bewährungshilfe führte bald zu Überlegungen der Professionalisierung, wobei erst 1964 die ersten hauptamtlichen Bewährungshelferinnen und –helfer bei der Justiz angestellt wurden. Die Professionalisierung sollte jedoch nie die ehrenamtliche Arbeit abschaffen – dazu hatte und hat sie eine kriminal- und gesellschaftspolitisch zu große Bedeutung.

Die Notwendigkeit, mit der Randgruppe straffällig gewordener Menschen zu arbeiten und diese zu unterstützen, ist gesellschaftlich schwer zu vermitteln. Vor allem dann, wenn Menschen sich weder aus beruflichen noch aus privaten Gründen damit befasst haben.

In diesem Zusammenhang hat die ehrenamtliche Arbeit eine besonders große Bedeutung. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen mit unterschiedlichsten beruflichen und privaten Hintergründen erzählen in ihrem Umfeld über ihre Arbeit mit ihren Bewährungshilfe-Klienten und tragen damit wesentlich zur Verbreitung einer toleranteren Haltung in der Gesellschaft und realistischeren Sicht der Menschen, die straffällig wurden, bei.

Dieser wünschenswerte „Schneeballeffekt“ hat sich aus meiner Sicht, jedenfalls in der Region Niederösterreich Nord West, verändert. Der Hintergrund der Veränderung ist die Zunahme professioneller, vor allem sozialarbeiterisch ausgebildeter ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen. Derzeit befinden sich sieben von 63 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in der sozialarbeiterischen Ausbildung, 33 sind ausgebildete Sozialarbeiterinnen. Der Anteil professioneller Ehrenamtlicher beträgt circa 64 Prozent. Diese Entwicklung ist selbstverständlich kein Zufall, sondern ergibt sich aus einer zumindest regionalen Notwendigkeit und begründet sich folgendermaßen:

  • Durch die Möglichkeit eines diversionellen Vorgehens bei deviantem Verhalten kommt es zu einem deutlichen Rückgang sogenannter „leichter Fälle“, die üblicherweise von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen betreut wurden.
  • Die Möglichkeit einer diversionellen Vorgangsweise ist aus meiner Sicht sehr positiv zu bewerten, verändert jedoch die „Population“ der Klienten in der Bewährungshilfe dahingehend, dass deren Betreuung anspruchsvoller geworden ist.
  • Circa 33 Prozent der Bewährungshilfe-Klienten sollen durch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen betreut werden. Das heißt, dass die Anforderungen an ehrenamtliche Bewährungshelferinnen steigen, da sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Klienten betreuen sollen, die sich in herausfordernden, multiplen Problemlagen befinden.
  • Hauptamtliche Mitarbeiterinnen, die zum Teil auch Leiterinnen ehrenamtlicher Teams sind, sind selbst zunehmendem Arbeitsdruck ausgesetzt. Professionelle Ehrenamtliche sind auch in diesem Zusammenhang eine gewisse Entlastung. Von in Ausbildung stehenden oder ausgebildeten, oft schon berufserfahrenen Ehrenamtlichen kann höhere Professionalität in der Betreuung erwartet werden. Umso mehr, als ehrenamtliche Bewährungshelferinnen eingeschult werden, an Fortbildungen teilnehmen sollen und sich jederzeit an die Leiterin des ehrenamtlichen Teams wenden können.

Magdalena Pernerstorfer ist Leiterin von NEUSTART Niederösterreich Nord West

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