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Blog und Diskussion

Hansi Lang - „Wieder gut sein"

Andreas Zembaty - 27.8.2008 10:21

„Wieder gut sein“ und „Letter from Real Town“ sind Texte, die Hansi Lang während seiner Inhaftierung verfasst hat.

„Letter from Real Town“ war das „Geschenk“ von Hansi Lang an die Bewährungshilfe-Charity-CD „kurz.schluß“.

So i had quiet days in Real Town - I had tons of time - I was thinking ‘bout my baby - I had some pictures on my mind

Die Isolation der Haft, die zwangsweise innere Emigration, der nagende Zweifel an sich selbst und die mangels realer Bezugspersonen fantasierte Kommunikation kommen in diesem Song bedrückend und unheimlich glaubwürdig zum Ausdruck. Hansi Lang, der laut seinem Freund, dem prominenten österreichischen Musikproduzenten Thomas Rabitsch „sehr viel Wert auf die proletarischen Wurzeln legte“, und mit seiner Musik „seine Leute“ erreichen wollte, war von der Idee, den Menschen, die NEUSTART betreut, einen Song zu widmen, von Anfang an begeistert. Sein selbstloses soziales Engagement wurde auch der „Gruft“ und anderen sozialen Initiativen zuteil. Was können wir und andere von Hansi Lang darüber hinaus lernen?

So some people say - they got the whole world in their hands - but since I was in Real Town - a piece of earth stucks in my ass

Alle, die Strafverschärfung oder kriminalpolitische Allheilmittel im Mund führen, also „the whole world in their hands“ suggerieren, sollten schlicht Demut lernen. Demut, das heißt: die Art, wie in Not Geratene ihr Leben meistern, zu respektieren. Hansi Lang war in Haft. Hansi Lang hatte ein Drogenproblem. Die Ersatzdroge war Teil seines Lebens bis zuletzt. Die Art, wie er trotz dieser Belastungen kreativ war und damit anderen Menschen Mut machte, hat enormen menschlichen Wert jenseits bürgerlicher Anpassungs- oder Unterwerfungserwartungen.

Dafür danken wir Hansi Lang, auch für unsere Arbeit ist sein Leben Motivation.

„Ich habe keine Angst, arm zu sein,

ich habe keine Angst vor dem Tod,

ich habe nur Angst, dass jemand sagt,

ich wäre kalt.“


(Hansi Lang)

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Zu diesem Beitrag gibt es |2 Kommentare|

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Kommentare zu diesem Beitrag:

Klaus Bergmaier schrieb am 31.08.2008 11:43

Auch ich durfte Hansi Lang 2003 persönlich kennenlernen, bei einem Festival im Burgenland, wo er mit Harri Stojka auftrat, und ich mit www.thedoors.at spielte.
Seine Musik habe ich aber verehrt seitdem ich sie kenne (1982).
Den Text von Real Town gibt es (meines Erachtens viel intensiver und schöner) auch auf Deutsch, von 1982 (Album Keine Angst).
Er wird fehlen!
Klaus Bergmaier
www.arbeiterinnenlieder.at.tt
ea. Bewährungshelfer Krems

Manfred Tauchner schrieb am 28.08.2008 12:22

Danke für den Beitrag. Ich durfte Hansi Lang persönlich im unseligen Jahr 2000 kennenlernen, als er beim "Anti-Rassismus-Clubbing" sein Signal setzte. Ich bin und war sowohl vom Musiker als auch vom Menschen beeindruckt.
Und wenn heute wieder ein mieser Wahlkampf auf dem Rücken der MigrantInnen und AsylwerberInnen ausgetragen wird, wäre es wohl wieder er, der die Losung ausgibt: "KEINE ANGST". Keine Angst vor den Demagogen und Populisten, vor dem Ressentiment medientrainierter Rassisten.
Viel hat er durchgemacht, und vielen hat er Mut gemacht.

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