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Blog und Diskussion

Kriminalitätsentwicklung - aus Sicht eines „Experten“

Elke Schernhammer - 11.9.2008 10:00

Gegen Ende des Besuchs eines ehemaligen Klienten (Roman, 50 Jahre alt, hatte nach zwei Vorstrafen vor mehr als zwei Jahrzehnten einen schweren Raub begangen und war in Haft, seitdem aber ohne weitere strafrechtliche Auffälligkeiten) hat mich interessiert, wie ein ehemaliger Vorbestrafter die aktuelle kriminalpolitische Debatte erlebt.

Bei der Frage nach Herabsetzung des Alters für Strafmündigkeit hatte er einen klaren Standpunkt: auf keinen Fall! Nicht nur, dass er selbst Vater von 19- und 17-jährigen Söhnen ist – seine eigenen Erfahrungen haben seinen klaren Gegenstandpunkt mitbewirkt. Eine Herabsetzung der Strafmündigkeit würde die Eltern aus ihrer Erziehungsverantwortung entlassen – das wäre laut Roman genau der falsche Weg.

Warum glaubt er, dass das Thema Gewalt so sehr in den Medien ist? Roman hat viel Kontakt mit Jugendlichen, vor allem Lehrlingen, und ihm fällt im Vergleich zu seiner Jugendzeit (die auch nicht ohne Hoch und Tiefs war) auf, dass Jugendliche den Umgang mit verbaler und körperlicher Gewalt durch weniger kleine Raufereien erfahren als früher. Ihre Vorbilder beziehen sie aus Filmen und Computerspielen; dabei übernehmen sie oft die  „totale Vernichtung“ des Gegners und es kommt zu schweren Verletzungen als früher.

Auf die Frage, welche Problemfelder Roman in Bezug auf Kriminalität heute erlebt, nennt er den hohen Anteil an Ausländern in Wels. Zusammen mit den österreichischen Staatsbürgern mit Migrationshintergrund schätzt er diesen auf 40 Prozent in unserer Stadt. Die Wohnungsproblematik – Wegzug der Österreicher aus bestimmten Stadtvierteln, das Freizeitverhalten der Bürger mit Migrationshintergrund und auch seine persönlichen Erfahrungen im  direkten Zusammenleben in seinem Wohnhaus beim Umgang mit Mülltrennung und Lärmbelästung zum Beispiel am Wochenende - macht ihm Sorgen, er meint, da wird es einmal „krachen“. Meinem Hinweis, dass, wenn sein geschätzter Anteil von 40 Prozent stimmen sollte, es bis jetzt eigentlich wenige Probleme im Zusammenleben zwischen Österreichern und Migranten in Wels gibt, konnte er dann doch irgendwie zustimmen.

Aus einem Referat der Welser Sozialstadträtin Silvia Huber am Österreichischen Städtetag 2007 in Linz: "Daher ein statistischer Blick auf die Entwicklung des Ausländeranteiles in Wels: Er lag im Jahr 1988 noch bei sechs Prozent der Gesamtbevölkerung und hat sich bis heute auf knapp über 16 Prozent nicht ganz verdreifacht. Damit hat die Stadt Wels im Vergleich aller oberösterreichischen Bezirke den höchsten Ausländeranteil. Den geringsten Wert weist der Bezirk Urfahr-Umgebung mit 2,1 Prozent auf. Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund liegt bei rund 25 Prozent."

Elke Schernhammer ist Leiterin von NEUSTART Wels-Ried

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