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Jugendverschuldung: Einzelfälle oder Massenphänomen?

Harald Felbermair - 24.6.2009 15:16

Quer durch alle sozialarbeiterischen Dienstleistungen bei NEUSTART begegnen wir jungen Menschen, die es, obwohl gering an Lebensjahren, zu einer beachtlichen Verschuldung gebracht haben. Einzelfälle oder Massenphänomen? Antworten darauf versucht eine Studie der Fachhochschule Oberösterreich in Kooperation mit der Schuldnerberatung Oberösterreich und Raiffeisen Oberösterreich zum Thema Verschuldung Jugendlicher zu geben.

Unter anderem wird der Frage nachgegangen, ob und welche Rolle Taschengeld als Erziehungsmittel spielt. So erhalten zwar 95 Prozent der über 15-Jährigen (Lehrlinge ausgenommen) regelmäßig Taschengeld, nur 40 Prozent müssen jedoch damit auskommen. 60 Prozent bekommen von den Eltern zusätzliches Geld. Fazit: Viele lernen somit schon in ihrer Jugend, dass man durchaus mehr ausgeben kann, als man zunächst zur Verfügung hat.

Erhoben wurde auch, wofür 15- bis 18-Jährige ihr Geld ausgeben. So stehen an erster Stelle die Ausgaben für Lokalbesuche, gefolgt von Handy, Kleidung und Alkohol. Dem Kostenfaktor Handy als mögliches Verschuldungsrisiko wurde dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt, besitzen doch 99 Prozent dieser Altersgruppe ein Handy, zwölf Prozent sogar zwei oder mehrere. Die Kosten dafür muss jedoch nur etwas mehr als jeder zweite Jugendliche bestreiten, bei 40 Prozent werden diese von den Eltern getragen. Somit haben diese Jugendlichen keine spürbaren Kosten für die Nutzung des Handys.

Aufschluss über die Frage, ob die Verschuldung Jugendlicher eher ein Einzelfall ist oder auf eine große Anzahl Jugendlicher zutrifft, ergab die Befragung von mehr als 1.500 Schülerinnen und Schülern (inklusive Berufschülerinnen und -schüler) hinsichtlich der Schuldenhöhe 15- bis 18-Jähriger. So geben sieben Prozent an, mehr als 100,- Euro an Schulden zu haben, davon sind jedoch 72 Prozent Lehrlinge, die durch ihre Lehrlingsentschädigung schon über größere Summen verfügen. Der weitaus größte Teil der Jugendlichen (70 Prozent) hat überhaupt keine Schulden, 23 Prozent zwischen einem bis 100,- Euro.

Somit wird deutlich, dass das Problem der Verschuldung Jugendlicher ein zahlenmäßig begrenztes und keinesfalls ein Massenphänomen ist und nur eine kleine Minderheit von Jugendlichen problematisch verschuldet oder verschuldungsgefährdet ist. Viele Jugendliche lernen jedoch nur unzulänglich mit einem beschränkten Geldbetrag auszukommen – müssen sie ja auch nicht, wenn Eltern einspringen und dadurch einer sicherlich anstrengenden Auseinandersetzung mit ihren Kindern aus dem Weg gehen. Aufklärung und Prävention muss sich daher besonders auch an die Adresse von Erwachsenen richten.

Harald Felbermair ist Abteilungsleiter bei NEUSTART Linz und Mitglied im Vorstand der oberösterreichischen Schuldnerberatung

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