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Tipps für heikle Situationen

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Blog und Diskussion

Nachgefragt: Strafe muss sein - muss Strafe sein?

Mag. Dorit Bruckdorfer - 8.10.2009 10:12

Strafe muss sein! Nur harte Strafen schrecken ab. Wer eingesperrt wird, hat es auch verdient.

Würde NEUSTART diese Meinung vertreten, gäbe es unseren Verein nicht. Seit die ersten Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer ihre Arbeit aufgenommen haben, waren sie überzeugt davon, dass Strafe nur Sinn macht, wenn sie auch etwas Positives bewirkt. Diese Überzeugung hat sich gehalten - in 52 Jahren konnten durch ein immer vielfältiger werdendes Betreuungsangebot entsprechende Erfolge erzielt werden. Bloßes „mit Tadel verbundenes Übel zufügen“, jemanden zu demütigen oder zu brechen bedeutet nur, die Gewaltspirale hinaufzudrehen. Gewalt schafft Gegengewalt. Neue Opfer sind die Folge. Abschreckung bringt vielleicht kurzfristigen Rückzug, aber keine langfristige Änderung des Verhaltens durch Einsicht. Was abschreckt ist nur die Gefahr, entdeckt zu werden. Der Ermittlungstätigkeit der Polizei kommt hier wesentlich mehr Bedeutung zu als strengen Strafen durch Gerichte. Es hilft außerdem viel mehr und auch länger, wenn man mit den Folgen der Tat konfrontiert wird, wenn man Schadenswiedergutmachung leistet und bei eigenen Problemen konkrete Hilfe bekommt.

Das Leben vieler unserer Klienten ist von Defiziten geprägt. Die Arbeit der Bewährungshilfe zeigt, dass rund drei Viertel höchstens einen Pflichtschulabschluss haben, mehr als ein Drittel ist arbeitslos. Ein Großteil hat keine eigene Wohnung und ist auf Notunterkünfte oder kurzfristige Unterbringung, etwa bei Freunden, angewiesen. Ein Drittel ist suchtkrank. Und: 60 Prozent sind unter 25 Jahre alt. Gerade in jungen Jahren ist das Kriminalitätsrisiko erhöht. Handelt es sich um episodenhafte Kriminalität, hört diese mit zunehmendem Alter wieder auf. Bei Jugendlichen, wo sich kriminelles Verhalten schon verfestigt hat, helfen auch harte Strafen wenig. Wirkungsforschung hat gezeigt, dass Kurzarrest oder Bootcamps kontraproduktiv sind. Haft beseitigt die Probleme nicht, die jemand hat – sei er jung oder auch schon älter. Viele müssen erst einmal lernen, mit ihren Defiziten umzugehen, damit sie ihr Verhalten ändern können. Begleitung durch Bewährungshilfe oder Anti-Gewalt-Trainings helfen dabei.

Das ist nur eines von vielen Beispielen zu den Themen „Verbrechen und Strafe“, „Sicherheit und Ordnung“, „Täter und Opfer“. Wenn es um Kriminalität geht, gibt es viele Meinungen, oft sind Emotionalität und Ängste mit im Spiel. Wir alle werden immer wieder damit konfrontiert. Deshalb wollen wir auftauchende Fragen beantworten und unsere Sichtweise zu unterschiedlichen Standpunkten klarlegen. Emotional, aber auch rational. Natürlich tun wir das insofern voreingenommen, als wir davon überzeugt sind, dass der Ansatz „helfen statt strafen“ richtig ist. Mehr über verschiedene Meinungen zu Kriminalität und was NEUSTART dazu sagt finden Sie in der nächsten Zeit im weblog und auf unserer Homepage.

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