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Familie, Freunde, Bekannte: Naheverhältnisse von Tätern und Opfern

Elke Schernhammer - 13.1.2010 11:50

Polizisten konnten zwischen Weihnachten und Neujahr ein kurioses Verbrechen in Schärding (Oberösterreich) klären. Ein Einbrecher wurde nach seiner Tat selbst zum Opfer - und seiner Beute beraubt. Der Einbrecher stahl aus der Kassa einer Sozialeinrichtung einige hundert Euro und wurde dann Opfer von zwei Räubern, die ihm auf dem Nachhauseweg (nach Lokalbesuchen verbliebene) 230,- Euro gewaltsam „abnahmen“. Einen der beiden Räuber kannte das Raubopfer aus der Zeit, als beide in Haft waren.

Kurios und einzigartiger Zufall? Eher nicht, denn sehr oft stammen Täter und Opfer aus einem gemeinsamen sozialen Umfeld oder kennen einander persönlich sehr gut. Untersuchungen zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden, am größten ist, wenn jemand im selben Haus oder in derselben Wohnung wohnt oder dieselben sozialen Orte (zum Beispiel Lokale) aufsucht. Die Wahrscheinlichkeit, zufällig in einer bestimmten Wohngegend als Fremder Opfer zu werden, ist deutlich geringer.

Besonders bedrückend ist die Tatsache, dass auch im vergangenen Jahr in Österreich schwere Verletzungen und Morde unter Familienangehörigen oder unter Partnern, besonders in Trennungsphasen, passiert sind. Wie Innenministerin Fekter angemerkt hat, kann sie nicht in jede gefährdete Familie einen Polizisten stellen; aber wie können Opfer sich dann selbst besser schützen? Vor allem für Frauen, die sich von ihren Partnern trennen wollen, wäre wichtig zu wissen, dass Konflikte im Zuge von Trennungen zu Gewalt führen können und dass sie bei Gewaltandrohungen Hilfestellung durch erwachsene Angehörige, Beratungsstellen oder Polizei holen sollten.

Es gibt aber auch Opfer, die es nur sehr selten in die Schlagzeilen der Medien schaffen: Partner und Kinder von Straftätern, die in Haft sind, Eltern von Jugendlichen, die unter Gewaltdrohungen leiden, aber keine Anzeige bei der Polizei erstatten wollen, und so weiter. Da gelingt es oft nur Betreuern von Straftätern (zum Beispiel einer Bewährungshelferin oder einem Bewährungshelfer), auf diese Situationen aufmerksam zu werden und auch für Angehörige und ihre Nöte Zeit, Verständnis und Hilfsangebote zu haben; eine wichtige Ressource, die durch Einsparungen nicht gefährdet werden sollte.

Elke Schernhammer ist Leiterin von NEUSTART Wels-Ried

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