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Blog und Diskussion

Die Zukunft bewältigen durch Wirkungsorientierung

Mag. (FH) Wolfgang Hermann - 14.4.2010 11:37

Peter Ferdinand Drucker wäre am 19.11.2009 einhundert Jahre alt geworden. Er wurde in Wien geboren, ging nach seiner Schulzeit nach Deutschland, musste von dort 1933 nach England emigrieren und zog 1937 weiter in die USA. Dort erarbeitete er sich den Ruf des Vaters der modernen Managementlehre. Er hat sich immer mit dem gesellschaftlichen Stellenwert von Organisationen beschäftigt und war seit den Achtzigerjahren treibende Kraft in der Entwicklung des Managements von Non-Profit-Organisationen.

Diesen Jahrestag habe ich zum Anlass genommen einige seiner Bücher wieder einmal zur Hand zu nehmen. Eines davon trägt den Titel „Die Zukunft bewältigen: Aufgaben und Chancen im Zeitalter der Ungewissheit“. Es ist schon erstaunlich mit welcher Weitsicht Peter F. Drucker darin bereits 1969 die globalen Entwicklungen und Probleme beschreibt, deren Auswirkungen wir heute hautnah erleben müssen. Wir nennen es derzeit „Wirtschaftskrise“ und glauben, es handelt sich ausschließlich um ein temporäres Problem, das sehr bald gelöst sein könnte, um danach alles wieder weiterzuführen wie bisher.

Das wäre aber ein schwerwiegender Irrtum. Vielmehr braucht es grundlegende Reformen, da bisherige Führungsrezepte in allen Bereichen an ein Ende gekommen sind. Dies betrifft aber nicht nur den Bereich der Banken, der Versicherungen, der Industrie und anderer erwerbswirtschaftlicher Unternehmen, wie uns manche derzeit (aus Unwissenheit oder gar mit Vorsatz) einreden wollen, sondern auch den Bereich der öffentlichen Verwaltung und der Non-Profit-Organisationen.

„Wir stehen nicht vor einem ,langsamen Verschwinden des Staates’. Im Gegenteil wir brauchen eine energische, starke und sehr aktive Regierung. Aber wir stehen vor der Wahl zwischen einer großen und damit ohnmächtigen Regierung und einer Regierung, die stark ist, weil sie sich auf das Entscheiden und Lenken beschränkt und das ,Ausführen’ anderen überlässt. … Auf allen wichtigen Gebieten haben wir in unserer pluralistischen Gesellschaft der Organisationen eine neue Wahlmöglichkeit: eine organische Vielfalt, in der Institutionen ihren besten Leistungsvoraussetzungen entsprechend eingesetzt werden. In dieser Gesellschaft handeln alle Sektoren ,im öffentlichen Interesse’, wobei sich in jedem Sektor eine spezifische Institution in Eigenverantwortung und Erfüllung ihrer eigenen Aufgaben als ausführendes und durchführendes Organ herausschält.“ (Drucker, Peter F.: Die Zukunft bewältigen: Aufgaben und Chancen im Zeitalter der Ungewissheit, Econ, 1998, S. 305)

Zum hundertsten Geburtstag von Peter F. Drucker, dem Kämpfer für eine verantwortungsvolles und nachhaltiges Führen von Organisationen aller gesellschaftlichen Bereiche passt es daher ausgezeichnet, dass das österreichische Parlament Ende 2009 ein neues Bundeshaushaltsgesetz beschlossen hat, das ab 2013 in Kraft tritt und als eine wesentliche Weiterentwicklung die Wirkungsorientierung bei der Disposition von öffentlichen Ausgaben festlegt. Ziel ist es, dass die stets knappen Budgetmittel in jene Bereiche investiert werden, die den größten gesellschaftlichen Nutzen erzeugen.

Die derzeitige Forderung, dass der Staat „sparen“ soll, wird dadurch um die viel wichtigere Prämisse ergänzt, dass der Staat die erstrebenswerten Wirkungen aufgrund seiner Entscheidungen und Handlungen erzielen soll. Es wäre nichts erreicht, wenn zwar weniger Geld investiert wird aber trotzdem ein Großteil davon unnütze Ausgaben blieben.

Die Umsetzung dieses Gesetzes wird allerdings noch eine herausfordernde Aufgabe werden. Denn was als Wirkungsorientierung so einfach klingt, ist in Wahrheit schwer zu definieren. Das bedeutet, dass man die Ursachen- und Wirkungszusammenhänge erkennen muss, sie nachvollziehbar beschreiben kann und konsequent Entscheidungen trifft, die nachweislich zu einer Wirkungsverbesserung führen – alles das in einer hochkomplexen und dynamischen Welt.

Gesellschaftsrelevante Wirkungen können wohl nur durch das organisierte Zusammenspiel unterschiedlicher staatlicher Institutionen erzielt werden. Es ist daher nicht nur notwendig, im eigenen Wirkungsbereich die Effektivität zu erhöhen; es ist auch dringend notwendig, im gesamten Justizbereich konzertiert an besseren Wirkungen zu arbeiten. Es muss daher die Arbeit der Staatsanwälte, der Richter, des Strafvollzugs und von NEUSTART als Wirkungskette begriffen werden, wenn man nachhaltig Straftaten vermeiden möchte. Doch wird auch das nicht ausreichen, wenn nicht auch die Zusammenhänge mit anderen Ressorts hergestellt werden – sei es mit der Sicherheitspolitik, der Sozialpolitik, der Gesundheitspolitik oder anderen relevante Bereichen.

„…leadership is defined by results not attributes“ (Peter F. Drucker)

Mag. (FH) Wolfgang Hermann ist Geschäftsführer von NEUSTART für den Bereich wirtschaftliche Angelegenheiten

Webtipp: http://www.druckersociety.at/index.php?option=com_content&view=article&id=46&Itemid=9

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