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Blog und Diskussion

Illegale Drogen und Kriminalität

Elke Schernhammer - 9.6.2010 08:49

Seit einigen Jahren (mit der Abwahl der seit Jahrzehnten regierenden PRI – Partido Revolucionario Institucional – und damit einhergehenden Machtverschiebungen) tobt in Mexiko ein offener Drogenkrieg, der bisher zu mehreren tausend Toten geführt hat. Die Auswirkungen auf den illegalen Drogenmarkt Nordamerikas konnten bis ins sonst eher von Schwerkriminalität verschonte Kanada verfolgt werden, wo es unter Drogenbanden in Vancouver zu zahlreichen  tödlichen Schießereien kam.

In  der Stadt Wels meldet ein Sprecher des Magistrat einen Erfolg bei der Vertreibung von Fixern aus zwei öffentlichen Toilettenanlagen durch die Installation von UV-Licht. Dadurch wäre es nun für  Benutzer und für das Reinigungspersonal viel sicherer als vorher, da weniger Spritzen herumlägen.

Die Auswirkungen illegaler Drogen auf die Kriminalitätsentwicklung (wahrscheinlich aller Länder dieser Welt), von brutalen internationalen Bandenkriegen der organisierten Drogenmafia bis zur Beschaffungskriminalität von Drogenabhängigen bis in die kleinste Bezirksstadt, sind enorm. Geheimdienste, Polizei, Gerichte, medizinische Einrichtungen, Therapeuten und Sozialarbeiter, die sich mit den negativen Auswirkungen auf die Gesellschaft und mit den betroffenen Konsumenten  beschäftigen verschlingen Unsummen und zeigen meist nur bescheidene Erfolge.

Das Ausmaß und die Komplexität des Problems sind so groß, dass der einzelne damit konfrontierte Kommunalpolitiker, Richter oder Sozialarbeiter eigentlich resignieren muss. Aber ist es wirklich notwendig, Drogenabhängige mit UV-Licht zu vertreiben? Warum werden keine Spritzenaustauschprogramme durchgeführt, warum gibt es keine geschützten Orte, die niederschwellig von Sozialarbeitern betreut werden, wo sich Drogenabhängige ihre Spritzen setzen können?

Die neue US-Administration hat eine Umkehr vom „Krieg gegen die Drogen“ zu einer Politik der „Hilfe für Drogenabhängige“ beschlossen – die Ergebnisse dieser Trendwende werden weltweit, wenn überhaupt, nur sehr langsam sichtbar werden. Da polizeiliche und juristische Maßnahmen bei Drogenabhängigen nur begrenzt wirksam sind, wären vor allem die Gemeinden und die zuständigen Politiker und die Sozialarbeit gefordert. In den Kommunen könnten viel rascher sinnvolle Veränderungen durchgeführt werden, wenn man sich und den Bürgern eingestehen würde, dass es bis in die kleinsten Gemeinden viele Menschen mit Drogenproblemen gibt.

Elke Schernhammer ist Leiterin von NEUSTART Wels-Ried

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Zu diesem Beitrag gibt es |2 Kommentare|

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Kommentare zu diesem Beitrag:

Elke Schernhammer schrieb am 21.12.2010 11:16

Leider verschlechtert sich die Betreuungssituation für Drogenabhängige durch die Einsparungen der öffentlichen Hand. In OÖ werden ab 2011 nur noch Kosten in der einzigen, landeseigenen Langzeittherapiestation übernommen. Es wäre jetzt ganz wichtig, dass alle Therapieeinrichtungen mit Zahlen und Fakten ihr wichtige Arbeit der Öffentlichkeit darstellen.

Wolfgang Kübler schrieb am 20.12.2010 22:05


Zuerst mal, jedes neue Gesetz erzeugt neue Kriminalität, natürlich ist das Ansinnen gut, brave Bürger müssen geschützt werden, aber die Methoden sind falsch. Die Kriminalität entsteht meistens aus Armut zu wenig Bildung oder Krankheit, in den wenigsten Fällen aus Gier oder Geltungsdrang. Es werden immer Sündenböcke gesucht und durch Provokateure weiter kriminalisiert, einmal waren es die Juden denen man vorgeworfen hat zu viel Zinsen zu kassieren, dann wiederum die Hippies (Giftler) in letzter Zeit hat man sich auf den Islam und die Türken eingeschossen. Wehrlose und Kranke-Menschen zu vertreiben ist keine Leistung, sondern einfach dumm. Warum nehmen diese Menschen Drogen, Sie verspüren starke schmerzen, entweder körperlicher oder seelischer Natur.
Sie bekommen Chemische-Mittel verabreicht, mit dem Restgeld wird Chemisches-Roulette auf dem Schwarzmarkt gespielt, es gibt keinen sicheren Platz wo Sie unter Aufsicht konsumieren können, wenn einer mal umfällt ist kein Arzt oder Krankenschwester anwesend, um helfen zu können. Es wird Sie immer geben die Außenseiter, die anderen mit denen keiner was zu tun haben will, solange wir nicht begreifen, das andere Lebensformen auch ein Recht auf Menschenwürde haben, so hart das auch klingen mag, so ist es!

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