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Blog und Diskussion

Elektronisch überwachter Hausarrest: Chance für Gesellschaft

Alfred Kohlberger - 15.9.2010 09:48

Die Einführung des elektronisch überwachten Hausarrests hat gewaltiges mediales Echo ausgelöst – zum einen prinzipiell, zum anderen wegen „glamouröser“ Fälle. Derzeit sind die ersten Anträge eingebracht und NEUSTART Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen die ersten Erhebungen durch.

Erfahrungen mit der „Fußfessel“ haben wir bei zwei Modellprojekten gesammelt. Deshalb lässt sich aus unserer Sicht sagen, dass diese Art des Vollzugs von Haftstrafe und Untersuchungshaft eine Win-win-Situation darstellen kann: positiv für die Gesellschaft und positiv für den Betroffenen.

Am Beispiel von Ben (Name geändert) lässt sich das gut erklären. Ben war einer der Teilnehmer beim ersten Modellversuch. Verurteilt wegen eines Drogendelikts, saß er seine Strafe in einer großen Justizanstalt ab. Vor einer möglichen bedingten Entlassung wurde ihm die Chance geboten, sich als Projektteilnehmer zu bewerben. Wie beim jetzigen Gesetz war auch beim Modellversuch die Voraussetzung, dass Arbeit vorhanden war und die Mitbewohner einverstanden sein mussten. Außerdem musste man sich an die vereinbarten Wochenpläne und sonstige Regeln halten.

„Durch die Fußfessel habe ich gelernt, Verantwortung für mein Leben zu übernehmen“, sagte Ben in einem Interview mit den Oberösterreichischen Nachrichten heuer im Frühjahr – drei Jahre nachdem er erfolgreich am Modellversuch teilgenommen hatte. Seine Frau, die mit der gemeinsamen Tochter beim Interview auch mit dabei war, bestärkte: „Er hat schauen müssen, dass er alles regelt. Er war früher ein Chaot. Die Fußfessel hat ihm viel gebracht.“

Die Win-win-Situation wird deshalb möglich, weil bei Menschen, die mit einer Fußfessel zu einem früheren Zeitpunkt als ohne Fußfessel aus der Haft entlassen werden, eine bessere Begleitung und Vorbereitung stattfinden kann. Sie wird möglich für Personen, die statt einer (kurzen) Freiheitsstrafe ihren elektronisch überwachten Hausarrest verbüßen und bei denen ihre bereits vorhandene Integration in der Arbeit und in ihrem sozialen Umfeld aufrecht bleiben kann.

Das alles sind Faktoren, die mithelfen, die Anzahl der Rückfälle zu verringern. Diese Maßnahmen unterstützen die Erhöhung der Sicherheit in der Bevölkerung und können auch mithelfen, der Gesellschaft Kosten zu ersparen.

Alfred Kohlberger MAS ist Leiter von NEUSTART Linz-Steyr

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