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Blog und Diskussion

Gutmensch – na und!

Magdalena Pernerstorfer - 23.9.2010 10:23

Als ich diesen Ausdruck zum ersten Mal hörte, war ich verwirrt. Warum wird ein guter Mensch dadurch, dass man ihn in ein Wort zusammendrückt, plötzlich zu etwas Schlechtem und Lächerlichem?

Das Bemühen um anständiges und wertschätzendes Verhalten ist anstrengend. Das eigene Verhalten immer wieder dahingehend zu prüfen, ob es fair war, ist anstrengend – denn selbstverständlich stoßen wir immer auf Neid und Eifersucht und fehlende Fairness. Es scheint so, dass das bloße Bemühen, sich korrekt zu benehmen, andere (weil sie selbst es nicht können oder wollen) schon so nervt, dass sie nur mit Abwertung reagieren können.

Was ist übertriebene politische Korrektheit? Kann das überhaupt sein? Oder braucht es diese Bezeichnung, um eigenes – möglicherweise unkorrektes Verhalten – weniger unkorrekt erscheinen zu lassen? Ist es naiv, davon auszugehen, dass andere Menschen sich auch um korrektes Verhalten bemühen? – Naiv wäre, blind darauf zu vertrauen, dass das auch immer gelingt.

Warum ist die Abwertung einer an sich positiven Haltung so populär geworden? Liegt es daran, dass jeder Einzelne den einfachen Weg sucht, der unkorrektes Benehmen und moralisch bedenkliche Äußerungen oder Handlungen nicht nur als notwendiges Übel akzeptiert, sondern dieses Verhalten auch noch zur Norm erhebt?

Einfacher ist es jedenfalls, Menschen lächerlich zu machen, als sich selbst zu fragen, ob es nicht doch ein wenig „guter“ ginge.

Magdalena Pernerstorfer MBA ist Leiterin von NEUSTART Niederösterreich Nord West

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