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Blog und Diskussion

Hat Haft rückfallpräventive Wirkung?

Miriam Zillner BA MSc - 27.3.2019 09:21

Die Titelseiten österreichischer Zeitungen haben in den letzten Wochen häufig das Schlagwort „Sicherungshaft" enthalten. Deshalb stellt sich auch die Frage nach der Wirksamkeit von Haft im Allgemeinen. Die Forschung beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Wirksamkeit von Interventionen bei jugendlichen und erwachsenen Straftätern. Wirksamkeit meint in diesem Sinn: Rückfälle zu vermeiden. Zu diesem Zweck wurden verschiedene therapeutische und strafende Interventionen bei jugendlichen und erwachsenen Straftätern verglichen (Andrews, Bonta 2010).

 

Strafende Interventionen ohne zusätzliche Maßnahmen haben keine rückfallsenkende Wirksamkeit. Einige Studien zeigen sogar, dass Inhaftierung ohne begleitende Maßnahmen der Betreuung zu einer höheren Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall führt (Endrass, Rossegger et al 2012; Lipsey, Cullen 2007; Lowenkamp et al 2001; Steve 2009).

 

Um an der Rückfallgefährdung zu arbeiten sind den Forschungen zufolge begleitende betreuerische oder therapeutische Interventionen notwendig. Am wirksamsten sind Interventionen, die den Risk-Needs-Responsivity-Prinzipien folgen: Je höher das Rückfallrisiko, desto höher die Intensität der Betreuung und die Konzentration auf rückfallrelevante Bereiche, orientiert an der Lebenswelt der Person (Andrews, Bonta 2010; Endrass, Rossegger, Braunschweig 2012; Göbbels, Zimmermann 2013; Ward, Yates, Will 2012).

 

Diese Prinzipien werden in der Betreuung von NEUSTART angewendet, um wirksam betreuen zu können und das Risiko für Rückfälle zu senken. Durch Haft allein gelingt das nicht. Diese grundsätzlichen Aspekte sollten in der öffentlichen Diskussion zur Haft berücksichtigt werden.

 

Miriam Zillner BA MSc ist Leiterin des Zentralbereichs Sozialarbeit von NEUSTART

 

 

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Zu diesem Beitrag gibt es |1 Kommentar|

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Kommentare zu diesem Beitrag:

Jürgen Weiß schrieb am 27.03.2019 10:40

ich finde , das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem

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