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Blog und Diskussion

Bankenkrise: Hilfe für Menschen in Not?

Nikolaus Tsekas - 29.6.2011 14:03

Solidarität und humanistische Grundhaltung sind wichtige Eckpfeiler unserer demokratischen Gesellschaft. Niemand würde diesen Grundsatz in Frage stellen – allerdings haben wir individuell unterschiedliche Beurteilungsschemata, wann jemand diese Hilfe auch wirklich verdient. Kein Zweifel besteht, wenn Personen aufgrund von Schicksalsschlägen wie Naturkatastrophen oder unverschuldeten Unfällen beziehungsweise Krankheit in Not geraten. Ganz so klar ist das dann aber doch nicht immer; unser Sicherheitsbedürfnis, das uns ein sicheres Leben garantieren möchte, sucht unbewusst eine Reihe von Gründen, warum es uns nicht treffen kann und wir nicht davon betroffen sein können.

Wenn allerdings ein Mensch oder mehrere Menschen Fehler machen und andere schädigen, erwarten wir von diesen tiefe Reue und unmittelbare Verhaltensänderung zur nachhaltigen Verbesserung. Solche Menschen bekommen die Chance auf Bewährung, und das ist gut so. Das finden wir alle (zumindest die meisten von uns) – allerdings wehe, wenn es trotz gut gemeinter Unterstützung nicht in kürzester Zeit funktioniert. Dann kommt schnell die Analyse: „Du hast die Chance gehabt und sie nicht genützt, jetzt bist du selber schuld“ – und dann? Welche Lösungen bieten wir Menschen an, die Unterstützung nicht sofort annehmen können? Voraussetzungen zur Verhaltensänderung müssen oft Schritt für Schritt angegangen werden. Im Strafrecht wird daher eine längere Probezeit definiert, die nicht bei jedem weiteren Fehler oder mangelnder Umsetzung guter Ratschläge gleich wieder zurückgenommen wird. Hilfe benötigt Zeit und Geduld. Diese Vorgehensweise hat sich im wahrsten Sinn des Wortes bewährt: Wir arbeiten seit 53 Jahren nach diesem Prinzip.

Wie vor einem Jahr schreibe ich über unsere Arbeit, denke dabei aber auch an die „Griechenlandkrise“ und die Auswirkungen auf die Bevölkerung. Die Bankenkrise hat Auswirkungen auf uns alle – viele Menschen geraten in Not. Das persönliche Einkommen sinkt merklich, die Kaufkraft geht zurück, die Arbeitslosigkeit steigt, Wohnen wird zum Luxusgut – das alles führt, wie von der Wissenschaft seit Jahrzehnten ausführlich beschrieben, zu einer höheren Prävalenz von Kriminalität. Diese Erkenntnisse sind nicht neu und auch nicht überraschend; jedenfalls ist eine krisenhafte Entwicklung wie diese nur mit gemeinsamer Anstrengung und Geduld zu bewältigen. Solidarität und professionelle Unterstützung sind Garanten zur Bewährung!

Nikolaus Tsekas ist Leiter von NEUSTART Wien 1

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