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Soziale Hilfesysteme als Kriminalitätsprävention

Mag. Klaus Priechenfried - 22.3.2017 06:59

Bundesländer, die sich zu einem Sozialstaat bekennen, werden kritisiert, dass sie zu großzügig seien und dass soziale Hilfen gekürzt werden sollten. Dabei sollte uns klar sein, dass diese Kürzungen auf lange Sicht teuer und schmerzhaft werden können. Der treffende Satz, dass eine gute Sozialpolitik die beste Kriminalpolitik sei, stimmt natürlich auch in der Umkehrung. Wer bei der Sozialpolitik spart, wird später Kriminalität bekämpfen müssen. Das kostet nicht nur Geld, das bedeutet auch Schaden für die Opfer.

 

Österreich ist eines der Länder auf diesem Planeten, die man schlichtweg reich nennen darf. Die Kluft zwischen arm und reich wird auch hierzulande immer größer. Das Einfordern eines höheren Beitrags der reicheren Menschen zur Bekämpfung der Armut kann also nicht als Gleichmacherei abgetan werden. Armut und große Ungleichheiten im Zugang zu Bildung und Gütern gelten als Treiber der Kriminalität. Prosoziales Verhalten hingegen ist – neben anderen Faktoren – die Folge einer gegenseitigen Loyalität des Individuums mit einer Gesellschaft, die allen sozialen Schichten Entwicklungschancen bietet. Eine Politik, die Armut und Armutsgefährdung absichtlich in Kauf nimmt, nimmt gleichzeitig in Kauf, dass die Sozialisierung vieler ihrer Bürger misslingt. Das bedeutet in Folge mehr soziale Probleme, mehr psychische Krankheiten, mehr Suchtprobleme und mehr Kriminalität. All das ist in der Fachliteratur gut belegt.

 

Die Kosten, die wir durch Reduktion der Sozialausgaben einsparen, kommen uns letztendlich im Gesundheitssystem, bei Polizei und Justiz teuer zu stehen. Am schlimmsten trifft es unschuldige Opfer, die dabei zu Schaden kommen. Stärken wir also unsere sozialen Hilfesysteme, anstatt später mehr Geld für die Schadensbegrenzung auszugeben.

 

 

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