Konfrontative Täterarbeit und Opferperspektive
Wirkungsvolle (das heißt Rückfall vermeidende) Täterarbeit ist der beste Opferschutz. Jeder Täter , der nicht mehr straffällig wird, bedeutet in der Zukunft ein Opfer weniger.
NEUSTART ist eine Organisation, die der Gesellschaft Hilfen und Lösungen zur Bewältigung von Konflikten und damit Schutz vor Kriminalität und deren Folgen bietet. Unsere Aufgabe ist es, im Rahmen der Strafjustiz Täter zu betreuen und Opfer zu unterstützen: mit Täterarbeit, Opferhilfe und Prävention. Zu unseren speziellen Aufgaben gehören die Bewährungshilfe, der Tatausgleich und die Vermittlung gemeinnütziger Leistungen, Prävention an Schulen, Haftentlassenenhilfe sowie der SAFTLADEN in Salzburg.
Arbeit mit Tätern und Opfern
Im Tatausgleich sind sowohl Täter als auch Opfer unsere Klienten. Das Opfer wird unterstützt, um seine Bedürfnisse artikulieren zu können und Wiedergutmachung in jeder Hinsicht zu erfahren. Auf der anderen Seite wird dem Täter klar vor Augen geführt, was er mit seiner Tat dem Opfer angetan hat. Ebenso wird in der Bewährungshilfe die Auseinandersetzung mit dem Delikt und den daraus entstandenen Folgen für die Opfer geführt; im Anti-Gewalt-Training wird dieser Aspekt noch stärker in den Mittelpunkt gerückt. Die Schadenswiedergutmachung spielt auch eine wichtige Rolle.
Täterstrategien
Häufige Reaktionen unserer Klienten sind verschiedene Formen, die Schuld anderen zuzuweisen, nur teilweise oder gar nicht Verantwortung zu übernehmen. Täter versuchen, zu verharmlosen und zu bagatellisieren: „Das war doch nicht so schlimm, es ist passiert, ich habe die Kontrolle verloren.“ Oder sie verleugnen ihre Taten: „Ich kann mich nicht erinnern, ich hatte ein Blackout.“; oder sie versuchen, Täter- und Opferrolle umzukehren: „Sie hat mich provoziert“, „er hat es verdient“, „er hat zuerst zugeschlagen“. Ausreden wie Blackout, Kontrollverlust und so weiter dürfen nicht akzeptiert werden. Es ist nicht „passiert“, sondern er oder sie hat zugeschlagen, getreten, Gewalt angewendet.
Wie ist Gewalt zu stoppen?
Wichtig ist, dass die Gewaltanwendung nicht verharmlost wird. Der Täter muss lernen, sich mit seiner Tat und den Folgen für das Opfer auseinanderzusetzen. Dazu ist es notwendig, dass er sich seiner Gefühle vor und während der Tat bewusst wird. Er muss lernen, Warnsignale zu erkennen und darauf richtig zu reagieren. Time-out und Distanzierung sind hier Alternativen zur Eskalation der Gewalt. Sich in das Opfer hineinzuversetzen, zu akzeptieren, sein Leid verursacht zu haben, ist ein schwieriger, aber notwendiger Schritt. Erst wenn ein Verhalten als falsch akzeptiert wird, kann eine echte Entschuldigung erfolgen. Einsicht und das Erlernen von alternativen Konfliktlösungsstrategien verringert ganz wesentlich die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung.
Lesen Sie mehr!
Den gesamten Artikel können Sie hier downloaden:
Konfrontative Täterarbeit und Opferperspektive (PDF, 68 KB)






