Barbara Stöckl, Journalistin
"Ich war einmal zwei Wochen lang im Gefängnis, um für eine Reportage zu recherchieren und habe dort sehr viele junge Frauen kennengelernt, die eben grad drinnen waren. Mir ist in den vielen Gesprächen, in den vielen langen Tagen und Nächten, bewusst geworden, wie schnell das eigentlich geht. Das ist eine falsche Entscheidung, getroffen in wenigen Sekunden, ein Hirnriss, ein Kurzschluss und im selben Moment weiß man, das war jetzt ein Blödsinn, es tut einem Leid, man möchte es ungeschehen machen, aber das geht dann eben nicht mehr. Da ist, glaube ich, das wichtigste in dieser Situation, dass jemand da ist, der zu einem hält, der sagt, okay, das war jetzt Blödsinn, aber das Leben muss weitergehen. Lass uns gemeinsam weitergehen. Bewährungshelfer helfen dann ganz konkret: bei der Wohnungssuche, bei der Arbeitssuche, ein Umfeld zu finden, das so etwas wie Lebensfähigkeit und Geborgenheit vermittelt. Bewährungshelfer werden dabei, unter gewissen Spielregeln natürlich, so etwas wie Partner in den ersten Jahren. Sie überwachen nicht, sondern sie unterstützen dich und sie helfen, dass dieser Film, der gerissen ist, dass dieser Film wieder weitergeht."




