Dr. Dieter Böhmdorfer, Bundesminister für Justiz a.D. (2000-2004)
Anlässlich der Veranstaltung "Soziale Verantwortung in der Strafjustiz" im März 2003:
"Als ich vor zirka drei Jahren in das Ministerium gekommen bin, habe ich geglaubt, nach 27 Jahren Rechtsanwaltstätigkeit doch ein bisschen zu wissen über die Tätigkeit der Bewährungshilfe, nunmehr NEUSTART, aber doch habe ich irgendwie den Verdacht oder die Vermutung gehabt, das sind so Weltverbesserer, vielleicht Träumer, die glauben sie können da alles umdrehen, ... das sind so Leute, die die Gesellschaft verändern wollen, und wir wissen doch nach langer Berufserfahrung, dass das, wenn überhaupt, nur im beschränkten Ausmaße möglich ist. Ich war also, um es kurz zu sagen, misstrauisch und habe gedacht, na viel wird sich da nicht abspielen. Ich bekenne das heute, weil ich in einem Atemzug mich auch ausdrücklich dazu bekenne, dass ich eines Besseren belehrt wurde. Die Realität, die mir vorgeführt wurde, war, dass hier Tatmenschen mit Bodenhaftung tätig sind, Idealisten, die nicht den Realitätssinn verloren haben. Die Person Dr. Leirer wurde für mich zunehmend in meiner Tätigkeit als Justizminister zu einem Symbol, ich geniere mich das nicht zu sagen, der Nächstenliebe, der Kompetenz und der sozialen Verantwortung. Das hat mir im Gegensatz zu meiner ursprünglichen Vermutung mit der ich angetreten bin, wirklich imponiert und ich gestehe das ausdrücklich und eindeutig hier ein."
Anlässlich einer Pressekonferenz im März 2002:
"Ich möchte schon deshalb, weil ich demonstrieren möchte, dass das ein Tag des Neustartes ist, nicht zu sehr Sie mit Ausführungen behelligen, aber eines möchte ich schon sagen, ich bin ausdrücklich dankbar für die Einladung zu dieser Pressekonferenz, weil es demonstriert, dass wir zusammengehören im weitesten Sinn, und ich bin auch deshalb gekommen, um meinerseits zu zeigen, dass wir eine sehr gute Zusammenarbeit pflegen und Ihnen auch in aller Öffentlichkeit zu bestätigen, dass Sie einen unverzichtbaren Dienst an der Gesellschaft leisten, dass soll man auch einmal sagen.(…)Wir würden durchaus es begrüßen, wenn man vom Institut der bedingten Entlassung etwas mehr Gebrauch machen würde, und zwar in Verbindung mit der gleichzeitigen Betreuung durch die Bewährungshilfe, weil wir auch in dieser Form die Hauptziele des Strafen-Systems verwirklichen könnten, nämlich Resozialisierung einerseits der Täter und Sicherheit für die Bevölkerung andererseits. Das System funktioniert aus meiner Sicht sehr gut. Ich bin auch dankbar dafür, dass weiterhin nach Verbesserungsmöglichkeiten seitens der Bewährungshilfe gesucht wird, und zwar permanent, sowohl im betriebswirtschaftlichen Ablauf als auch in der Kundenbetreuung selbst. Und ich meine, dass wir mit diesem System ein gelungenes System anbieten, das in Europa, glaub ich, auch federführend ist und anerkannt wird..."




