NEUSTART wird oft ausschließlich als „der Bewährungshilfe-Verein“ bezeichnet, ein Begriff, der nur einen Teil seines Angebotsspektrums beschreibt. Deshalb stellte NEUSTART in seiner Herbstkampagne 2006 neben der Bewährungshilfe auch die Opferhilfe und die Prävention in den Mittelpunkt der mit Plakaten, Infoscreens und Hörfunkspots umgesetzten Info-Kampagne.
Für die Umsetzung bediente sich NEUSTART des tief verwurzelten Bildes von den schwarzen und weißen Schafen als Metapher für unsere Gesellschaft. Gleichzeitig wurde der Umgang der Gesellschaft mit der Unterschiedlichkeit ihrer Mitglieder thematisiert.
Schwarze Schafe erhalten Hilfe
NEUSTART, die Profi-Organisation in Österreich, wenn es um Sozialarbeit mit Tätern und Opfern geht, wird meist ausschließlich mit der Hilfe für „schwarze Schafe“ assoziiert. Das „schwarze Schaf“ ist gemeinhin die Umschreibung für einen Außenseiter, jemanden, der auf die „schiefe Bahn“ geraten ist oder aus einem anderen Grund aus Familie, Freundes- oder Bekanntenkreis ausgeschlossen wird. Dennoch verkörpert das Bild des „schwarzen Schafes“ auch die Hoffnung, dass eine Integration in den Kreis der „weißen“ Schafe möglich ist. „Man kann aus schwarzen Schafen nicht immer weiße machen, aber die Profis von NEUSTART wissen, wie man den schwarzen Schafen hilft und gleichzeitig die weißen Schafe schützt“, so Dr. Peter Resetarits - ein prominenter Unterstützer der Kampagne - zur NEUSTART Arbeit. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass NEUSTART auch einen wertvollen Beitrag zur Prävention und zum Opferschutz leistet.
Auch weiße Schafe brauchen unsere Unterstützung
Grundsätzlich sind wir alle „weiße Schafe“ - letztlich sind wir doch alle in bestimmten Situationen gefährdet, als schwarze Schafe angesehen zu werden. NEUSTART Prävention beugt vor und vermeidet, dass Lebenskrisen zur Kriminalität eskalieren. Zum Beispiel die Informationsarbeit für Jugendliche ist eine bewährte Strategie zu lernen, konstruktiv mit Konflikten umzugehen.
„Aber auch Opfer laufen Gefahr, ausgeschlossen zu werden, denn die Unterstützung der Gesellschaft ist ihnen nicht immer sicher“ meinte Dr. Peter Resetarits.
Der in der Betreuungsarbeit gelebte Respekt vor Menschen in Not, seien es Opfer oder ehemalige Täter, zeigt, wie wichtig es den NEUSTART Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist, niemand in unserer Gesellschaft zum „Opferlamm“ werden zu lassen oder sie sogar als „dumme Schafe“ zu diffamieren“ so Mag. (FH) Wolfgang Hermann, Geschäftsführer von NEUSTART. Nicht nur die unmittelbare Hilfe für Kriminalitätsopfer, sondern auch die Vermeidung von Rückfällen im Sinn der Prävention schaffe ein Mehr an Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger.
Prominente Unterstützung
Die Bundesministerin für Justiz, Mag. Karin Gastinger, unterstützte diese Initiative ebenfalls. Ihr war es in den vergangenen Jahren ein wichtiges Anliegen, die Hilfe für Opfer zu forcieren, ohne damit den Opferschutz, der durch professionelle Täterhilfe erfolgt, zu vernachlässigen.
Dr. Peter Resetarits, der bereits im Jahr 2005 als Sprecher des Hörfunkspots der Kampagne auf die Bedeutung der Hilfe für Opfer von Gewalttaten, aber auch die Notwendigkeit der Hilfe für Täter hinwies, unterstützte auch die Herbstkampagne 2006. Der „ORF Volksanwalt“, der sich nie davor scheut, schwierige und komplexe Themen so objektiv wie möglich unter die Lupe zu nehmen und in eine verstehbare Sprache zu übersetzen, ist von der Wichtigkeit der Arbeit von NEUSTART überzeugt. Aus seiner journalistischen Arbeit kennt er den Gerichtsbetrieb ebenso wie die oft banalen oder verzwickten Ereignisse, aus denen sich Konflikte zwischen Menschen entwickeln. Er weiß auch, wie schwierig es manchmal ist, aus verfahrenen Situationen wieder herauszufinden. „Professionelle Hilfe von geschulten Personen ist gefragt, wenn es darum geht, wieder auf den richtigen Weg zu finden, wieder integriert zu sein, sich in seiner Gemeinschaft wieder wohl zu fühlen“ meinte Resetarits und betonte so die Wichtigkeit der Arbeit von NEUSTART sowohl für Täter als auch für Opfer.
Kampagne im Dienste der Allgemeinheit
Ab dem 1. November 2006 war die Herbstkampagne von NEUSTART in allen Landeshauptstädten für zwei Wochen mit Plakaten präsent, unterstützt von Hörfunkspots auf Ö3. Darüber hinaus wurde auf Infoscreens in den Wiener U-Bahnen und U-Bahn-Stationen sowie am Praterstern über die Arbeit von NEUSTART informiert. Dieser kommunikative Aufwand sollte Verständnis für einen humanen Umgang mit den Folgen von Kriminalität bei der Bevölkerung bewirken. “Die positiven Auswirkungen der letzten Kampagnen 2004 und 2005 sind in unserer täglichen Arbeit spürbar. Nur, was man kennt, ist man auch bereit zu unterstützen; so wird auch die heurige Kampagne der Bevölkerung das Hilfsangebot von NEUSTART nahe bringen!“ meinte Mag. (FH) Wolfgang Hermann.
24-Bogen Plakat
Plakat A1 schwarzes Schaf
Plakat A1 weißes Schaf
Hörfunkspot Kampagne 2006 (.mp3)
Infos und Bilder zur Kampagne 2005
Infos und Bilder zur Kampagne 2004




