Suchtprävention
- Way out (sekundäre Suchtprävention)
- Use it (tertiäre Suchtprävention)
- Grenzwert (Alkoholprävention)
Way out
Zielgruppe sind Jugendliche, junge Erwachsene und Erwachsene
(14-30 Jahre), bei denen eine gesundheitsbezogene Maßnahme auf Grund einer Abhängigkeitsgefährdung gemäß § 11 Abs.2 Z5 durchgeführt wird. Zugangskriterium ist eine ärztliche Empfehlung im Rahmen einer Begutachtung gemäß §12 und §13 SMG durch Amts- und Schulärzte.
Ziele der Leistung
- Reduzierung des riskanten Suchtmittelkonsums
- Vermeidung drogenbezogener Probleme
- Anstreben der Abstinenz von illegalen Drogen
- Fähigkeit zu einem kontrollierten Umgang mit legalen Substanzen
- Handlungskompetenzen erweitern
- Persönliche Schutz- und Risikofaktoren hinsichtlich illegaler Substanzen erkennen
Wie sieht die Betreuung konkret aus?
Die Betreuung wird in Form von Einzel- oder Gruppenbetreuung durchgeführt. Die Einzelfallbetreuung ist als Programm in Form von acht Modulen aufgebaut. Je nach Notwendigkeit werden innerhalb von sechs Monaten zwischen fünf und 15 Gesprächstermine durchgeführt. Eine Verlängerung der Betreuungszeit um weitere sechs Monate ist möglich. Bei der Gruppenarbeit werden als Methoden themenzentrierte Interaktionen und prozessorientierte Gruppenarbeit angewendet. Die Gruppenarbeit ist als Programm in Form von acht Modulen aufgebaut. Es finden zwischen acht und zwölf Gruppentermine zu 120 Minuten statt. Eine Gruppe hat mindestens sechs und maximal zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Gruppentermine finden maximal wöchentlich und mindestens alle drei Wochen statt. Die Dauer der Gruppenarbeit beträgt acht Monate. Zu den jeweiligen Modulen können Übungen und sozialpädagogische Interventionen stattfinden, um die Fertigkeiten zu testen und den Ich-Wert zu stärken. Diese können im Freien, etwa durch Sport, erfolgen.
Leistungen des NEUSTART Way out Betreuers
Folgende Themen werden in Modulform, in Einzel- oder Gruppenbetreuung, bearbeitet:
- Rechtliche Grundlagen sowie Wirkungsweisen von illegalem Substanzkonsum
- Genuss – Missbrauch – Abhängigkeit
- Konsumprofil/Diagnose
- Individuelle Stärken-/Schwächen-Profile erstellen
- Schutz-/Risikofaktoren – eventuell mit erlebnispädagogischer Einheit/Outdoor-Einheit
- Biographische Arbeit mit Klienten
- Integration, Stärkung der Selbstwirksamkeit, Zukunftsperspektiven
Zuweiser
Amtsärzte, Schulärzte, Gesundheitsbehörde des Landes. Die Zuweisung erfolgt nach der Zustimmung des Klienten per Fax direkt an NEUSTART .
Use it
Zielgruppe
Suchtkranke Personen, die von den Drogenambulanzen oder der Gesundheitsbehörde zugewiesen werden.
Ziele
- Stabilisierung der Lebenssituation – Überleben
- Förderung der Betreuungs- und Behandlungscomplience
- Verbesserung der sozialen und gesundheitlichen Situation
- Koordination mit Drogeneinrichtungen und vor Ort vorhandenen Ärzten, welche die Substitutionsbehandlung vornehmen
Wie sieht die Leistung konkret aus?
Mit /jedem Klienten wird eine ausführliche Suchtanamnese durchgeführt und es werden daraufhin konkrete Betreuungsziele und entsprechende Arbeitsschritte vereinbart. Bei Bedarf werden auch Hausbesuche durchgeführt. Im Zentrum der Betreuung stehen medizinische und gesundheitsfördernde Maßnahmen, die jeweils mit dem behandelnden Arzt besprochen und koordiniert werden. Die maximale Dauer der Betreuung beträgt 18 Monate ab Zuweisung, eine Verlängerung um sechs Monate ist aber bei Bedarf möglich. Die Zuweiser werden über jeden Abschluss der Betreuung informiert.
Die Leistungen des NEUSTART Betreuers
Nach der Zuweisung findet ein Dreier-Gespräch mit dem Klienten und der zuweisenden Drogenambulanz statt und die Betreuung wird an den
NEUSTART Betreuer übergeben.
Folgende Bereiche werden in der Einzelbetreuung bearbeitet:
- Gesundheit
- Unterstützung bei Abstinenzorientierung
- Klienten bei Unterkunft/Wohnproblemen unterstützen
- Klienten bei Arbeits- und Ausbildungsproblemen unterstützen
- Klienten in finanziellen Belangen beraten und unterstützen
- Soziale Beziehungen fördern
- Krisenintervention
Zuweiser
Zuweiser zu Use it sind die Drogenambulanzen in Kärnten.
Grenzwert
Hinweise für das Brückengespräch, um für eine Zustimmung zu einer Betreuung zu motivieren: Äußern Sie Ihre Sorge zum Anlassfall – eine Alkoholvergiftung ist eine lebensbedrohliche Situation. Es geht nicht um Sucht, sondern um riskanten Alkoholkonsum. Wichtig ist, sich jetzt zu diesem Vorfall Gedanken zu machen und darüber zu reflektieren und das Thema nicht irgendwann zu bearbeiten. Das Grenzwertprogramm ist auf jeden Fall ein Gewinn – es gibt nichts zu verlieren.
Zielgruppe
Kinder und Jugendliche im Alter von 12-17 Jahren, die mit riskantem Alkoholkonsum in das Landeskrankenhaus eingeliefert werden, insbesondere im Zusammenhang mit schweren Alkoholintoxikationen, wobei das bisherige Konsummuster noch zu keiner manifesten Abhängigkeit geführt hat.
Ziele der Leistung
Die Kinder und Jugendlichen sollen frühzeitig, innerhalb eines freiwilligen Angebotes, zur Reflexion und Reduktion ihrer Konsumgewohnheiten motiviert werden. Damit soll weiterer exzessiver Alkoholkonsum in der Zukunft verhindert werden.
Wie sieht die Betreuung konkret aus?
Die Betreuung wird in Form von Gruppen- oder Einzelbetreuung durchgeführt. Das Gruppenangebot erfolgt in drei Modulen sowie einem Abschluss- und Reflexionsgespräch mit folgenden Inhalten:
- Motivation und Informationsvermittlung
- Reflexion der Selbstwahrnehmung (erlebnispädagogische Aktion im Hochseilgarten mit einem ausgebildeten Outdoortrainer)
- Risikowahrnehmung und Impulse für Verhaltensänderungen (Besprechen von Risikosituationen, Wahrnehmen und Thematisieren von eigenen Grenzen, eigenes Risikoprofil, eigenes Ziel und Strategie im Umgang mit Alkohol entwickeln)
Das Einzelbetreuungsangebot entspricht von den Inhalten dem Gruppenangebot und wird individuell angepasst.
Die Leistungen desNEUSTART Betreuers
Folgende Inhalte werden in der Betreuung bearbeitet:
- Information über rechtliche Grundlagen von Alkoholkonsum
- Information über Wirkungsweisen von Alkohol
- Kritische Reflexion der Konsumgewohnheiten
- Erwerb von Entscheidungs- beziehungsweise Handlungskompetenz im Umgang mit Alkohol
- Vermittlung – bei Bedarf – an weiterführende Angebote
- Mit den Eltern findet innerhalb von drei Wochen nach Zuweisung das Elterngespräch statt (kann gleichzeitig mit dem Zugangsgespräch erfolgen)
Zuweiser
Nach der Einverständniserklärung der Eltern und Jugendlichen erfolgt die Zuweisung an NEUSTART durch das jeweilige Krankenhaus direkt per Fax. Vor der Entlassung führt der zuständige Arzt mit Eltern und Jugendlichen ein sogenanntes „Brückengespräch“, um über die Betreuung zu informieren und für eine Zustimmung zu motivieren. Oder: Eltern und Jugendliche melden den Betreuungsbedarf von sich aus nach einem Anlassfall bei NEUSTART . Nach Anlassfällen in Schulen und bei Schulveranstaltungen können auch Schulärzte und Lehrer vermitteln.




